Gerade bin ich mit meiner Spanischschule auf Sprachreise in Málaga. Ich wohne gemeinsam mit einer Freundin bei einer Gastfamilie. Das Leben hier ist ganz anders als zu Hause. Unser Zimmer hat zum Beispiel keine Klimaanlage.
Zusätzlich gibt es das Abendessen erst um 22 Uhr, was anfangs sehr ungewöhnlich war. Generell leben hier die Menschen ganz anders. Währenddessen ich schon im Bett liege beginnen die Spaniener abends auszugehen. Bei den hohen Temperaturen hätte ich gedacht, dass mich das richtig stören würde. Aber irgendwie stört es mich gar nicht. Vor zwei Jahren hätte ich mich noch darüber beschwert doch mittlerweile weiß ich, dass es sich eigentlich gar nichts bringt.
Viel wichtiger ist, wie herzlich unsere Gastfamilie ist. Sie begann einfach schon zwei Stunden vor dem Abendessen zu kochen.
Es alles nicht so deep
Genau das ist meine Beobachtung der letzten Zeit. Wir sollten unser Leben mehr schätzen, so wie es ist. Oft regen wir uns über Kleinigkeiten auf oder wünschen uns, dass alles perfekt ist. Dabei merken wir gar nicht, wie gut es uns eigentlich geht.
Dass es „nicht so deep“ ist sehe ich perfekt in diesem Beispiel: Wir sitzen pünktlich im Spanischunterricht, doch irgendwie ist keiner da. Die erste kommt nach zwei Minuten die andere erst nach fünf und die Lehrerin? Erst nach 10 Minuten, aber irgendwie beschwert sich keiner darüber.
Und deswegen hat mir diese Sprachreise gezeigt, dass Glück nicht von einer Klimaanlage, einem großen Zimmer oder anderen Kleinigkeiten abhängt. Viel wichtiger sind die Menschen, die Erlebnisse und die Möglichkeit, neue Orte kennenzulernen.
Ein Gedanke, den ich mit nach Hause nehme
Wenn ich wieder nach Hause komme, möchte ich mich an diesen Satz erinnern: „Es ist ein Privileg zu leben wie ich lebe.“ Manchmal braucht es nur eine Reise in ein anderes Land, um zu erkennen, dass wir viel öfter dankbar sein sollten für das, was wir jeden Tag haben.
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