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Ferialjob oder Reisen , wie erweitert ihr euren Horizont?

Ferialjob oder Reisen, viele von uns stehen in den Sommerferien vor dieser Entscheidung. Während ein Job erste Einblicke in die Arbeitswelt gibt, kann eine Reise neue Kulturen und Lebensweisen zeigen. Was erweitert den Horizont mehr?

Es kommt darauf an, wie offen wir für Neues sind. Erst danach stellt sich die Frage, ob Reisen oder Jobben die bessere Wahl ist. (Foto: Shutterstock)

Ich habe letzten Sommer selbst meinen ersten Ferialjob gemacht. Ich habe bei der Firma Cura in Innsbruck im Büro im Bereich Marketing gearbeitet. Dort gehörten unter anderem die Betreuung von Social-Media-Kanälen sowie das Erstellen und Veröffentlichen von Beiträgen zu meinen Aufgaben. Cura entwickelt, produziert und vertreibt Kosmetik- und Parfümprodukte sowie eigene Beauty-Marken.

Für mich war es interessant, in die Arbeitswelt hineinzuschnuppern und zu sehen, wie ein normaler Arbeitstag abläuft. Dabei habe ich gemerkt, dass viele Aufgaben mehr Verantwortung verlangen, als ich zunächst gedacht hatte. Diese Erfahrung hat mir einen besseren Einblick in das Berufsleben gegeben.

Geld oder neue Orte?

Durch diese Erfahrung habe ich mich auch gefragt, was den eigenen Horizont eigentlich stärker erweitert: Arbeiten oder Reisen? Sommerferien bedeuten für viele von uns Freiheit, Ausschlafen und endlich keine Schularbeiten. Gleichzeitig stellt sich die Frage: Soll ich arbeiten gehen und Geld verdienen oder lieber reisen und neue Orte kennenlernen? Beides kann den eigenen Horizont erweitern, aber auf unterschiedliche Weise.

Ein Ferialjob klingt für manche zunächst nicht besonders spannend. Während andere am See liegen oder verreisen, steht man vielleicht im Supermarkt, im Büro, in einem Café oder in einer Firma. Trotzdem können genau solche Erfahrungen sehr wertvoll sein. Man lernt, pünktlich zu sein, Verantwortung zu übernehmen und mit anderen Menschen zusammenzuarbeiten. Gerade als Schülerin einer HAK kann ein Ferialjob auch zeigen, wie Wirtschaft im echten Leben funktioniert. Dinge, die man in der Schule theoretisch lernt, bekommen plötzlich eine praktische Bedeutung.

Neuer Blick aufs Geld

Außerdem verändert ein Ferialjob oft den Blick auf Geld. Wer mehrere Tage gearbeitet hat, überlegt meist genauer, wofür das verdiente Geld ausgegeben wird. Viele Jugendliche merken nach ihrem ersten Ferienjob, dass hinter jedem Euro Arbeit steckt. Dadurch lernt man, Geld bewusster einzusetzen.

Reisen erweitert den Horizont dagegen auf eine andere Weise. Wer reist, lernt neue Länder, Kulturen und Lebensweisen kennen. Man verlässt die gewohnte Umgebung und merkt, dass nicht überall alles so funktioniert wie zu Hause. Besonders wenn man selbst planen muss, öffentliche Verkehrsmittel nutzt oder sich in einer fremden Sprache verständigt, wird man selbstständiger. Reisen kann außerdem helfen, offener zu werden und Vorurteile abzubauen.

Trotzdem ist Reisen nicht automatisch lehrreicher als Arbeiten. Ein All-inclusive-Urlaub, bei dem man die meiste Zeit am Pool verbringt, erweitert den Horizont wahrscheinlich weniger als ein Ferialjob, bei dem man täglich mit unterschiedlichen Menschen zu tun hat. Umgekehrt kann eine Reise, bei der man wirklich Neues erlebt und andere Kulturen kennenlernt, prägender sein als ein Job, bei dem man nur einfache Tätigkeiten erledigt.

Kein entweder oder

Meiner Meinung nach hängt es deshalb nicht nur davon ab, ob man arbeitet oder reist, sondern wie man die jeweilige Erfahrung nutzt. Obwohl mir mein Ferialjob gut gefallen hat und ich dabei viel gelernt habe, reise ich persönlich lieber. Ich finde es spannend, neue Orte zu entdecken, andere Kulturen kennenzulernen und Erfahrungen zu sammeln, die man zu Hause nicht machen kann. Deshalb würde ich mich wahrscheinlich immer für eine Kombination aus beidem entscheiden.

Ideal wäre es, einige Wochen zu arbeiten, um Erfahrungen zu sammeln und eigenes Geld zu verdienen, und danach zu verreisen. So lernt man sowohl Verantwortung als auch Freiheit kennen. Gerade mit 17 Jahren können beide Erfahrungen dabei helfen herauszufinden, welche Interessen und Ziele man für die Zukunft haben.

Am Ende erweitert nicht der Ort allein den Horizont, sondern die Bereitschaft, aus neuen Situationen etwas mitzunehmen. Ob im Ferialjob oder auf Reisen – wer offen für neue Erfahrungen ist, wird aus den Sommerferien mehr mitnehmen als nur Geld oder schöne Fotos.


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