Im Gegensatz zu den jüngsten Rennen ging McLaren gestern auf Nummer sicher: beide Fahrer starteten mit unterschiedlichen Strategien ins letzte Rennen. Schon nach wenigen Kurven attackierte Piastri seinen Teamkollegen und überholte ihn. Norris blieb ruhig und verteidigte seine Position gegen Charles Leclerc (Ferrari), da ihm der dritte Platz für den Weltmeistertitel reichte.
Das Rennen verlief relativ ruhig, bis Norris nach einem Reifenwechsel auf Yuki Tsunoda (RedBull) stieß, der sich gemäß seiner Anweisungen breit machte, um das Überholmanöver zu erschweren. Trotzdem kam Norris vorbei und Tsunoda kassierte für sein Verhalten fünf Sekunden Zeitstrafe. Auch Norris Verhalten wurde überprüft, da er kurzzeitig abseits der Strecke war, allerdings sah die Rennleitung da kein Fehlverhalten.
Am Ende fuhr Verstappen als erster ins Ziel, gefolgt von Piastri. Beide verfolgten eine Ein-Stopp-Strategie, während Norris zwei Stopps hatte.
Weltmeister
Norris überquerte als dritter die Ziellinie, was ausreichte, um den Titel einzuheimsen. Mit Tränen in den Augen bedankte er sich beim Team und seiner Familie. Somit ist er der 35. Weltmeister der Formel-1-Historie.
Für ihn sei ein Traum wahr geworden, sagte Norris. Mit der Unterstützung seiner Eltern hätte er es heute hinbekommen. „Man steckt viel hinein in so eine Saison, es gab viele Hochs und Tiefs", sagte er. "Aber das ist egal am Schluss, wenn du ganz oben stehst, passt alles“
Erfolg mit langer Vorgeschichte
Dieser Erfolg hatte eine lange vorgeschichte: Seit bereits sieben Jahren fährt Norris in der Formel 1, seinen ersten Grand Prix Sieg hatte er erst vergangenes Jahr in Miami. Er habe sich sehr weiterentwickelt, betonte er. Während er in der vergangenen Saison an Renntagen noch nervös war – so nervös, dass er kaum essen oder trinken konnte – ging er diese Saison ruhiger und konzentrierter an. Trotz Aufruhr um die umstrittenen „Papaya Rules“ war es ihm wichtig, dass Leute ihn sehen.
Verstappen verpasste den diesjährigen Weltmeistertitel um nur zwei Punkte und konnte sich somit nicht seinen fünften Titel in Folge sichern. Besonders in der zweiten Hälfte der Saison arbeitete sich Red Bull stark nach vorne und der Niederländer konnte einen Rückstand von 104 Punkten gutmachen. Piastri führte die Weltmeisterschaft für mehr als sechs Monate an, am Ende reichte es nur für Platz 3.
Gratulationen
Nach dem Rennen gab es viele Glückwünsche für Lando Norris. Verstappen riet ihm, mit seiner Familie und dem Team zu feiern. Sein Teamkollege Oscar Piastri erklärte mit gemischten Gefühlen: „Es war eine unglaubliche Saison im Vergleich zu den ersten zwei Jahren, die ich in der Formel 1 hatte. Das war definitiv ein riesiger Schritt nach vorne. Es gibt immer noch Schritte zu gehen, aber es war auch eine sehr verdiente Weltmeisterschaft von Lando.“ Auch die anderen Fahrer, unter anderem sein ehemaliger Teamkollege Carlos Sainz, gratulierten dem Briten.
Ausblick
Jetzt freuen sich die meisten Fahrer erstmal auf eine Auszeit und ein schönes Weihnachtsfest, bevor es nächstes Jahr wieder aufs Neue losgeht, allerdings mit einigen technischen Neuerungen, wie etwa die Ersetzung des DRS durch neue Systeme. Auch wir sagen Danke für diese tolle und spannende Saison und freuen uns schon auf 2026!
Kommentare
Cooler Artikel!