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Einmal Idealgewicht, aber bitte Größe S!

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02.05.2026
3 Min.

Handy an, Instagram auf, uns schon taucht der erste Ernährungscoach auf. Aber im Gegensatz zu den meisten meint dieser, mit intuitivem Essen könne man ganz ohne Verbote extrem schlank werden. Aber wie soll das denn bitte funktionieren? Kleiner Hinweis: gar nicht! Die unerreichbaren Schönheitsideale bleiben, und sie machen uns zu Opfern des Patriarchats.

Mehr kann man pro Tag nicht essen, um extrem schlank zu werden: Influencer behaupten etwas anderes. (Foto: congerdesign via pixabay)

Was ist intuitives Essen überhaupt? Die Erfinderinnen dieses Begriffs, Elyse Resch und Evelyn Tribole, meinten, jeder Körper hätte ein Sollgewicht, und durch diese Ernährungsmethode könnte es erreicht werden. Im Gegensatz zu strengen Diäten wird nichts verboten, sodass Anwenderinnen und Anwender sich auf den eigenen Hunger konzentrieren, wodurch Binge-Eating verhindert und Süßes weniger verlockend wird. Kategorisierung von Lebensmitteln soll möglichst vermieden werden, und Sport als Freizeitbeschäftigung gesehen werden. 

Nicht alles ist schlecht

Viele Ernährungscoaches haben sich dieses Konzept abgeschaut. Sie begleiten Menschen auf deren Weg zum Idealgewicht, angeblich ganz ohne Schlankheitswahn. Und das ist auch gut so. Diese Beraterinnen und Berater scheinen das Konzept tatsächlich in seiner Essenz begriffen zu haben: Niemandes optimaler Körper kann durch den BMI definiert werden. Sie helfen Menschen sanft auf ihrer Reise zum Wohlfühlgewicht und verhindern so, dass diese an nichts anderes mehr denken können.

Unerreichbare Schönheitsideale bleiben

Doch nicht alles stimmt so ganz. Denn auf Social Media ist jenes oft der Fall. Den lieben langen Tag werden Nutzer vom TikTok- oder Instagram-Algorithmus mit Diättipps oder Work-Outs bombardiert und fangen irgendwann an, den eigenen Körper zu hinterfragen.

Sehe ich gut aus? Sehe ich gut genug aus? Vor allem junge Mädchen haben oft Probleme mit der Unerreichbarkeit vieler Schönheitsideale. Denn jeder Mensch ist anders und kann physikalisch gar nicht aussehen wie der Rest. Die Anatomie vieler Menschen lässt Merkmale wie Sanduhrsilhouette oder 4D-Brüste gar nicht zu. Sogar der vermeintlich lästige Bauchspeck hat eine Schutzfunktion für unsere inneren Organe, spezifisch für den Uterus, nur werden solche Dinge oft ignoriert.

Die unschöne Seite

Und selbst wenn wir dann perfekt aussehen, geht es dem Großteil ziemlich schlecht. Haarausfall, konstante Müdigkeit und Schwindel sind oft Anzeichen von Unterernährung und Vitaminmangel, ausgelöst dadurch, dass die Opfer solcher Influencer-Propaganda vielleicht nur eine kleine Schüssel Reis, zwei Gurkenstückchen und eine Handvoll Mandeln oder Ähnliches am Tag essen. Aber das kann man doch mit mehr Produkten der Content-Creators überdecken, oder? Irgendwann nicht mehr, wenn man mit 20 Kilo zu wenig und einer Gehirnerschütterung, die bei einem Ohnmachtsanfall ausgelöst worden ist, ins Krankenhaus eingeliefert werden muss.

Versteckte Fallen

Und genau dann sind wir die perfekten Opfer des Patriarchats. Wenn wir zu dünn zum Kämpfen sind. Denn unterernährte, schwache Menschen können sich niemals für ihre Rechte am eigenen Körper oder höhere Mindestgehälter einsetzen und bei Frauen kann man das am besten beobachten. Diese extremen Schönheitsideale sind mit Absicht so unerreichbar, damit wir uns nur noch um sie kümmern und nicht darum, dass uns in westlichen Ländern die Rechte das erste Mal seit 1918 wieder weggenommen werden, vom Rest der Welt ganz zu schweigen. Denn ja, das Abtreibungsrecht ist oft kein ebensolches mehr in den USA, und es fängt bei solchen Dingen an. Denn es geht nur um eines: Die Leute an der Macht wollen über unsere Körper bestimmen dürfen. 

Fazit

Intuitives Essen hat, wenn richtig gemacht und begleitet, einen Großteil für unseren Körper. Aber die Influencer, die behaupten, es zu nutzen, tun dies oft nicht wirklich und versuchen nur, uns schwach und klein zu halten. Wir brauchen diese Körperoptimierungen ebenso wenig, wie wir den Kapitalismus oder Vorteile gegen Minderheiten brauchen. Manche Politiker halten sie für das A und O unserer Gesellschaft, aber jede vernünftige Person sollte sie aus dem Fenster schmeißen und die Energie in den Kampf für Menschenrechte oder Umweltschutz stecken. 




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