Ich sprühe das Parfüm auf mein Handgelenk und halte es kurz unter meine Nase. Es riecht gut. Ich greife nach dem nächsten Tester und probiere auch diesen aus. Gerade als ich noch einmal daran riechen will, bemerke ich eine Mitarbeiterin, die mich beobachtet. Ich stelle den Tester zurück und schaue mich kurz um.
Eigentlich möchte ich einfach verschiedene Düfte ausprobieren und herausfinden, welcher mir gefällt. Stattdessen habe ich plötzlich das Gefühl, dass jemand genau darauf achtet, wie oft ich ein Parfüm aufsprühe und wie lange ich daran rieche. Dabei möchte ich mich beim Einkaufen vor allem wohlfühlen und in Ruhe entscheiden können.
Genau in solchen Situationen merke ich, was für mich einen guten Shop ausmacht. Für mich ist ein guter Shop nicht nur ein Geschäft, in dem man etwas kaufen kann. Es ist auch wichtig, dass man sich dort wohlfühlt, sich gut zurechtfindet und bei Fragen jemanden hat, der einem wirklich hilft. Besonders wichtig sind für mich eine angenehme Atmosphäre, freundliche Mitarbeiter und ein übersichtliches Sortiment.
Dabei finde ich es aber auch wichtig, dass Mitarbeiter den Kunden genug Freiraum lassen. Zum Beispiel bei Müller in der Parfümabteilung finde ich es unangenehm, wenn die Mitarbeiter die Kunden sehr genau beobachten. Wenn man einen Tester benutzt, habe ich teilweise das Gefühl, dass darauf geachtet wird, wie oft man ein Parfüm aufsprüht, wie lange man daran riecht und ob man es am Ende kauft oder nicht.
Ich verstehe natürlich, dass die Mitarbeiter auf die Produkte achten müssen und verhindern wollen, dass etwas gestohlen wird. Trotzdem sollte man als Kunde das Gefühl haben, dass man sich in Ruhe umschauen und verschiedene Parfüms ausprobieren kann, ohne ständig beobachtet zu werden.
Für mich wäre es angenehmer, wenn die Mitarbeiter zwar aufmerksam sind, aber nicht so offensichtlich jeden Schritt beobachten. Wenn ich Hilfe brauche, möchte ich selbst fragen können oder freundlich angesprochen werden. Danach sollte ich aber auch die Möglichkeit haben, mich in Ruhe weiter umzusehen.
Orientierung im Einkaufszentrum
Nicht nur im Shop selbst, sondern auch in einem ganzen Einkaufszentrum ist mir wichtig, dass ich mich gut zurechtfinde. Bei vielen Einkaufszentren gibt es zwar direkt beim Eingang einen Plan mit den verschiedenen Geschäften. Das Problem ist für mich aber, dass man diesen Plan später oft nicht mehr sieht.
Wenn man zum Beispiel schon im ersten Stock neben einem Geschäft steht und wissen möchte, wo sich ein anderes Geschäft befindet, muss man oft lange suchen oder wieder zurück zum Eingang gehen. Gerade wenn ich zum ersten Mal in einem Einkaufszentrum bin, finde ich das schnell verwirrend.
Ich würde es deshalb besser finden, wenn es auch zwischen den Geschäften und auf jedem Stockwerk kleinere Übersichtspläne geben würde. Dort sollte man sehen, wo man sich gerade befindet, welche Geschäfte in der Nähe sind und in welche Richtung man gehen muss. Auch Schilder wie „Restaurants →“, „Bekleidung ↑“ oder „Ausgang ←“ wären hilfreich.
Vor allem wenn man zum ersten Mal in einem Einkaufszentrum ist, kann man sich schnell verlaufen, weil es so viele Geschäfte gibt. Ich würde die Geschäfte deshalb, wenn es möglich ist, auch stärker danach ordnen, was sie verkaufen. Zum Beispiel könnten viele Bekleidungsgeschäfte auf einem Stockwerk sein, Restaurants und Cafés im Erdgeschoss und Elektronikgeschäfte auf einem anderen Stockwerk.
Außerdem sollte es Mitarbeiter geben, die man einfach fragen kann. Sie sollten einem nicht nur sagen, wo ein Geschäft ist, sondern am besten kurz erklären, wie man dorthin kommt oder einem den Weg zeigen. So würde man sich als Besucher viel sicherer fühlen und müsste nicht lange selbst suchen.
