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Vom Garten bis zur Werkstatt: Was ich von meinem Opa über Geld lerne

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13.03.2026
3 Min.

Mein Opa zeigt mir, Geld klug auszugeben. Als Selbstversorger repariert und nutzt er Dinge, statt sie wegzuwerfen, baut eigenes Gemüse an und spart so auf vielen Ebenen. Von ihm habe ich gelernt, bewusst mit Geld und Ressourcen umzugehen und dass Kreativität oft mehr bringt als alles neu zu kaufen.

Geht mal was kaputt, weiß sich mein Opa immer zu helfen (Foto: Shutterstock)

Mein Vorbild im Umgang mit Geld ist mein Opa. Er ist Selbstversorger und lebt in vielen Bereichen sehr unabhängig. In seinem Garten baut er viel Gemüse und Obst selbst an und hält ein paar Hühner für frische Eier. Fast alles, was er braucht, stellt er selbst her oder repariert, was kaputt ist. Überschüssiges Obst und Gemüse konserviert er, indem er es einkocht, einfriert oder trocknet. Dadurch muss er viele Dinge gar nicht erst kaufen, lebt nachhaltig und gewinnt gleichzeitig ein Stück Unabhängigkeit von Supermärkten oder Inflation.

Einfach ein Multitalent

Schon als ich klein war, habe ich meinen Opa bewundert. Ich erinnere mich noch genau, wie ich neben ihm in der Werkstatt stand, während er Dinge reparierte. Einmal ist ein Barhocker gebrochen. Viele hätten ihn einfach weggeworfen. Aber mein Opa schüttelte nur den Kopf und sagte: „Keine Sorge, das kriegen wir hin.“ Ich durfte ihm zusehen, wie er Schrauben sortierte, Holzstücke zusammensetzte und alles präzise kontrollierte. Ich hielt das Holz, reichte Werkzeuge und staunte darüber, wie ruhig und geschickt seine Hände waren. Am Ende wackelte nichts mehr und ich fühlte mich riesig stolz, weil wir das zusammen geschafft hatten.

Ähnlich war es, wenn ein Fahrrad kaputtging. Schon damals durfte ich ihm helfen: die Kette einlegen, Bremsen prüfen, Schrauben festziehen. Ich erinnere mich noch genau, wie er mir jeden Schritt erklärte, während ich versuchte, nichts falsch zu machen. Auch kleine Dinge wie verstopfte Abflüsse oder kaputte Möbel konnte ich mir kaum vorstellen, aber mein Opa machte sie wieder heil. Schon als Kind habe ich so gesehen, wie Geduld, Kreativität und handwerkliches Geschick zusammenkamen und wie man damit so viel selbst erledigen kann, ohne gleich etwas Neues zu kaufen.

Unabhängigkeit gibt Kraft

Von ihm habe ich gelernt, dass man nicht alles sofort ersetzen muss. Oft lohnt es sich, geduldig zu sein, kreativ zu werden und selbst eine Lösung zu finden. Ich habe gesehen, dass er sogar alte Kleidung flickt, Gläser wiederverwendet und Reste vom Gemüse einfriert, um sie später zu verwenden. Alles wird bei ihm so lange wie möglich genutzt, bevor etwas Neues angeschafft wird. Auf diese Weise spart er nicht nur Geld, sondern sichert sich auch ein Stück Selbstständigkeit.

Seitdem achte ich selbst mehr darauf, wofür ich Geld ausgebe. Ich überlege jetzt öfter, ob ich etwas wirklich brauche oder ob ich es auch reparieren oder wiederverwenden kann. Ich habe angefangen, kleine Dinge selbst zu reparieren, wie zum Beispiel gebrochene Gegenstände, statt sie gleich zu ersetzen. Mein Opa zeigt mir, dass ein kluger Umgang mit Geld nicht nur bedeutet zu sparen, sondern auch bewusst zu leben, Ressourcen zu schätzen, kreativ zu sein und dadurch unabhängiger zu werden.

Ein Erbe fürs Leben

Am meisten beeindruckt mich, dass diese Art zu leben nicht nur praktische Vorteile hat, sondern auch Werte vermittelt. Durch ihn habe ich gelernt, dass Geld nicht nur eine Zahl auf dem Konto ist, sondern dass Geduld, Kreativität und Selbstständigkeit genauso wertvoll sein können. Diese Lektionen nehme ich jeden Tag mit und versuche, sie in meinem eigenen Leben umzusetzen, ein kleines Stück seines Denkens begleitet mich dabei, unabhängig und verantwortungsvoll mit Geld und Ressourcen umzugehen.

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Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung durch die Kammer der Steuerberater:innen und Wirtschaftsprüfer:innen

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