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In Deutsch soll ich gendern, in Geschichte lieber nicht. Ist das nicht irre?

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Volontär · BRG Kufstein
15.04.2026
3 Min.

In Deutsch schreibe ich "Schüler*innen", in Geschichte nur "Schüler", und in Englisch ist es sowieso egal. Gendern in der Schule ist zum Minenfeld geworden, nicht wegen der Sprache selbst, sondern weil jeder Lehrer eigene Regeln hat und manche Mitschüler so tun, als ginge es um Leben und Tod. Spoiler: Geht es nicht.

Gendern oder ist es eh egal? (Foto: shutterstock)

Letzte Woche bekam ich einen Aufsatz zurück. Note: Zwei. Daneben ein Kommentar in Rot: „Bitte auf gendergerechte Sprache achten, Punktabzug.“ Ich hatte durchgehend „Schüler“ und „Lehrer“ geschrieben, ohne Sternchen, Doppelpunkt oder Binnen-I. Nicht aus Überzeugung, sondern weil ich einfach nicht daran gedacht hatte.

In der Pause haben wir darüber diskutiert. Die einen meinten, endlich achtet mal jemand darauf. Die anderen fanden es lächerlich, dafür Punkte abzuziehen. Ich saß dazwischen und dachte mir nur, dass es am Ende um ein kleines Zeichen geht.

Seitdem schreibe ich in Deutsch-Aufsätzen „SchülerInnen“ und „LehrerInnen“. Nicht, weil ich überzeugt bin, dass es viel verändert, sondern weil ich keine Lust auf Diskussionen habe. Die zwei Punkte sind es mir wert, und wirklich wichtig ist es mir nicht.

Die Fronten sind verhärtet und ich verstehe beide Seiten

Manche aus meiner Klasse gendern aus Überzeugung. Sie sagen, Sprache formt Denken, und wenn nur die männliche Form verwendet wird, werden andere unsichtbar. Das kann ich nachvollziehen.

Andere reagieren genervt, sobald jemand „Kolleg*innen“ sagt. Für sie wirkt es gekünstelt oder aufgezwungen. Auch das verstehe ich. Ich selbst liege irgendwo dazwischen. Wenn ich gendern soll, mache ich es. Wenn nicht, dann nicht. Es ist für mich kein großer Aufwand, aber auch kein Thema, das für mich besonders wichtig ist.

Was mich eher stört, ist, dass beide Seiten oft so tun, als wäre das eine Grundsatzfrage. Am Ende geht es immer noch um ein sprachliches Detail.

Unklare Regeln im Schulalltag

Das Schwierige ist, dass es keine einheitliche Regel gibt. Manche Lehrkräfte bestehen darauf, andere lehnen es ab, und manchen ist es egal. In Deutsch soll ich gendern, in Geschichte lieber nicht. Dadurch muss ich mir ständig merken, was gerade erwartet wird. Das wirkt weniger durchdacht und eher widersprüchlich.

Neulich hat eine Mitschülerin in einer Bio-Arbeit konsequent gegendert. Der Lehrer hat es durchgestrichen und dazugeschrieben, es sei unlesbar. Sie war sehr verärgert, und ich konnte das gut verstehen. Nicht wegen des Genderns selbst, sondern weil es unfair ist, wenn persönliche Meinungen die Bewertung beeinflussen.

Diskussionen ohne Ergebnis

In der Klasse haben sich zwei Lager gebildet. Gespräche darüber werden schnell emotional und führen selten zu einem echten Austausch.

Ich habe Freunde, die gendern, und andere, die es ablehnen. Beide sind mir wichtig, und ich merke, wie anstrengend es wird, wenn jede Seite versucht, die andere zu überzeugen.

Meine Haltung

Wenn ich gefragt werde, wie ich dazu stehe, sage ich ehrlich, dass es darauf ankommt. In der Schule halte ich mich an die Vorgaben, weil es einfacher ist. Privat schreibe ich so, wie es sich für mich richtig anfühlt. Mal so, mal so.

Ich glaube nicht, dass ein Sternchen die Welt verändert. Gleichzeitig sehe ich auch keinen großen Schaden darin. Für mich ist es eher eine pragmatische Lösung. Was ich schwierig finde, ist, wenn mir vorgeschrieben wird, wie ich sprechen oder schreiben soll. Das gilt für beide Seiten.

Mein Fazit

Ich setze ein Sternchen, wenn es verlangt wird, und lasse es weg, wenn es passt. Für mich ist das kein großes Thema. Es gibt viele Dinge, die mir wichtiger sind. Am Ende möchte ich einfach meine Aufgaben erledigen und meinen Alltag gut bewältigen. Ob mit oder ohne Gendersternchen macht für mich keinen entscheidenden Unterschied.



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