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Geld ist überall, aber in der Schule lernen wir wenig darüber. Das müssen wir ändern

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16.02.2026
2 Min.

Eine 18-jährige Schülerin kauft sich ihr erstes teures Smartphone auf Raten und zahlt am Ende deutlich mehr als gedacht. Der Fall zeigt, wie schnell junge Menschen finanzielle Entscheidungen treffen, ohne ausreichend vorbereitet zu sein. Warum finanzielle Bildung in der Schule daher wichtiger denn je ist, wird im folgenden Text deutlich.

Wir wissen viel zu wenig über Geld. (Foto: Marie-Michèle Bouchard / unsplash)

Stell dir eine 18-jährige Schülerin vor, nennen wir sie Anna. Zu ihrem Geburtstag bekommt sie etwas Geld von ihrer Familie, ein bisschen hat sie selbst angespart. Schon lange wünscht sie sich das neueste Smartphone: glänzendes Display, perfekte Kamera, alle ihre Freundinnen haben es bereits. Im Geschäft wirkt das Angebot verlockend: „Nur 35 Euro im Monat!“ Das klingt machbar, fast harmlos. Also unterschreibt sie den Vertrag.

Hohe Kosten: Wie war das nur möglich?

Am Anfang fühlt es sich großartig an. Anna postet Fotos, schreibt Nachrichten, genießt das Gefühl, sich etwas „Eigenes“ geleistet zu haben. Doch nach ein paar Monaten merkt sie, dass jeden Monat fix Geld von ihrem Konto abgeht. Zusätzlich kommen noch Gebühren dazu. Als sie nachrechnet, stellt sie fest: Durch Zinsen und weitere Kosten zahlt sie am Ende deutlich mehr, als das Handy ursprünglich gekostet hat. Sie hatte nicht genau verstanden, was sie unterschrieben hat, die monatliche Rate klang einfach zu klein, um ein Problem zu sein.

Und genau hier beginnt das eigentliche Thema. Ganz ehrlich: Wir lernen in der Schule, wie wir Gedichte analysieren oder komplizierte Formeln lösen, aber nicht, wie wir mit Geld umgehen. Dabei betrifft uns das viel direkter. Schon wir als Jugendliche treffen finanzielle Entscheidungen – oft, ohne wirklich vorbereitet zu sein.

Jugendliche haben wenig Ahnung von Wirtschaft

Eine Studie der OECD zeigt zum Beispiel, dass nur etwa 57 Prozent der Jugendlichen über grundlegende Finanzkenntnisse verfügen. Das bedeutet: Fast jede bzw. jeder Zweite von uns weiß nicht genau, wie Zinsen funktionieren oder was bei einem Kredit passieren kann. Laut Statistik Austria haben junge Erwachsene in Österreich häufig mehrere Tausend Euro Schulden, etwa durch Konsumkredite oder Ratenzahlungen.

Mehr Unterricht über Geld und Wirtschaft könnte genau solche Situationen verhindern. Wir könnten lernen, wie wir ein Budget planen, wie schnell sich Schulden aufbauen können und warum Sparen wichtig ist. Studien zeigen außerdem, dass Menschen mit Finanzwissen seltener Schuldenprobleme haben und mehr Geld zur Seite legen.

Außerdem betrifft Wirtschaft nicht nur unser eigenes Konto, sondern die gesamte Gesellschaft. Themen wie Inflation oder steigende Preise betreffen uns alle. Wenn wir verstehen, warum Preise steigen, können wir Entwicklungen besser einordnen und bewusstere Entscheidungen treffen.

Schule soll uns auf das Leben vorbereiten. Deshalb wäre es sinnvoll, wenn Geld und Wirtschaft mehr Platz im Unterricht bekämen. Denn finanzielle Bildung entscheidet nicht nur darüber, wie viel Geld wir haben, sondern auch darüber, wie sicher und unabhängig wir leben können.

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