Entführung im Niemandsland

Wird Kimberly Elise befreien können, oder bleibt diese für immer verschollen? (Foto: Pexels: https://pixabay.com/users/pexels-2286921/)

Es war ein grauer Montagmorgen, und die Sonne schien noch nicht aufstehen zu wollen. Kimberly saß im Auto auf dem Weg ins Büro, als ihr Handy klingelte. „Kimberly, hol mich bitte hier raus!“, kam es aus dem Telefon. Sie wusste, dies war die Stimme ihrer Kollegin Elise. Doch dann war die Leitung tot. Kimberly’ s Herz raste. Etwas stimmte nicht, denn Elise war nicht die Art Mensch, die Scherze machte, schon gar nicht solche.

Während Kimberly noch versuchte, den Anruf zurückzuverfolgen, kämpfte Elise in einem dunklen, kalten Raum mit ihren Fesseln. Eine tiefe Stimme aus der Ecke ließ sie erstarren. „Deine Freundin, Kimmerly, oder wie auch immer sie heißt, wird bald kommen. Dann sehen wir, wie mutig sie wirklich ist.“ Elise wollte sie warnen, doch sie konnte nichts tun.

Kurz darauf erhielt Kimberly eine Nachricht. Als sie sie öffnen wollte, wurde der Bildschirm ihres Handys schwarz und es erschien ein Totenkopf mit einem Text darauf: Bring morgen eine Million Euro zur alten Fabrik im Wasabi-Viertel. Komm allein. Keine Waffen. Keine Polizei. 48 Stunden.

Kimberly’ s Hände zitterten. Eine Million? Und wer steckte dahinter? Jeder Verdacht schien gefährlich, sogar im eigenen Team. Schließlich arbeitete sie beim Heimlichen Geheimdienst Niemandsland (HGN) und wenn der Entführer ein Insider war, konnte sie niemandem mehr trauen. Aber irgendetwas musste sie doch tun.

Am Abend fuhr sie zu Hauptkommissar Brockmeier, ihrem Vorgesetzten. Als er die Geschichte hörte, wurde er blass. „Elise? Entführt? Das ist unmöglich!“ Er dachte weiter nach. „Es könnte Snapcat sein, der gefährlichste Verbrecher, den wir je hatten.“ „Aber der sitzt doch im Collins-Gefängnis“, entgegnete Kimberly. "Ja … angeblich“, murmelte Brockmeier.

Da klingelte das Telefon der Zentrale, ein kurzer Anruf, dann Schweigen. Als sie den Verlauf überprüften, war nichts zu finden. Kein Eintrag. Kein Hinweis. Nur Leere.

Spät in der Nacht, als Kimberly erschöpft ins Bett fiel, klingelte erneut das Telefon. Diesmal war es Franka, eine alte Schulfreundin und heutige Technikerin im HGN. „Ich habe den Anruf zurückverfolgt“, sagte sie leise. „Er kam aus dem alten Industrieviertel, dort wo damals der Gasskandal war.“

Kimberly erinnerte sich an die Schlagzeilen: ‚Mehrere hundert Tote im Niemandsland erwartet‘. „Komm morgen früh um halb sechs zu mir ins Labor“, fuhr Franka fort. „Ich zeige dir, was ich gefunden habe.“ Kimberly legte auf. Draußen heulte der Wind, und irgendwo in der Dunkelheit flehte Elise um Hilfe. Kimberly wusste: Morgen würde sie das Niemandsland betreten und vielleicht nie wieder zurückkehren.


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