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Erst mein eigener Kuchen hat mir gezeigt, wie viel Zucker wir essen

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Volontär · HtbluVA Villach
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21.08.2026
3 Min.

Eigentlich wollte ich nur einen Kuchen backen. Doch als ich die Zutaten zusammensuchte, fiel mir etwas auf: Ich brauche dafür gar keinen zusätzlichen Zucker. Seitdem frage ich mich bei immer mehr Produkten, warum eigentlich so viel Zucker darin steckt. Und ich glaube, eine Antwort gefunden zu haben.

Selbst gebacken können wir selbst entscheiden, wie viel Zucker hineinkommt. (Foto: Image by congerdesign from Pixabay)

Ich stelle Mehl, Eier, Topfen, Proteinpulver und Backpulver auf die Küchenplatte. Dazu kommt eine Banane. Zucker? Brauche ich keinen. Ich mische alles zusammen, schiebe den Kuchen ins Rohr und probiere ihn später. Er ist süß, und das obwohl ich keinen zusätzlichen Zucker hineingegeben habe. Die Süße kommt allein von der Banane.

Genau darüber habe ich beim Backen zum ersten Mal bewusster nachgedacht. Wenn eine Banane schon genug Süße mitbringt, warum steckt dann in so vielen fertigen Kuchen, Backmischungen und anderen Produkten zusätzlich so viel Zucker?

Von klein auf an süß gewöhnt

Wir sind von klein auf an einen sehr süßen Geschmack gewöhnt. Schon als Kinder bekommen wir Süßigkeiten, süße Getränke oder gesüßte Frühstücksprodukte. Dadurch wird dieser Geschmack für uns immer normaler. Was zuerst sehr süß schmeckt, fällt uns irgendwann gar nicht mehr besonders auf. Wir gewöhnen uns daran und greifen deshalb oft ganz selbstverständlich zu süßen Produkten.

Auch für die Lebensmittelindustrie ist Zucker praktisch. Er macht Produkte süßer und kann dafür sorgen, dass sie vielen Menschen gut schmecken. Außerdem steckt Zucker nicht nur dort, wo man ihn sofort erwarten würde. Er findet sich zum Beispiel auch in Fertigsaucen, Brot, Müsli oder Fertiggerichten. Je nach Produkt erfüllt er dabei unterschiedliche Funktionen – etwa für den Geschmack oder die Konsistenz.

So kann sich unser Geschmack an eine bestimmte Süße gewöhnen, ohne dass wir den Zucker im einzelnen Produkt noch bewusst wahrnehmen.

Seit ich selbst backe, fällt es mir auf

Beim Backen ist mir das besonders aufgefallen. Früher hätte ich wahrscheinlich einfach eine fertige Kuchenmischung genommen. Heute mische ich die Zutaten lieber selbst zusammen. Dann kann ich den zusätzlichen Zucker weglassen und stattdessen zum Beispiel Banane oder Apfelmus verwenden. Außerdem mache ich meine Kuchen gerne proteinreicher, weil das für mich im Alltag einfach sinnvoller ist.

Ein ähnliches Beispiel ist Apfelmus. Wenn ich es selbst mache, brauche ich eigentlich nur Äpfel und etwas Wasser. Die Äpfel bringen ihre eigene Süße schon mit. Trotzdem findet man bei fertigem Apfelmus oft zusätzlichen Zucker in der Zutatenliste. Genau solche Dinge sind mir erst aufgefallen, seit ich öfter darauf achte, was eigentlich in meinen Lebensmitteln steckt.

Wo wir Zucker gar nicht erwarten

Das Interessante daran ist, dass man den Unterschied teilweise gar nicht erwartet. Wenn ich selbst einen Kuchen mache, kann ich zum Beispiel die Banane für die Süße verwenden und den zusätzlichen Zucker weglassen. Bei einer fertigen Mischung kann ich das nicht entscheiden – der Zucker ist bereits Teil des Produkts.

Ein Beispiel dafür ist Müsli. Auf der Verpackung wirkt es für mich zuerst wie ein ziemlich gesundes Frühstück. Schaut man aber genauer auf die Nährwerttabelle, können in 100 Gramm bereits rund 20 Gramm Zucker stecken. Das entspricht ungefähr fünf Zuckerwürfeln. Bei einer normalen Portion kommt davon zwar weniger zusammen, trotzdem hätte ich bei einem Frühstücksprodukt nicht mit so einer Menge gerechnet.

Seitdem fällt mir das auch bei anderen Produkten auf. Bei manchen Lebensmitteln schaut man gar nicht mehr auf die Zutaten, weil man einfach davon ausgeht, dass sie schon passen werden. Dabei kann zwischen zwei eigentlich ähnlichen Produkten ein ziemlich großer Unterschied liegen.

Weniger süß reicht mir inzwischen auch

Für mich war deshalb vor allem das Selbermachen eine interessante Erfahrung. Ich dachte zuerst, es gehe hauptsächlich darum, Kalorien einzusparen. Aber eigentlich merkt wir dabei etwas anderes: Wir brauchen oft gar nicht so viel Zucker, wie wir es durch fertige Produkte gewohnt sind.

Natürlich esse ich auch einmal etwas Süßes. Es geht mir nicht darum, Zucker komplett aus meinem Leben zu streichen. Aber wenn ich einen Kuchen selbst mache, frage ich mich inzwischen schon, warum ich überhaupt noch zusätzlichen Zucker hineingeben sollte, wenn er auch ohne funktioniert.

Vielleicht ist genau das der Punkt, der mir an der Sache aufgefallen ist: Wir gewöhnen uns an einen bestimmten Geschmack und merkt irgendwann gar nicht mehr, wie süß er eigentlich ist. Beim Selbermachen kann ich selbst entscheiden, wie viel Süße ich möchte, und manchmal ist weniger für mich inzwischen völlig ausreichend.

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