Ohne Steuergeld, keine Schule. Dafür sollten wir dankbar sein

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Volontärin · BRG Kufstein
03.03.2026
3 Min.

Jeden Morgen klingelt mein Wecker viel zu früh, und mein erster Gedanke ist selten, „wie schön, heute darf ich wieder in die Schule gehen.“ Eher das Gegenteil. Trotzdem bin ich dankbar, dass ich jeden Tag in die Schule darf.

Schule ist und bleibt ein sehr wichtiger Teil unseres Lebens. Dort finden wir auch Freunde. (Foto: shutterstock)

Als ich letztes Jahr zitternd vor meiner Mathe-Schularbeit gesessen bin, hätte ich am liebsten alles hingeschmissen. Meine Hände waren kalt, mein Herz hat schnell geschlagen, und ich war mir sicher, dass ich viel zu wenig gelernt hatte. In diesem Moment habe ich Schule nicht als etwas Wertvolles gesehen, sondern einfach nur als Stress. Und trotzdem ist genau diese Schule, die durch Steuern finanziert wird, eine der wichtigsten Sachen in meinem Leben.

Ich gebe ehrlich zu: Ich wertschätze Schule im Alltag viel zu wenig. Wenn der Wecker klingelt, freue ich mich nicht. Wenn ich Hausaufgaben machen muss, bin ich genervt. Und wenn ein Test angekündigt wird, denke ich mir zuerst: Warum schon wieder? Wahrscheinlich geht es fast allen in meinem Alter so. Schule wirkt selbstverständlich, sie ist einfach da.

Aber sie ist nur da, weil sie finanziert wird. Weil Steuergeld dafür verwendet wird, dass es Gebäude gibt, Lehrpersonen, Bücher, Computer und beheizte Klassenräume.

Die schönen Seite der Schule

Eine ganz andere Szene fällt mir auch ein: Eine große Pause im Frühling. Wir saßen draußen im Schulhof, die Sonne hat geschienen, und wir haben so sehr gelacht, dass uns der Bauch wehgetan hat. Es war nichts Besonderes, kein großes Ereignis, aber genau solche Momente machen meine Schulzeit aus. Ohne Schule hätte ich diese Menschen vielleicht nie kennengelernt. Viele meiner engsten Freundinnen sind ein Teil meines Lebens, weil wir jeden Tag denselben Ort teilen.

Was sich bei mir verändert hat, ist mein Blick auf das Ganze. Früher habe ich Schule nur als Pflicht gesehen. Irgendwann, ich glaube nach genau dieser Mathe-Schularbeit, die ich am Ende besser geschafft habe als gedacht, habe ich gemerkt, dass es nicht nur um Noten geht. Es geht darum, zu lernen, mit Druck umzugehen. Es geht darum, sich durchzubeißen und danach stolz auf sich zu sein. Dieser Gedanke hat etwas in mir verändert.

Ohne Schule wäre mein Alltag planloser. Ich hätte keinen Ort, der mich fordert, fördert und manchmal auch an meine Grenzen bringt. Ich wüsste nicht, welche Fächer mir liegen oder was ich später vielleicht einmal machen möchte. Erst durch verschiedene Unterrichtsstunden habe ich gemerkt, dass ich gerne schreibe und meine Gedanken ausdrücke.

Ich finde es richtig, dass Steuergeld in Schulen investiert wird, weil Bildung die Grundlage für alles ist. Jede und jeder sollte die gleichen Chancen haben, unabhängig vom Einkommen der Eltern. Schule bedeutet Zukunft, nicht nur für mich, sondern für meine ganze Generation.

Für meine eigene Zukunft wünsche ich mir, dass ich die letzten Schuljahre bewusster erlebe. Dass ich mich zwar weiterhin über Tests aufrege, aber gleichzeitig nicht vergesse, wie besonders es eigentlich ist, jeden Tag die Möglichkeit zu bekommen, zu lernen. Vielleicht werde ich erst in ein paar Jahren wirklich verstehen, wie sehr mich diese Zeit geprägt hat. Aber schon jetzt weiß ich: Auch wenn ich Schule nicht immer schätze, ist sie ein unglaublich wichtiger Teil meines Lebens und ich bin dankbar, dass sie durch unsere Steuern möglich ist.




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Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung durch die Kammer der Steuerberater:innen und Wirtschaftsprüfer:innen

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