Neulich habe ich mich gefragt, warum sich unfair behandelt vzu werden eigentlich so mies anfühlt. Die Antwort habe ich ziemlich schnell bekommen, in der Schule.
Gleiche Note, ungleicher Einsatz
Wir hatten eine Gruppenarbeit und wie so oft lief es nicht wirklich gerecht ab. Ein paar von uns haben sich echt reingehängt, Texte geschrieben, recherchiert, alles zusammengestellt. Andere waren kaum da oder haben nur das Nötigste gemacht. Am Ende war aber egal, wer was gemacht hat: Alle bekamen dieselbe Note. Und die war nicht mal gut.
In dem Moment war ich einfach nur frustriert. Nicht einmal wegen der Note allein, sondern weil es sich so angefühlt hat, als wäre meine Arbeit nichts wert. Als ob es keinen Unterschied macht, ob man sich Mühe gibt oder nicht. Das ist ein ziemlich demotivierendes Gefühl.
Ich habe versucht, das bei meinem Lehrer anzusprechen, aber das Gespräch hat nichts gebracht. Mir wurde gesagt, Gruppenarbeit sei eben so, und ich hätte das vorher klären müssen. Das hat mich noch mehr geärgert, weil sich die Situation dadurch einfach „abgehakt“ angefühlt hat, obwohl sie für mich noch lange nicht erledigt war.
Warum Fairness mehr ist als Gleichbehandlung
Was ich mir gewünscht hätte? Dass jemand wirklich zuhört. Dass man genauer hinschaut und nicht alle über einen Kamm schert. Für mich heißt fair sein nicht, alle gleich zu behandeln, sondern gerecht. Und es ist nicht gerecht, wenn Engagement und Gleichgültigkeit am Ende dasselbe Ergebnis haben.
In solchen Momenten merkt man, wie wichtig es ist, Unterstützung zu haben. Jemanden, der vermittelt, zuhört oder einem hilft, für sich einzustehen. Nicht jede Ungerechtigkeit braucht gleich ein Gericht oder einen Anwalt, aber das Gefühl, im Recht zu sein und trotzdem nichts ändern zu können, bleibt im Kopf. Und genau das macht Ungerechtigkeit so schwer auszuhalten.
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