Das Jahr 2025 war ein Jahr der Herausforderungen. In diesem Jahr wurde erneut deutlich, wie schnell uns Extremsituationen treffen können: Europa verzeichnete zum Beispiel bereits im Sommer massive Wettererscheinungen, von großflächigen Waldbränden bis hin zu heftigen Überschwemmungen. Wenn in solchen Momenten Sirenen ertönen, Straßen überflutet werde oder die Flammen bedrohlich näher rücken, versetzt sich unser Körper selbst in den Schutzmodus.
Sobald eine Bedrohung wahrgenommen wird, mobilisiert er alle Kräfte, um uns im Notfall zu schützen. Dabei geraten wir in Stress, und das Gehirn schaltet um in ein schnelleres, automatischeres Denken, in das sogenannte „System 1“.
In dieser Phase versuchen Menschen, möglichst viele Informationen zu sammeln, um die Situation bewerten zu können. Doch meist stehen nicht genug Daten zur Verfügung, um sichere Entscheidungen zu treffen, oft reagieren wir emotional und falsch.
Spannend ist, dass jede Person individuell entscheidet, ob sie in einer extremen Situation eher an sich oder an andere denkt. Menschen mit einer egoistischeren Ausrichtung zeigen in solchen Momenten oft mehr auf sich selbst bezogene Verhaltensweisen. Im Gegensatz dazu sind Personen, die dazu neigen, an andere zu denken, häufig hilfsbereiter. Besonders Fachkräfte wie Rettungskräfte oder Eltern mit Kindern reagieren oft deutlich empathischer, ihr starker Fokus auf Verantwortung prägt ihr Handeln.
Forscher haben zudem herausgefunden: Extreme Ereignisse können eine Art „Gemeinschaft der Leidenden“ schaffen. Dadurch wächst das Vertrauen in andere, die Betroffenen erwarten Unterstützung und zeigen auch selbst eine höhere Bereitschaft zu helfen.
In Extremsituationen handeln Menschen also vor allem instinktiv und emotional. Welche Entscheidung getroffen wird, hängt davon ab, wer sie sind, wie sie geprägt wurden.
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