Wieder starre ich die weiße Wand an, wieder habe ich meinen Wecker verpasst. Alle sind wach und haben schon längst gefrühstückt. Wie jeden Tag nehme ich zuerst mein Handy, es ist wieder 13 Uhr, ich habe wieder den ganzen Tag verschlafen. Trotzdem scrolle ich zwei Stunden lang an meinem Display, bevor ich mich zwinge, endlich aufzustehen.
Wieder ist mein Vater früh aufgestanden und versucht jetzt, nicht am Handy einzuschlafen, wieder trinkt meine Mutter ihren Tee und schaut sich die Nachrichten an, während meine Brüder schon längst draußen sind. Es ist, als wären wir in einer endlosen Schleife gefangen, aus der wir nicht entkommen können.
Wieder versinke ich in meinem Handy wie alle anderen. Ich sehe die verpassten Anrufe meiner Freundin, sie will mit mir etwas unternehmen. Ich habe schon zweimal abgesagt und bin dabei, wieder „Nein, ich bin heute sehr beschäftigt“ zu schreiben. Ich will raus, aber etwas hindert mich daran. Ich will Spaß haben, aber ich kann nicht aus der Gewohnheit raus, die ich seit Jahren erfolglos bekämpfe.
Plötzlich schaue ich auf die Uhrzeit auf meinem Handy, und es ist wieder 13 Uhr. Wieder starre ich die weiße Wand an und wieder habe ich meinen Wecker verpasst…
Kommentare