Gender-Health-Gap: wenn du als Frau nicht der "Norm" entsprichst

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Volontärin · Waldorfschule Salzburg
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30.08.2026
3 Min.

Männliche Körper sind seit Jahrzehnten der Standart in Studien der Medizin, doch dabei wird ganz vergessen, dass Frauen anders funktionieren. Laut einer Umfrage des Allianz Gesundheitsbarometers Österreich wünschen sich, Stand 2025, 71Prozent der Befragten eine stärker auf das Geschlecht abgestimmte medizinische Versorgung.

Bei Frauen gelten Symptome oft als Hysterie oder psychosomatisch bedingt. (Foto: Shutterstock)

Wenn eine Frau mit starken Brustschmerzen zum Arzt kommt, denkt nicht jeder automatisch an einen Herzinfarkt. Oft wird sie sogar als hysterisch abgeschrieben, oder ihre Beschwerden gelten als psychosomatisch bedingt. Ein Grund dafür ist, dass viele medizinische Erkenntnisse, Studien und Forschungen lange vor allem am durchschnittlichen männlichen Körper gewonnen wurden. Frauen waren in klinischen Studien häufig deutlich weniger vertreten und bestimmte Erkrankungen, die nur Frauen betreffen, wurden kaum erforscht. Die Folgen dieser Forschungslücke betreffen uns heute noch stark. Und sie haben einen Namen: Gender-Health-Gap.

Wieso gibt es den Gender-Health-Gap?

Entstanden ist der Gender-Health-Gap dadurch, dass viele Medikamente und Therapien auf der Basis von Studien entwickelt wurden deren Proband:innen überwiegend männlich sind. Der männliche Körper wurde in der Medizin als Norm betrachtet, da er einfacher zu erforschen war. Das liegt daran, dass der weibliche Körper mehr hormonelle Schwankungen aufweist und so über Jahrzehnte der durchschnittliche Mann als medizinischer Standart galt.

Der Gender-Health-Gap bezeichnet diese Datenlücke, die in der Medizin, Diagnostik, Behandlung und Gesundheitsforschung zwischen dem männlichen und weiblichen Geschlecht entstanden ist. Diese Lücke hat gravierende Folgen in der Gesundheit von vor allem Frauen.

Wieso ist das gefährlich?

Der Gender-Health-Gap kann bei Frauen eine falsche Behandlung bewirken, stark verzögerte Diagnosen verursachen oder auch der Grund sein, wieso manche Krankheiten, die nur Frauen betreffen wie zum Beispiel Endometriose viel zu wenig erforscht sind.

Dies lässt sich besonders gut bei Herzkrankheiten feststellen. Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems werden nach wie vor als typische Männerkrankheiten dargestellt, stellen aber mit 37 Prozent die Todesursache Nummer 1 bei Frauen dar. Bei Frauen wird ein Herzinfakt oft zu spät erkannt, weil die Forschung jahrelang auf den männlichen Körper ausgelegt war. Weibliche Körper zeigen die Symptome eines Herzinfaktes oft etwas anders oder vermindert und die Beschwerden werden häufig von medizinischem Fachpersonal als Stress, Angst oder Einbildung abgetan. Dadurch werden Frauen, die von einem Herzinfakt betroffen sind, im Schnitt später ins Krankenhaus eingewiesen und das Risiko, an einem akuten Herzinfakt zu sterben, ist bei Frauen dadurch deutlich erhöht.

Ähnlich ist das auch bei Endometriose. Die schmerzhafte, chronische Krankheit, die nur Frauen betrifft braucht im Schnitt 6 bis 10 Jahre, bis eine Diagnose zustande kommt. Die verstärkten Periodenschmerzen werden als "normal" abgetan und Symptome auf Stress, Einbildung und noch vieles mehr geschoben. Das liegt auch wieder daran, dass frauenspezifische Erkrankungen und der weibliche Zyklus unterrepräsentiert, untererforscht und unterfinanziert sind.

Was kann man dagegen machen?

Es hat sich in den letzten Jahren schon viel gebessert aber da geht noch mehr. Forschung, Ausbildung, Politik und wir alle müssen daran arbeiten diese Gesundheitslücke endlich zu schließen

Studien müssen gesetzlich dazu verpflichtet werden, weibliche Probanden und Tiere gleichermaßen in die klinischen und vorklinischen Studien mit einzubeziehen. Die Lehrpläne im Medizinstudium müssen geschlechtsspezifische Symptome der biologischen Geschlechter stärker in den Unterricht einbauen sodass, das Fachpersonal später den Menschen spezifischere Hilfe anbieten kann. Frauenkrankheiten wie Endometriose oder Menopause müssen stärker finanziert werden und wir alle müssen Stereotype abbauen indem wir nicht einfach davon ausgehen das eine Frau wenn sie von ihren Schmerzen redet übertreibt oder Einbildungen hat. Denn solche Stereotype enstehen früh und können auch schon uns Jugendliche betreffen.

Gendermedizin hilft nicht nur Frauen sondern allen, denn desto geschlechterspezifischer die Forschung wird, desto besser wirken Medikamente und Behandlungen in unseren Körpern und das gilt für jeden auch für Männer.








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