Wenn Elias am Wochenende arbeitet, hat er ein klares Ziel vor Augen: den Führerschein. Ein großer Teil seines Gehalts landet nicht auf dem Konto für Urlaub oder Kleidung, sondern wird für Fahrstunden gespart.
„Ich freue mich schon aufs Autofahren. Aber jedes Mal, wenn ich sehe, was eine Fahrstunde kostet, merke ich, wie teuer das inzwischen geworden ist“, sagt der 17-Jährige.
Mit dieser Erfahrung ist er nicht allein. Viele Jugendliche merken, dass der Weg zum Führerschein immer teurer wird. Neben Fahrstunden und Prüfungsgebühren spielen auch höhere Lohnkosten und steigende Betriebskosten der Fahrschulen eine Rolle.
Sparen statt spontan ausgeben
Auch Diego (18) spart seit Monaten auf den Führerschein. Er arbeitet neben der Schule und legt regelmäßig Geld zur Seite.
„Früher haben meine Eltern erzählt, dass der Führerschein deutlich günstiger war. Heute muss man sich gut überlegen, ob man sich das leisten kann“, erzählt er.
Trotz der hohen Kosten möchte er den Führerschein machen. Gerade außerhalb der Stadt sei das Auto oft die schnellste Möglichkeit, zur Arbeit oder zur Universität zu kommen.
Für Manche gehört der Führerschein zur Selbstständigkeit
Niko (18) wohnt außerhalb Wiens und sieht den Führerschein als Investition in die Zukunft.
„Mit Bus und Bahn komme ich zwar überall hin. Aber mit dem Auto bin ich viel flexibler. Deshalb spare ich lieber länger, als ganz darauf zu verzichten.“
Für ihn gehört der Führerschein zum Erwachsenwerden. Gleichzeitig findet er, dass die Ausbildung für viele Jugendliche finanziell immer schwieriger wird.
Warum die Ausbildung teurer wird
Nicht nur die gestiegenen Spritpreise belasten Fahrschulen. Auch höhere Lohnkosten und ein Mangel an Fahrlehrerinnen und Fahrlehrern treiben die Preise nach oben. Branchenvertreter fordern deshalb seit Längerem Reformen bei der Ausbildung neuer Fahrlehrkräfte, um den Beruf attraktiver zu machen.
Je nach Fahrschule kostet der Führerschein der Klasse B heute häufig zwischen 2.000 und 3.000 Euro. Zusätzliche Fahrstunden oder Wiederholungsprüfungen können die Kosten weiter erhöhen.
Freiheit hat ihren Preis
Für Elias, Diego und Niko steht trotz der steigenden Kosten fest, dass sie den Führerschein machen wollen. Sie sehen ihn nicht als Luxus, sondern als wichtigen Schritt in Richtung Selbstständigkeit.
Der Traum vom ersten eigenen Auto beginnt heute deshalb oft nicht auf der Straße. Sondern mit vielen Stunden Arbeit, Sparen und der Hoffnung, dass die nächste Fahrstunde nicht schon wieder teurer geworden ist.
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