Es war ein Montagmorgen wie jeder andere. Ein guter Start in den Tag, hätte ich nur gewusst, was noch passieren würde. Ich ging wie immer in die Schule und unterhielt mich mit meinen Freunden über das Wochenende. Wir lachten und tratschten. Noch ahnte ich nicht, dass mir mein Lächeln bald vergehen würde. Die erste Stunde: Biologie, nicht gerade mein Lieblingsfach.
Heute sollten wir die schriftlichen Wiederholungen zurückbekommen. Hoffentlich hatte ich den Test nicht vermasselt. Der Blick meiner Lehrerin sagte allerdings nichts Gutes. Ups … wieder verhauen. Wie konnte das sein? Schon der zweite Test in Folge! Natürlich hatten fast alle eine gute Note, außer Simon, Lena und mir. Egal, das kann passieren. Jetzt kam endlich ein Thema, das ich verstand: Fotosynthese, mein Lieblingsthema.
„Wer kommt freiwillig nach vorne und löst diese Aufgabe?“, fragte die Lehrerin. Natürlich wusste ich die Antwort und meldete mich. Ein bisschen Eindruck machen konnte nicht schaden. Ich nahm den Marker, drehte mich zur Klasse und begann zu schreiben. Ich spürte die Blicke meiner Mitschüler. Warum sahen sie mich so komisch an? Hatte ich noch etwas vom Jausenbrot zwischen den Zähnen?
Meine beste Freundin Tugce flüsterte: „Michelle … du … du schreibst mit dem Edding!“ Ich schaute auf die Tafel und sah es: ein wunderschöner, fetter, nicht abwischbarer Satz mitten drauf. Die Lehrerin kam, seufzte und sagte: „Tja … das bleibt jetzt für die Nachwelt.“
Seitdem steht der Satz „Fotosynthese ist wichtig“ für den Rest des Schuljahres an der Tafel und ich wurde zur Tafelkünstlerin des Jahres ernannt.
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