Jetzt, wo endlich Sommerferien sind, können wir herunterkommen, uns entspannen und den Schulstress hinter uns lassen. Doch wie ist das eigentlich, wenn ein Teil der Familie im Ausland lebt?
Natürlich freue ich mich jedes Mal, alle wiederzusehen. Es ist Urlaub, und trotzdem fühlt sich etwas anders an. Nicht die Menschen sind anstrengend. Eher alles zusammen.
Schon die vielen Begrüßungen, Umarmungen und Gespräche sind für mich ungewohnt. Danach verbringt man Tage oder sogar Wochen fast nur miteinander. Andere Menschen sehe ich in dieser Zeit kaum. Für viele ist das das Schönste am Urlaub, für mich wird es irgendwann einfach zu viel.
Auch Stille kann Freude sein
Weil wir uns oft mindestens ein ganzes Jahr nicht sehen, möchten natürlich alle möglichst viel Zeit miteinander verbringen. Am Ende sitzen alle zusammen, lachen und erzählen. Und ich?
Ich sitze meistens einfach da.
Nicht, weil ich keine Lust habe oder mich nicht freue. Sondern weil ich genau so bin. Ich höre lieber zu, als ständig zu reden. Und genau deshalb bin ich froh, dass meine Familie das akzeptiert. Niemand erwartet von mir, plötzlich der lauteste Mensch im Raum zu sein, auch wenn ich‘s als Kind war.
Vielleicht ist genau das meine Beobachtung:
Man kann sich auf etwas freuen und gleichzeitig merken, dass es einen Kraft kostet. Urlaub bedeutet eben nicht für jeden dasselbe. Für manche ist Erholung ganz viel Zeit mit anderen Menschen. Für andere gehört auch ein bisschen Ruhe dazu.
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