Gesund, also egal? Wie sich mein Blick auf Gesundheit verändert hat

Kein Profil-Bild gefunden.
Volontärin · Höhere Lehranstalt Sozialmanagement und Fachschule für Sozialberufe
22.03.2026
3 Min.

Ich bin 17 Jahre alt, fühle mich eigentlich fast immer gesund und werde recht selten krank. Lange dachte ich deshalb, ich müsste mich nicht besonders viel um meine Gesundheit kümmern. Aber genau diese Einstellung hat sich bei mir mit der Zeit verändert.

Früher habe ich kaum darüber nachgedacht – heute steht bewusste Ernährung für mich als Teil eines gesünderen Alltags. (Foto: kaboompics)

Ein Morgen im Klassenzimmer

Die Sonne scheint durchs Klassenzimmerfenster, doch ich kämpfe schon nach der dritten Stunde mit schwerem Kopf und müden Augen. Es ist ein Dienstagmorgen, wir haben gerade Mathematik, und ich merke, wie ich den Anschluss verliere. Mein Stift bleibt mitten im Satz stehen, während ich versuche, mich auf die Tafel zu konzentrieren. Mein Magen knurrt, obwohl ich gefrühstückt habe, und ich denke nur: Wie sollen noch fünf Stunden vergehen?

Am Abend davor bin ich viel zu lange wach geblieben – eigentlich nur noch etwas anschauen, und plötzlich war es nach Mitternacht. In solchen Momenten merke ich direkt, wie sehr mir Schlaf fehlt. Früher hätte ich darüber kaum nachgedacht – Müdigkeit oder Unwohlsein waren für mich eher Ausnahmen. Heute spüre ich solche Dinge sofort, und mein Körper sagt mir klar: „Achte auf dich.“

Früher: „Mir geht’s eh gut“

Ich fühle mich meistens gesund, deshalb habe ich mir früher kaum Gedanken darüber gemacht. Für mich war das einfach normal. Ich war fast nie krank, also sah ich keinen Grund, auf irgendetwas besonders zu achten. Dinge wie genug Schlaf oder gesunde Ernährung waren zwar Thema, aber eher nebensächlich.

Wenn ich spät schlafen gegangen bin, habe ich einfach gedacht: Wird schon passen. Und wenn ich zwischendurch nur Kleinigkeiten gegessen habe, war das für mich kein Problem. Ich habe mich einfach darauf verlassen, dass es mir gut geht.

Der Alltag zeigt mir die Realität

Heute merke ich im Alltag, dass Gesundheit mehr ist, als nur nicht krank zu sein. Zum Beispiel nach einer schlechten Nacht: Ich sitze im Unterricht und kann mich kaum konzentrieren, schaue ständig auf die Uhr und hoffe, dass die Stunde endlich vorbei ist.

Oder an Tagen, an denen ich mich nach der Schule nur von schnellen Snacks ernähre: Am Nachmittag liege ich dann auf dem Bett, fühle mich schlapp und habe keine Energie mehr – nicht einmal für Dinge, auf die ich mich eigentlich gefreut habe.

Auch beim Sport merke ich den Unterschied. Einmal bin ich völlig übermüdet zum Training gegangen. Schon beim Aufwärmen haben sich meine Beine schwer angefühlt, und ich war viel schneller außer Atem als sonst. In dem Moment habe ich gemerkt: Mein Körper kann nur leisten, was ich ihm gebe.

Was ich konkret anders mache

Ich versuche deshalb, bewusster zu leben. In der großen Pause gehe ich oft kurz raus, einfach um frische Luft zu bekommen und den Kopf freizubekommen. Nachmittags treffe ich mich mit Freunden oder gehe spazieren, statt nur drinnen zu sitzen.

Viermal die Woche mache ich Sport. Manchmal habe ich überhaupt keine Lust und würde lieber zuhause bleiben. Aber meistens merke ich schon nach den ersten Minuten, dass es mir guttut.

Auch beim Schlaf versuche ich, mehr darauf zu achten. Es klappt nicht immer, aber ich versuche zumindest, nicht jeden Abend viel zu lange wach zu bleiben – auch wenn das manchmal schwer ist.

Nicht perfekt, aber bewusster

Ich bin ehrlich: Ich halte mich nicht immer daran. Es gibt Abende, an denen ich doch wieder zu lange am Handy bin, oder Tage, an denen ich einfach keine Motivation habe.

Aber der Unterschied ist: Ich merke es sofort. Und oft reicht schon eine Kleinigkeit – ein kurzer Spaziergang, ein bisschen Bewegung oder einfach früher schlafen gehen – damit ich mich wieder besser fühle.

Warum es mir wichtig geworden ist

Gesundheit ist mir wichtig geworden, weil ich den Unterschied im Alltag direkt spüre. Es geht nicht darum, alles perfekt zu machen, sondern darum, mich insgesamt besser zu fühlen und mehr Energie zu haben – in der Schule, beim Sport und in meiner Freizeit.

Mein Blick heute

Früher habe ich Gesundheit als selbstverständlich gesehen. Heute weiß ich, dass das nicht stimmt. Auch wenn ich mich momentan gesund fühle, kann ich selbst viel dafür tun, dass es so bleibt – ohne mich dabei zu sehr unter Druck zu setzen.

MedUni Graz Logo

Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung durch die Medizinische Universität Graz.

Kommentare