In den Osterferien war ich mit meinen Eltern in Niederösterreich auf Urlaub. Eines Morgens gingen wir in einen Bäcker, um dort zu frühstücken. Schon beim Eintreten schlug uns der Duft von frischem Brot, süßem Gebäck und Kaffee entgegen. Der Raum war jedoch bis auf den letzten Platz gefüllt, kein einziger Tisch war frei. Wir standen kurz unschlüssig da und wollten gerade wieder gehen, als mir plötzlich ein Mann mittleren Alters auf die Schulter tippte.
„Setzts euch zu mir, ich bin eh gleich fertig“, sagte er mit einem freundlichen Lächeln im Dialekt.
Ich war überrascht von seiner Offenheit, bedankte mich und wir nahmen dankbar Platz an seinem Tisch. Aus dem geplanten schnellen Frühstück wurde unerwartet eine gemeinsame Pause. Schon nach wenigen Minuten kamen wir ins Gespräch. Der Mann erzählte, dass er als Kellner in einem Buschenschank in der Gegend arbeitet. Der Name kam uns sofort bekannt vor, dort waren wir tatsächlich schon einmal essen gewesen.
Je länger wir redeten, desto mehr fühlte sich die Begegnung nicht mehr zufällig an. Er gab uns Tipps für Ausflüge in der Umgebung und erzählte kleine Geschichten aus dem Alltag dort. Wir wiederum berichteten ihm, dass wir früher eine Wohnung in Gumpoldskirchen hatten und deshalb schon seit vielen Jahren nach Niederösterreich kommen.
Die Zeit verging dabei viel schneller, als ich gedacht hatte. Irgendwann musste der Mann aufbrechen. Er verabschiedete sich freundlich, wir bedankten uns für das Gespräch, und dann war er wieder Teil des Trubels im Bäcker, als wäre nichts gewesen.
Als wir später hinausgingen, blieb dieses Frühstück noch lange in meinen Gedanken. Es war nur eine kurze Begegnung, aber sie zeigte mir, wie einfach es sein kann, mit einem fremden Menschen ins Gespräch zu kommen. Und wie viel freundlicher ein Morgen werden kann, wenn jemand einfach sagt: „Setzts euch zu mir.“
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