Eine Schule ohne Drama? Das wäre mein Wunsch

Kein Profil-Bild gefunden.
324
2
TOP 10 Autorin
Volontärin · BRG Kufstein
17.08.2026
3 Min.

Weniger Hausaufgaben, einfachere Schularbeiten oder später Unterrichtsbeginn? Klar, darüber würde sich wohl kaum jemand beschweren. Mein persönlicher Wunsch an die Schule ist aber ein anderer: Ich wünsche mir mehr Rücksicht, Respekt und ein friedlicheres Miteinander.

Lehrkräfte sollten für ein respektvolles Miteinander sorgen. (Foto: Quilia auf Unsplash)

Viele denken bei dieser Frage wahrscheinlich sofort an weniger Hausaufgaben, einfachere Schularbeiten oder weniger Unterricht. Ich wünsche mir allerdings etwas ganz anderes: ein friedlicheres, einfacheres und vor allem undramatisches Zusammenarbeiten. Es wäre schön, wenn wir als Schüler/innen versuchen würden, etwas netter zueinander zu sein und dabei immer im Hinterkopf behalten, dass es vielleicht jemanden gibt, dem es gerade nicht gut geht, der aber nichts davon erzählt.

Ein Beispiel dafür passiert bei uns leider immer wieder nach Schularbeiten. Wir bekommen unsere Noten zurück und natürlich gibt es dabei alles: Manche freuen sich über eine gute Note, andere sind enttäuscht oder vielleicht sogar richtig unzufrieden. Eigentlich ganz normal, Schule eben. Was ich allerdings komplett unnötig finde, ist, wenn jemand danach durch die Klasse geht und andere nach ihrer Note fragt, nur um sich über diejenigen mit schlechteren Noten lustig zu machen.

Teilweise wird wirklich jede einzelne Person gefragt, nur um am Ende über eine Fünf lachen zu können. Und ich frage mich jedes Mal: Was genau ist eigentlich dein Ziel? Für mich fühlt sich das meistens ziemlich unangenehm an. Nicht, weil ich selbst betroffen bin, sondern weil es oft eine Freundin oder jemanden aus meiner Klasse trifft. Selbst wenn ich eine gute Note bekommen habe, versuche ich deshalb, meine Freude darüber nicht extra vor Personen zu zeigen, die gerade enttäuscht von ihrer eigenen Note sind. Ich möchte schließlich nicht, dass sich jemand wegen meiner Freude noch schlechter fühlt. Wenn dann jemand meint, den Klassen-Clown spielen zu müssen und eine andere Person wegen ihrer Note herunterzumachen, sage ich deshalb meistens etwas dagegen (auch wenn es oft nichts bringt).

Es wäre schön, wenn wir als Schüler/innen einfach etwas mehr darauf achten würden, wie unsere Worte bei anderen ankommen. Wir wissen schließlich nie, wie viel jemand für eine Schularbeit gelernt hat, wie enttäuscht die Person vielleicht gerade ist oder was sonst noch dahintersteckt.

Deshalb: Friendly Reminder – bitte seid nett zueinander.


Wenn Lehrer/innen einfach nichts sagen

Eine andere Sache, die mich persönlich belastet, ist der Umgang mit manchen Aussagen im Unterricht. Ich höre immer wieder rassistische, religionsfeindliche oder antifeministische Sprüche und sehe gleichzeitig, dass die Lehrperson sie offensichtlich mitbekommt und auch weiß, wer sie gesagt hat, trotzdem passiert nichts. Das finde ich moralisch schwierig. Eine Lehrperson hat schließlich auch eine Vorbildfunktion. Gleichzeitig hören wir immer wieder, dass wir alles ansprechen können und dass Probleme gemeinsam geklärt werden.

Naja, ganz so sicher bin ich mir da manchmal nicht. Wenn auf solche Aussagen nicht reagiert wird, frage ich mich schon, wie ernst dieses Versprechen eigentlich gemeint ist. In sehr wenigen, wirklich hoffnungslosen Fällen habe ich sogar schon ein Grinsen bei der Lehrperson gesehen. Und dann frage ich mich: Ist das wirklich die Schule, in der wir uns alle wohlfühlen sollen?

Ich möchte dabei bewusst keine einzelne Situation oder Person nennen. Nicht nur, weil ich niemanden öffentlich direkt kritisieren möchte, sondern auch, weil es mir um etwas Grundsätzlicheres geht. Solche Situationen können überall passieren und vielleicht erkennt sich die eine oder andere Person sogar selbst darin wieder. Für mich sollte deshalb nicht die Frage sein, wer genau was gesagt hat, sondern wie wir damit umgehen.

Was ich mir wünschen würde

Ich erwarte dabei nicht, dass Lehrer/innen wegen jedem kleinen Spruch sofort einen riesigen Aufstand machen. Aber bei rassistischen, religionsfeindlichen oder antifeministischen Aussagen wünsche ich mir schon, dass klar gesagt wird, dass so etwas nicht in Ordnung ist und dass es dafür auch Konsequenzen geben kann. Denn wenn wir als Schüler/innen ständig sehen, dass solche Aussagen einfach stehen gelassen werden, entsteht schnell der Eindruck: Damit komme ich durch. Wenn hingegen klar reagiert wird und solche Aussagen Konsequenzen haben, wissen irgendwann vielleicht auch andere: Okay, so etwas wird hier nicht einfach akzeptiert.

Vielleicht verhindert das nicht jede einzelne Aussage. Aber vielleicht sorgt es irgendwann dafür, dass sich weniger Menschen überhaupt trauen, solche Dinge laut zu sagen.

Und genau das würde Schule für mich ein Stück angenehmer und vor allem fairer machen.





Kommentare