Ich denke, die meisten von uns wurden schon im Kindesalter mit Religion konfrontiert. Hier in Österreich ist das vor allem, auch bei mir, die römisch-katholische Religion. Feste wie Weihnachten, Ostern oder Nikolaus liegen uns deshalb nahe. Wenn ich ehrlich bin, habe ich die Bedeutung dieser Tage als Kind lange nicht verstanden und auch anderen ging es wahrscheinlich mehr um die Geschenke als um das letzte Abendmahl. Ich denke, diese Feste und Feiertage sind mitunter eine der wenigen Gründe dafür, warum noch nicht alle aus meiner Generation aus der Kirche ausgetreten ist. Denn in meinem Alter kenne ich nur wenige, die mehr als einmal im Jahr die Kirche besuchen. Dieses eine Mal ist wahrscheinlich eine Beerdigung.
Traditionen ohne Hintergrund
Für mich und wahrscheinlich viele Anderen sind Weihnachten und Co. mittlerweile nur eine Tradition, die kaum noch mit Gott verbunden ist. Natürlich ist das ethisch gesehen nicht korrekt, aber so sind eben die meisten von uns aufgewachsen: mit viel Fest, aber ohne viel Hintergrund. Allerdings stelle ich mir da die Frage: Ist es richtig, Teil eines Bekenntnis zu sein, nur um gewisse Feste feiern zu können?
In der römisch-katholischen Religion heißt es: „Liebe deinen nächsten.“ Außer er ist schwul, eine Frau oder demonstriert für Abtreibungen. So kommt es mir zumindest vor, nachdem in der Vergangenheit Mädchen oft nicht Ministratinnen sein dürfen, Frauen keine Priesterinnen und Homosexuelle meist nicht in der Kirche erwünscht sind. Dies ist ein weiter Punkt des Christentums, und somit auch dessen Gott, den ich nicht verstehe: Wieso sollte für Gott eine Frau weniger wert sein? Oder Homosexuelle?
Zweifel an Gott
Was ich ebenfalls nicht verstehe, wenn Gott über solch starke Mächte verfügt, durch die er übers Wasser laufen kann, wieso lässt er dann täglich unschuldige Menschen durch Krieg, Krankheit oder Naturkatastrophen sterben? Wenn er 40 Tage Fasten überlebte, dann müsste er doch nur mit dem Finger schnipsen und alle kranken Kinder der Welt wären wieder geheilt. Oder etwa nicht?
Kuriose Geschichten rund um Gott
Ebenfalls kurios finde ich die ganzen Geschichten rund um Gott. Gab es Engel Gabriel wirklich oder ging Maria dem armen Josef einfach fremd? Zudem war Jesus Jude, wieso sollte er dann im Zeichen einer völlig andere Religion stehen? Auch wenn ich es schön fände, wenn es eine höhere Macht wie einen Gott gibt, für mich klingen viele der Geschichten alles andere als glaubhaft. Trotzdem glaube ich an Gott, an einen, der wirklich alle Menschen liebt und akzeptiert. Außerdem sind „glauben“ und „sein“ zwei unterschiedliche Begriffe. Nur weil etwas wissenschaftlich nicht sein kann, kann man trotzdem daran glauben, hoffen und vertrauen. Auch ohne Beweise.
Kommentare