Die Venus ist deutlich aktiver als gedacht. Demnach zeigen neue Archivdaten der NASA‑Mission Magellan, wir auf der Oberfläche vulkanische Prozesse laufen, was darauf hindeutet, dass der Planet geologisch nicht völlig „tot“ ist.
Gleichzeitig bereitet die Europäische Weltraumorganisation (ESA) die Mission EnVision vor, die ab 2031 die Venus aus dem Orbit erforschen und hochauflösende Karten ihrer Oberfläche erstellen soll – gemeinsam mit zwei weiteren Missionen, DAVINCI und VERITAS, die Atmosphäre, Oberflächenchemie und Struktur genauer untersuchen. Außerdem planen Forschende zukünftige Sonden, die gezielt nach ungewöhnlichen Gasen wie Ammoniak oder Phosphin in den Venuswolken suchen, was Hinweise auf bislang unbekannte chemische Prozesse oder sogar Lebenszeichen liefern könnte.
Lange Tage auf der Venus
Die Venus ist aber nicht nur aus Sicht der Forschung interessant, sondern auch wegen ihrer besonderen Bewegungen. Ein Tag auf der Venus dauert länger als ein ganzes Jahr bei uns, weil sich der Planet extrem langsam um sich selbst dreht, ein vollständiger Rotationszyklus umfasst etwa 243 Erdtage. Der Umlauf um die Sonne, also ein Venusjahr, dauert dagegen nur etwa 225 Erdtage.
Außerdem dreht sich die Venus rückwärts, sodass Sonne und Sterne scheinbar in entgegengesetzter Richtung auf- und untergehen. Der Sonnentag, also die Zeit von einem Sonnenaufgang bis zum nächsten, beträgt dadurch etwa 117 Erdtage, und warum sich der Planet so seltsam dreht, ist noch nicht vollständig geklärt; vermutlich spielen Kollisionen in der Frühzeit des Sonnensystems und Gezeitenkräfte der Sonne eine Rolle.
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