Wirtschaft Österreich Meinung

Vertrauen ist alles: Die Verantwortung, die Anwälte gegenüber ihren Klienten übernehmen, ist hoch

Profile Image
19.01.2026
4 Min.

Möchtest du später Rechtsanwältin oder Rechtsanwalt werden? Die Herausforderungen in diesem Beruf sind groß und du solltest dir gut überlegen, ob sie zu dir passen.

An einem Tag Akten lesen, dann wieder Mandanten treffen oder vor Gericht argumentieren: Ich stelle mir den Anwaltsberuf sehr abwechslungsreich vor. (Foto: Shutterstock)

„Und, was willst du später einmal werden?“ Diese Frage habe ich schon oft gehört. Von Erwachsenen, von Lehrerinnen und Lehrern oder einfach bei Gesprächen in der Familie. Meistens antworte ich irgendwas Ungefähres. Nun habe ich mir die Frage gestellt: Möchte ich Rechtsanwältin werden?

Der Gedanke kam nicht aus dem Nichts. Ein Freund meiner Familie hatte einmal großen Stress wegen eines Vertrags. Ich habe damals nicht alles verstanden, aber ich habe gemerkt, wie hilflos er sich gefühlt hat. Erst als er zu einem Anwalt gegangen ist, wurde er ruhiger. Plötzlich war da jemand, der sich auskannte und ihm erklärt hat, was seine Rechte sind. Das hat mich beeindruckt.

Meine ersten Bilder vom Beruf

Wenn ich früher an Anwälte dachte, hatte ich ein ganz bestimmtes Bild im Kopf: dunkler Anzug, Aktenkoffer, viele komplizierte Wörter. Auch aus Serien kenne ich Anwälte, die im Gericht laut reden und unbedingt gewinnen wollen. Aber je mehr ich mich mit dem Beruf beschäftigt habe, desto klarer wurde mir, dass das nur ein kleiner Teil ist.

In Wirklichkeit geht es viel mehr um Menschen. Anwälte helfen jenen, die nicht weiterwissen. Zum Beispiel jemandem, der sich unfair behandelt fühlt, jemandem, der Ärger mit dem Arbeitgeber hat oder jemandem, der vor Gericht muss und Angst hat.

Oft unterschätzte Verantwortung

Was mich am meisten beschäftigt hat, ist die Verantwortung. Anwältinnnen oder Anwälte hören Geschichten, die oft sehr persönlich sind. Menschen erzählen Dinge, die sie sonst niemandem sagen würden. Sie hoffen auf Hilfe.

Ich stelle mir vor, wie jemand nervös in einem Büro sitzt und versucht zu erklären, was passiert ist. In so einem Moment darf man nicht gleichgültig sein. Man muss zuhören, ehrlich bleiben und versuchen, die beste Lösung zu finden. Das finde ich einerseits stark, andererseits auch ein bisschen beängstigend, weil Fehler echte Folgen haben können.

Vertrauen ist alles

Ohne Vertrauen funktioniert dieser Beruf nicht. Mandantinnen und Mandanten müssen sicher sein, dass ihre Anwältin oder ihr Anwalt nichts weitererzählt. Diese Verschwiegenheit ist gesetzlich geregelt, und das finde ich richtig wichtig. Nur so trauen sich Menschen, offen zu reden.

Gerade wenn es um Streit, Geld oder Gerichte geht, ist Vertrauen extrem viel wert. Ich glaube, das ist einer der wichtigsten Teile dieses Berufs.

Der Weg ist lang

Rechtsanwältin oder Rechtsanwalt wird niemand über Nacht. Der Weg dorthin dauert viele Jahre. Man muss studieren, Prüfungen bestehen und praktische Erfahrungen sammeln. Das klingt anstrengend, und das ist es wahrscheinlich auch.

Trotzdem zeigt dieser lange Weg, wie ernst dieser Beruf genommen wird. Wer Anwalt wird, soll wirklich wissen, was er oder sie tut. Ich finde das gut, auch wenn es abschreckend wirken kann.

Lernen hört nie auf

Gesetze ändern sich ständig, das kommt noch dazu. Wer diesen Beruf wählt, muss immer weiterlernen. Das bedeutet Stress, aber auch Abwechslung. Man bleibt nicht stehen, sondern entwickelt sich weiter. Für mich klingt das nach einem Beruf, bei dem es nie langweilig wird.

Viele Wege, viele Möglichkeiten

Besonders spannend finde ich, dass es nicht den einen Anwalt gibt. Manche arbeiten im Strafrecht, andere im Familienrecht oder im Umweltrecht. Es gibt sogar Anwälte für Internet und Social Media. So kann jeder einen Bereich finden, der wirklich zu ihm passt.

Wie sieht der Alltag aus?

Ein Tag als Anwalt ist nie gleich. An einem Tag spricht man mit Mandanten, an einem anderen sitzt man stundenlang über Akten, und manchmal steht man vor Gericht. Diese Abwechslung finde ich cool, weil ich mir einen reinen Bürojob schwer vorstellen kann.

Geld und Fairness

Natürlich spielt Geld auch eine Rolle. Anwälte bekommen ein Honorar für ihre Arbeit. Das ist fair, weil sie viel Zeit, Wissen und Energie investieren. Trotzdem müssen Mandanten verstehen, wofür sie bezahlen. Die Rechtsanwaltskammer achtet darauf, dass alles transparent und gerecht bleibt.

Passt dieser Beruf zu mir?

Diese Frage kann niemand schnell beantworten. Wer Anwalt werden möchte, braucht Geduld, Durchhaltevermögen und starke Nerven. Man muss reden können, aber noch wichtiger: zuhören. Wer Verantwortung scheut oder schnell aufgibt, wird es schwer haben.

Mein Fazit

Je länger ich über die Frage nachdenke, desto spannender finde ich sie. Rechtsanwältin oder Rechtsanwalt zu sein bedeutet nicht nur Arbeit, sondern auch Sinn. Man kann Menschen helfen, für Gerechtigkeit sorgen und wirklich etwas bewirken.

Ich bin noch jung, und ich weiß noch nicht, welchen Beruf ich später wirklich ergreifen werde. Aber eines weiß ich jetzt sicher: Der Beruf des Anwalts ist viel mehr, als ich am Anfang gedacht habe. Und genau deshalb war diese Frage der Rechtsanwaltskammer so wichtig.



Österreichischer Rechtsanwaltskammertag Logo

Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung durch den Österreichischen Rechtsanwaltskammertag.

Dir gefällt der Artikel?

campus a college-Preis für Schüler*innenjournalismus Melde dich an um abzustimmen.

Kommentare