Ich kenne das selbst: Man sieht ein „That Girl“-Video und denkt sich, dass man das eigentlich auch schaffen könnte. Also habe ich mir schon einmal vorgenommen, meinen Morgen genauso durchzuziehen: früher aufstehen, mein Zimmer ordentlich machen, gesund frühstücken und den Tag perfekt planen. Anfangs fühlt sich das motivierend an. Aber spätestens wenn man verschlafen hat und statt eines gesunden Frühstücks schnell irgendetwas isst, merkt man, wie unrealistisch dieser Anspruch eigentlich ist.
Studie liefert interessante Fakten
Die Studie „Schönheitsideale im Internet“ wurde vom Institut für Jugendkulturforschung im Auftrag des Österreichischen Instituts für angewandte Telekommunikation (ÖIAT) und der ISPA im Rahmen der EU-Initiative Saferinternet.at durchgeführt. Befragt wurden 400 Jugendliche zwischen 11 und 17 Jahren. Mehr als die Hälfte, nämlich 53 Prozent, gab an, schon einmal wegen sozialer Netzwerke etwas am eigenen Aussehen verändert zu haben.
Auf TikTok oder Instagram sieht man junge Frauen, die ihre Zimmer makellos aufgeräumt haben, gesund essen und perfekte Haut haben. Sie scheinen unendlich viel Energie zu haben. Das sieht nach einem einfachen und organisierten Leben aus. Man denkt sich schnell: So möchte ich auch sein.
Dieser Trend will uns zeigen, dass wir unser Leben verbessern können, wenn wir nur diszipliniert genug sind. Das ist an sich nicht falsch. Mehr Bewegung, gesunde Ernährung oder ein strukturierter Tagesablauf können wirklich guttun.
Wenn Motivation zum Zwang wird
Das Problem beginnt, wenn wir uns unter Druck setzen, weil wir uns mit den perfekten Bildern im Internet vergleichen. Viele Menschen haben das Gefühl, nie genug zu leisten. Wenn man morgens nicht um sechs Uhr aufsteht oder lieber ein Croissant statt eines Smoothies frühstückt, glaubt man schnell, etwas falsch zu machen.
Wir vergessen oft, dass Social Media meistens nur die schönsten Momente zeigt. Niemand filmt die Tage, an denen man verschläft, keine Lust auf Sport hat oder einfach mal auf dem Sofa liegen möchte. Aber genau diese Momente gehören auch zum Leben dazu.
Perfektion gibt es nicht
Der „That-Girl“-Trend zeigt oft das Bild, dass man ständig produktiv sein muss. Aber niemand kann jeden Tag perfekt sein. Schule, Familie, Freunde oder einfach schlechte Laune gehören zum Alltag dazu. Wenn man versucht, jeden Tag einem perfekten Online-Leben hinterherzulaufen, wird man früher oder später enttäuscht sein.
Ich denke, es ist wichtig, sich Ziele zu setzen. Aber es ist genauso wichtig, sich Pausen zu gönnen und sich nicht schlecht zu fühlen, wenn mal nicht alles nach Plan läuft.
Gesund leben – aber ohne Dauerstress
Ein gesunder Lebensstil bedeutet nicht, jede Minute zu optimieren. Es reicht oft schon, genug zu schlafen, sich zu bewegen, ausgewogen zu essen und sich Zeit für Dinge zu nehmen, die einem Spaß machen. Auch ein freier Nachmittag ohne To-do-Liste kann gut für Körper und Kopf sein.
Am Ende geht es nicht darum, perfekt zu sein, sondern sich wohlzufühlen. Jeder Mensch hat einen anderen Alltag und andere Bedürfnisse. Deshalb sollte man sich nicht von unrealistischen Idealen unter Druck setzen lassen.
Der „That-Girl“-Trend kann durchaus motivieren, gesünder und bewusster zu leben. Aber wenn aus Inspiration ein ständiger Vergleich und der Wunsch nach Perfektion entsteht, wird es problematisch. Ein gutes Leben bedeutet nicht, alles richtig zu machen – sondern seinen eigenen Weg zu finden und auch akzeptieren zu können, dass niemand jeden Tag perfekt ist.
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