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Eine Milliarde Euro Dürreschäden: Was das mit unserem Essen zu tun hat

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Chefredakteur · Privates Gymnasium Sacré Coeur Wien
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21.08.2026
3 Min.

Die Dürre hat in Österreichs Landwirtschaft hohe Schäden verursacht. Betroffen sind unter anderem Kartoffeln, Mais und Getreide. Und damit Lebensmittel, die auch bei uns auf dem Teller landen. Die Bundesregierung hat inzwischen 240 Millionen Euro an Hilfen beschlossen. Doch die Dürre wirft auch eine größere Frage auf: Was passiert mit unserer Landwirtschaft und unseren Lebensmitteln, wenn extreme Trockenheit immer häufiger vorkommt?

 

Die Dürre wird zunehmend existenzbedrohend. (Foto: shutterstock)

Eine Milliarde Euro. So hoch schätzt die Österreichische Hagelversicherung die bisherigen Dürreschäden in der heimischen Landwirtschaft. Bei so einer Zahl denke ich zuerst an riesige Felder, vertrocknete Pflanzen und Bauern irgendwo auf dem Land. Weniger denke ich daran, was das mit meinem Essen zu tun hat.

Dann lese ich, welche Produkte von der Dürre betroffen sind: Kartoffeln, Mais, Zuckerrüben, Kürbisse und Soja. Auf den Wiesen fehlt Gras für die Kühe. Plötzlich wirkt die Milliarde nicht mehr ganz so weit weg.

In manchen Regionen Österreichs fiel seit Mitte Juni mehr als 75 Prozent weniger Regen als im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. Die Folgen sind bereits sichtbar. Ein niederösterreichischer Landwirt berichtete dem ORF im August von viel zu kleinen Kartoffeln. Bei einem anderen Betrieb fiel die Weizenernte rund 40 Prozent geringer aus.

Genau solche Beispiele machen für mich sichtbar, was eine Dürre mit unserem Alltag zu tun hat: Was auf den Feldern wächst, landet später bei uns im Supermarkt und auf dem Teller.

Unser Essen beginnt auf einem Feld

Im Supermarkt sehen wir die Folgen einer Dürre zunächst nicht. Die Kartoffeln liegen im Netz, die Milch steht im Kühlregal und das Brot beim Bäcker. Ausgetrocknete Böden, fehlender Regen oder Futtermangel sind dort weit weg.

Dabei hängt selbst die Milch vom Wetter ab. Wenn auf den Wiesen zu wenig Gras wächst, müssen Bauern auf Futter zurückgreifen, das eigentlich für den Winter gedacht war, oder zusätzliches Futter zukaufen. Beides kostet Geld.

Bei Kartoffeln oder Getreide ist die Verbindung noch direkter. Fällt die Ernte kleiner aus, gibt es weniger heimische Ware. Das kann den Preisdruck erhöhen.

Eine Milliarde Euro Dürreschaden bedeutet natürlich nicht, dass morgen jede Kartoffel oder jedes Glas Milch plötzlich viel teurer wird. Unsere Lebensmittelpreise hängen auch von Energie, Transport, Verarbeitung, Handel und Importen ab.

Trotzdem haben schlechte Ernten Folgen: Für die Bauern steigen die Kosten, bestimmte Lebensmittel können knapper werden und ein Teil dieser zusätzlichen Kosten kann am Ende auch bei den Konsumentinnen und Konsumenten landen.

240 Millionen gegen eine Milliarde

Auch politisch hat sich inzwischen etwas getan. Nachdem noch am 19. August über zusätzliche Hilfen gestritten worden war, einigte sich die Bundesregierung am 21. August auf ein Dürrehilfspaket von 240 Millionen Euro.

Betroffene Bauern sollen unter anderem bei den Sozialversicherungsbeiträgen entlastet werden. Zusätzlich sind höhere Zuschüsse zur Dürreversicherung und Zinszuschüsse für Betriebsmittelkredite vorgesehen.

Ich finde vor allem den Vergleich bemerkenswert: Die bisher geschätzten Schäden liegen bei rund einer Milliarde Euro, das Hilfspaket umfasst 240 Millionen Euro.

Natürlich kann der Staat nicht jeden vertrockneten Halm ersetzen. Viele landwirtschaftliche Flächen sind außerdem versichert. Die Österreichische Hagelversicherung gibt an, dass rund 80 Prozent der heimischen Ackerflächen und 40 Prozent des Grünlands gegen Dürre versichert sind.

Die Größenordnung zeigt trotzdem, wie teuer ein einziger extremer Sommer werden kann.

Wenn der Ausnahmezustand öfter kommt

Noch mehr beschäftigt mich eine andere Zahl. Laut Österreichischer Hagelversicherung traten große Dürreschäden früher ungefähr alle zehn Jahre auf. Mittlerweile beobachtet sie größere Schäden alle zwei bis drei Jahre.

Wenn solche Sommer häufiger werden, können wir sie irgendwann nicht mehr jedes Mal wie einen überraschenden Ausnahmezustand behandeln.

Beim Klimawandel reden wir oft über Temperaturrekorde, Niederschlagsmengen und Klimaziele. Das alles kann ziemlich abstrakt wirken. Eine Kartoffel ist weniger abstrakt. Genauso wie Brot oder Milch.

Vielleicht werden wir von dieser Dürre beim nächsten Einkauf kaum etwas bemerken. Vielleicht steigen einzelne Preise. Wie stark sich die aktuellen Ernteausfälle tatsächlich auf unsere Rechnungen auswirken werden, lässt sich derzeit noch nicht seriös sagen.

Eine Milliarde Euro Dürreschaden klingt zunächst nach einer Nachricht über Landwirtschaft. Was auf den Feldern fehlt, kann irgendwann aber auch in unseren Einkaufskörben fehlen. Und spätestens dann ist die Dürre näher, als wir denken.

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