Googles Mega-Rechenzentrum in Österreich: Jeder unserer Klicks kostet Strom und Wasser

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Chefredakteur · Privates Gymnasium Sacré Coeur Wien
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24.07.2026
3 Min.

Wir nutzen täglich ChatGPT, TikTok, YouTube oder Netflix. Hinter jeder Suche, jedem Video und jeder KI Antwort arbeiten riesige Rechenzentren. In Oberösterreich baut Google nun sein erstes Rechenzentrum in Österreich. Das sorgt für Diskussionen, denn das Projekt braucht enorme Mengen an Strom und Wasser.

Rechenzentrum in Dallas: Auch in Österreich will Google eins bauen, und wir tragen mit jedem Klick zu Bedarf daran bei. (Foto: Shutterstock)

Wer von uns täglich Videos streamt, mit künstlicher Intelligenz lernt oder stundenlang durch Social Media scrollt, denkt kaum darüber nach, wo unsere Daten eigentlich verarbeitet werden. Hinter jedem Klick stehen Tausende Computer, die rund um die Uhr laufen. Damit unser digitales Leben funktioniert, baut Google derzeit in der oberösterreichischen Gemeinde Kronstorf ein riesiges Rechenzentrum. Für viele ist das ein wichtiger Schritt in Richtung Digitalisierung. Andere warnen vor den Folgen für Umwelt und Energieversorgung.

Ein Rechenzentrum mit riesigem Strombedarf

Rechenzentren sind die unsichtbaren Motoren unseres digitalen Alltags. Jedes Video, jede Suchanfrage und jede Anwendung mit künstlicher Intelligenz läuft über Server in solchen Anlagen. Doch diese Technik braucht viel Energie.

Das Google-Rechenzentrum in Kronstorf könnte den Stromverbrauch in Oberösterreich deutlich erhöhen. Laut Netz Oberösterreich soll die erste Ausbaustufe mit einer Leistung von 150 Megawatt bis zu 1,31 Terawattstunden Strom pro Jahr benötigen. Das entspricht laut Angaben des Unternehmens dem Jahresverbrauch von rund 375.000 Haushalten.

Falls die zweite Ausbaustufe mit einer Spitzenleistung von 500 Megawatt umgesetzt wird, könnten bis zu 4,4 Terawattstunden zusätzlich benötigt werden. Zum Vergleich: Oberösterreich verbrauchte 2024 laut Energiebericht des Landes insgesamt rund 14 Terawattstunden Strom.

Für viele Menschen klingt das nach riesigen Zahlen. Dahinter steckt aber eine Frage, die uns alle betrifft: Wie viel Energie brauchen unsere digitalen Gewohnheiten eigentlich?

Kritik wegen Wasser und Umwelt

Neben dem Stromverbrauch sorgt vor allem die Kühlung der Server für Diskussionen. Computeranlagen produzieren viel Wärme und müssen ständig gekühlt werden. Google plant deshalb, Wasser aus Brunnen nahe der Enns zu nutzen.

Nach der wasserrechtlichen Bewilligung darf das Unternehmen bis zu 99 Liter Wasser pro Sekunde in die Enns einleiten. Insgesamt könnten täglich bis zu 5,8 Millionen Liter erwärmtes Kühlwasser in den Fluss gelangen.

Umweltschützerinnen und Umweltschützer befürchten negative Auswirkungen auf das Gewässer. Google widerspricht dieser Kritik. Das Unternehmen erklärte, die Auswirkungen auf die Enns seien laut Gutachten „vernachlässigbar“. Beim nahe gelegenen Kraftwerk Mühlrading werde bereits kein messbarer Temperaturunterschied mehr erwartet.

Google kündigte außerdem an, gemeinsam mit dem Oberösterreichischen Landesfischereiverband Projekte zur Verbesserung des Gewässerökosystems zu unterstützen.

Streit um fehlende Umweltprüfung

Besonders umstritten ist, dass für das Projekt keine Umweltverträglichkeitsprüfung, kurz UVP, durchgeführt werden muss. Kritikerinnen und Kritiker sehen darin eine Lücke im Gesetz. Rechenzentren in dieser Größe waren bei der Erstellung der aktuellen Regeln noch kein großes Thema.

Die Grünen, Umweltorganisationen wie Global 2000 und das Ökobüro fordern deshalb strengere Regeln. Ökobüro-Geschäftsführer Gregor Schamschula schlug vor, eine verpflichtende UVP für Rechenzentren ab einer Leistung von 50 Megawatt einzuführen.

Die Regierung sieht eine allgemeine UVP-Pflicht dagegen kritisch. Energiestaatssekretärin Elisabeth Zehetner erklärte: „Wir können nicht mehr europäische Souveränität bei KI fordern und gleichzeitig jene Infrastruktur durch immer neue Hürden ausbremsen, auf der sie beruht.“

Warum uns das Thema betrifft

Auch wenn Kronstorf weit entfernt wirkt, betrifft uns das Projekt direkt. Viele von uns nutzen täglich künstliche Intelligenz, soziale Medien oder Streamingdienste. Hinter diesen Anwendungen stehen riesige Serveranlagen, die Energie und Ressourcen benötigen.

Die Debatte zeigt einen Konflikt unserer Zeit: Wir wollen digitale Fortschritte nutzen, gleichzeitig müssen wir mit den Folgen unseres wachsenden Datenverbrauchs umgehen. Vielleicht entscheidet sich die Zukunft der Technologie nicht nur daran, wie schnell Computer werden, sondern auch daran, wie verantwortungsvoll wir mit ihrer Energie umgehen.





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