Elias schaut sich Kleidung an, probiert etwas an und geht danach mit mir durch weitere Geschäfte. Wir suchen auch nach Schuhen, kaufen aber nicht einfach gezielt ein und fahren anschließend wieder nach Hause. Später setzen wir uns in den Gastrobereich und essen gemeinsam. Der Besuch in der Shopping City Süd ist für den 17-Jährigen zugleich Einkauf und gemeinsame Freizeit.
„Wenn ich mit Freunden hier bin, gehen wir nicht nur in ein Geschäft, kaufen etwas und fahren wieder heim“, erzählt Elias während unseres Rundgangs. „Meistens schauen wir herum und essen danach noch etwas.“ Manchmal bleibt er dadurch drei oder vier Stunden. Wenn er nur etwas Bestimmtes benötigt, kann der Besuch dagegen bereits nach einer Stunde vorbei sein.
Alles an einem Ort
Elias kommt mehrmals im Jahr in die SCS. Besonders praktisch findet er die große Auswahl. Wenn er noch nicht weiß, was er kaufen möchte, kann er verschiedene Geschäfte und Produkte miteinander vergleichen. Nur bei besonders großem Andrang wird der Besuch für ihn anstrengend.
Das Internet hat sein Einkaufsverhalten bereits verändert. Kennt er ein Produkt und die passende Größe, bestellt er es manchmal lieber online. Kleidung möchte er weiterhin anprobieren. Das Einkaufszentrum bietet ihm außerdem etwas, das ein Onlineshop nicht liefern kann.
„Wahrscheinlich würde mir dieser Ort fehlen, wo du gleichzeitig einkaufen, essen und einfach mit Freunden Zeit verbringen kannst“, sagt Elias. „Online kannst du zwar dasselbe Produkt bestellen, aber du triffst dich deswegen nicht mit jemandem.“
Als Einkaufen noch ein Ausflug war
Mein Onkel Franz ist 56 Jahre alt und kennt die SCS bereits seit seiner Jugend. Heute kommt er alle paar Monate, meistens dann, wenn er mehrere Dinge benötigt. Auch an diesem Tag schaut er nach Kleidung und Schuhen und besucht verschiedene Geschäfte.
„Dass ich sehr viele Geschäfte an einem Ort habe“, schätzt Franz besonders. Wenn er etwas Bestimmtes sucht, müsse er dadurch nicht durch ganz Wien fahren. Gleichzeitig empfindet auch er die SCS bei großem Andrang als laut und anstrengend.
In seiner Jugend fühlte sich der Besuch jedoch anders an. „Früher war die Fahrt in die SCS für uns wirklich ein Ausflug“, erinnert er sich. „Wir sind nicht wegen eines einzigen bestimmten Produkts hingefahren, sondern haben dort mehrere Stunden verbracht und geschaut, was es überhaupt gibt.“
Heute informiert sich Franz häufig bereits vor der Fahrt im Internet. Er kann Preise vergleichen und prüfen, welches Geschäft ein Produkt anbietet. Früher sei man eher hingefahren und habe sich überraschen lassen. „Vielleicht war dieses Gefühl besser, dass Einkaufen noch mehr ein Erlebnis war. Man wusste vorher nicht schon durch das Internet, was einen erwartet.“
Bequemlichkeit ersetzt keine Begegnung
Bestimmte Produkte bestellt auch Franz mittlerweile online. Bei Kleidung und Schuhen möchte er weiterhin sehen und ausprobieren, was er kauft. Die SCS ist für ihn heute hauptsächlich ein praktischer Einkaufsort. Mit anderen gemeinsam gehört für ihn aber auch ein Essen oder Getränk zum Besuch.
Zwischen Elias und Franz liegen 39 Jahre. Trotzdem schätzen beide denselben Vorteil: Viele Geschäfte befinden sich an einem Ort und Produkte können unmittelbar verglichen werden. Verändert hat sich vor allem, was bereits vor der Fahrt passiert. Preise, Verfügbarkeit und Auswahl lassen sich heute am Handy überprüfen.
Während wir nach dem Rundgang gemeinsam essen, zeigt sich aber auch, was gleich geblieben ist. Elias kommt wegen Kleidung und verbringt dabei Zeit mit Freunden. Franz fährt gezielter hin als früher, bleibt in Begleitung jedoch ebenfalls länger. Vieles könnten beide online bestellen. Zusammensitzen, reden und gemeinsam durch die Geschäfte gehen lässt sich nicht nach Hause liefern.
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