Sicherheit
Ein weiterer Punkt, der mir beim Einkaufen wichtig ist, ist die Sicherheit. In der Türkei habe ich es schon öfter erlebt, dass man beim Eingang eines Einkaufszentrums kontrolliert wird. Dort gibt es häufig Sicherheitskontrollen, bei denen Taschen überprüft werden und man durch eine Kontrolle gehen muss.
Am Anfang war das für mich etwas ungewohnt. Gleichzeitig finde ich den Gedanken daran grundsätzlich gut, weil man dadurch merkt, dass auf die Sicherheit im Einkaufszentrum geachtet wird. Ich könnte mir deshalb auch vorstellen, dass es in Österreich in größeren Einkaufszentren solche Kontrollen gibt.
Dabei müsste natürlich darauf geachtet werden, dass die Kontrollen respektvoll durchgeführt werden und die Privatsphäre der Besucher berücksichtigt wird. Für mich sollte Sicherheit nicht dazu führen, dass man sich als Besucher unwohl fühlt. Es sollte vielmehr das Gefühl entstehen, dass man sich in dem Einkaufszentrum sicher bewegen kann.
Mein letztes gutes Einkaufserlebnis
Ein Einkaufserlebnis, das mir besonders in Erinnerung geblieben ist, hatte ich in Südkorea in einem Skincare-Shop. Da ich nicht alle koreanischen Wörter verstanden habe, war es besonders hilfreich, dass die Mitarbeiter versucht haben, mir die Produkte mithilfe ihres Handys zu übersetzen und zu erklären.
Sie haben nicht einfach nur gesagt, welches Produkt ich nehmen soll, sondern mir auch erklärt, wofür die einzelnen Produkte gedacht sind und wie man sie verwendet. Ich fand es besonders freundlich, dass sie sich dafür Zeit genommen haben, obwohl ich nicht sehr viele Produkte gekauft habe.
Am Ende habe ich nur drei Produkte gekauft, aber trotzdem sehr viele kleine Samples geschenkt bekommen. Dadurch konnte ich auch andere Produkte ausprobieren, ohne sie gleich kaufen zu müssen.
Was mir an diesem Einkauf besonders gefallen hat, war, dass die Mitarbeiter wirklich versucht haben, mir zu helfen, obwohl wir nicht dieselbe Sprache gesprochen haben. Sie haben mit Übersetzungs-Apps, Gesten und Erklärungen versucht, mir die Produkte verständlich zu machen.
Dadurch habe ich mich als Kunde willkommen gefühlt und hatte das Gefühl, dass es ihnen wichtig war, dass ich das richtige Produkt für mich finde.
Dieses Erlebnis ist mir deshalb besonders in Erinnerung geblieben. Es hat mir gezeigt, dass ein gutes Einkaufserlebnis nicht nur davon abhängt, was ein Shop verkauft, sondern auch davon, wie viel Mühe sich die Mitarbeiter für ihre Kunden geben.
Mein idealer Shop
Wenn ich meinen eigenen Shop gestalten könnte, würde ich darauf achten, dass er sauber, ordentlich und übersichtlich ist. Die Regale sollten nicht zu voll sein, damit man die Produkte leicht findet.
Ich würde auch einen digitalen Bildschirm aufstellen, auf dem man nach einem Produkt suchen kann. So könnte man zum Beispiel eingeben, wo man Shampoo oder andere Produkte findet. Das würde vor allem helfen, wenn man etwas zum ersten Mal sucht.
Trotzdem sollte es immer Mitarbeiter geben, die man fragen kann. Sie sollten freundlich sein und helfen, wenn man etwas nicht findet. Gleichzeitig sollten sie den Kunden genug Freiraum lassen, damit man in Ruhe schauen und Produkte ausprobieren kann.
Fazit
Für mich ist ein gutes Einkaufserlebnis nicht nur davon abhängig, ob ein Geschäft viele Produkte hat. Es kommt auch darauf an, ob ich mich dort wohlfühle, mich gut zurechtfinde und die Mitarbeiter freundlich zu mir sind.
Wenn ich mich in einem Shop wohlfühle, in Ruhe schauen kann und Hilfe bekomme, wenn ich sie brauche, komme ich auch gerne wieder. Wenn ich mich aber unwohl fühle oder das Gefühl habe, dass ich ständig beobachtet werde, möchte ich dort wahrscheinlich nicht noch einmal einkaufen. Für mich macht es also einen großen Unterschied, wie ich mich beim Einkaufen fühle und ob ich danach gerne wieder in den Shop kommen möchte.
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