TikTok öffnen, kurz durch Instagram scrollen oder „nur schnell“ ein YouTube-Video anschauen — das gehört inzwischen auch bei mir ganz normal zum Alltag. Vor ein paar Tagen wollte ich eigentlich nur kurz auf TikTok gehen, bevor ich schlafen gehe. Als ich mein Handy in die Hand nahm, war es kurz nach zehn. Als ich das nächste Mal auf die Uhr schaute, war es plötzlich nach Mitternacht. Das Verrückte daran war: Ich hatte wirklich das Gefühl, erst seit ein paar Minuten zu scrollen.
Genau solche Momente bringen mich immer wieder dazu, darüber nachzudenken, wie stark Social Media meine Aufmerksamkeit festhält. Oft öffne ich eine App nur wegen einer Nachricht oder aus Langeweile — und plötzlich lande ich bei Videos, die nichts mehr mit dem ursprünglichen Grund zu tun haben. Ich merke manchmal gar nicht, wie automatisch das passiert.
Besonders auffällig finde ich, wie schnell ich dabei komplett abschalte. Ein Video geht vorbei, sofort startet das nächste und irgendwo denke ich die ganze Zeit: „Nur noch eins.“ Aber genau daraus wird dann oft eine endlose Reihe von Videos. Erst wenn mein Akku fast leer ist oder ich zufällig auf die Uhr schaue, merke ich, wie viel Zeit vergangen ist.
Trotzdem verstehe ich auch, warum Social Media so beliebt ist. Ich schicke Freunden Videos, lache über Memes oder bekomme Trends und Nachrichten oft schneller mit als irgendwo anders. Manchmal finde ich dort sogar richtig kreative oder interessante Inhalte, die ich ohne Social Media nie gesehen hätte.
Gleichzeitig merke ich aber auch, wie anstrengend diese dauernde Online-Welt sein kann. Auf Instagram oder TikTok sieht alles perfekt aus: Menschen reisen ständig, sehen immer gut aus oder erleben scheinbar nonstop etwas Besonderes. Obwohl ich eigentlich weiß, dass dort meistens nur die besten Momente gezeigt werden, vergleiche ich mich manchmal trotzdem damit.
Ich glaube deshalb nicht, dass Social Media nur schlecht ist. Für mich kommt es eher darauf an, bewusster damit umzugehen. Nicht jedes Mal automatisch das Handy in die Hand zu nehmen, sobald es kurz langweilig wird.
Denn ehrlich gesagt wäre es manchmal wahrscheinlich besser, einfach offline zu gehen — zumindest bevor aus „nur kurz schauen“ wieder mitten in der Nacht wird.
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