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Gefangen im perfekten Körper - Wie Klischees und Vorurteile das Selbstbild der Frau zerstören

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Volontärin · Don Bosco Schulen Vöcklabruck, HLW & BAfEP
11.02.2026
3 Min.

Körperbaue sind so unterschiedlich und individuell. Jeder muss sich mit seinem Körper auseinandersetzten da es kein allgemein geltendes "Rezept" gibt. Man muss seinen Körper kennen, auf ihn hören und ihn schätzen.

Unsere Körper sind genauso unterschiedlich wie wir. (Foto: o.A.)

„Hab keine Angst vor der Perfektion – du wirst sie nie erreichen.“ Diese Aussage des spanischen Malers und Bildhauers Salvador Dali (1904–1989) finde ich sehr treffend. Gerade mit dem Aussehen unseres eigenen Körpers sind wir Frauen meist am strengsten. Unsere Körper sind aber genauso vielfältig wie wir. Und das ist gut so! Wichtig ist es, seinen Körper zu kennen und zufrieden mit ihm zu sein. Zufriedenheit trägt nämlich einen entscheidenden Teil zu unserer psychischen Gesundheit bei.

Zu oft kritisieren wir unseren Körper oder zumindest einzelne Stellen davon oder fühlen uns verunsichert. Jedoch machen gerade diese körperlichen Unterschiede jeden von uns individuell. Warum dann also uns und andere kritisieren?

Nicht hilfreich, um unsere Zufriedenheit mit unserem eigenen Aussehen zu steigern, sind die unterschiedlichen Klischees, welche oft mit Körperformen einhergehen. Ein bekanntes Beispiel ist: „Wer schlank ist, ist glücklich.“ Dies ist, wie den meisten bekannt sein sollte, nicht immer eine wahre Aussage.

Jeder Körperbau bringt meiner Meinung nach Vor- und Nachteile mit sich. Um weitere Meinungen einzuholen, habe ich online eine Umfrage zum Thema Körperformen erstellt. Dabei haben 94 Mädchen und Frauen bis 60 Jahre teilgenommen.

96 Prozent der Befragten sehen in bestimmten Körperformen Nachteile. Diese Nachteile sind oft bezogen auf fülligere Personen, beispielsweise führen die Teilnehmenden Atemlosigkeit bei Belastung an.

Jedoch kann auch ein schlanker Körperbau einige Nachteile mit sich bringen. Da die Diskussionen zum Thema das oft übersehen, möchte ich, als genetisch bedingt sehr schlanke Person, hier aus eigener Erfahrung ein Beispiel anführen.

Sehr oft kontrolliere ich, ob ich auch genügend gegessen habe, beziehungsweise ob ich einen Müsliriegel oder eine andere Kleinigkeit mithabe, falls der Kreislauf kippt. Das ist leider relevant, da es (sehr) schlanken Körpern meist einfach nicht möglich ist, Reserven anzulegen.

Klischees und bestimmte „Symptome“ treffen aber natürlich nicht auf jeden zu. Selbst mit ähnlichen Körperformen können unterschiedliche Beschwerden auftreten. Wichtig ist es, zwischen wirklichen Nachteilen eines Körperbaus und bloßen Vorurteilen unterscheiden zu können. Sämtliche extremen Körperformen können (ernsthafte) Gesundheitsrisiken bergen. Dessen sollten wir uns bewusst sein.

In meiner Umfrage bot ich den teilnehmenden Frauen an, einen Aspekt einzubringen, der ihnen besonders am Herzen liegt. Viele von ihnen führten folgende Aussage an: Jeder Körper sei perfekt und niemand könne etwas für seinen Körper.

Die Erbanlagen können wir uns nicht aussuchen. Jedoch kann und sollte jeder Mensch etwas für seinen Körper tun. Denn egal welche Gene man vererbt bekommen hat, es hat jede und jeder selbst in der Hand, das Beste aus seinem Körper zu holen und ihn gesund zu halten.

Den Teilnehmerinnen der Umfrage war noch ein anderer Punkt wichtig. Körperformen, die nicht gängigen Schönheitsidealen entsprechen, erlitten oft eine ungerechte Behandlung in der Gesellschaft. Zudem hätten Frauen oft das Gefühl, es niemandem recht machen zu können. Unabhängig vom Aussehen.

Ein weiteres Ergebnis der Umfrage war der Wunsch, sich intensiver mit dem Thema des Körperbildes und mit den dazu gehörigen Vorurteilen zu beschäftigen. Nur so lasse sich eine Lösung erzielen.

Wir sind alle unterschiedlich und wir müssen uns alle mit verschiedenen körperbezogenen Themen auseinandersetzen. Es geht jedem von uns ähnlich. Das einzig Entscheidende am Ende des Tages ist, seinen Körper zu akzeptieren, wertzuschätzen und ihn zu pflegen.



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