Wenn jemand stürzt, ist es einen Moment lang ruhig
Auf dem Schulhof stolperte ein Klassenkamerad über einen Fußball und fiel zu Boden. Es war nichts Dramatisches passiert, aber sofort drehten sich mehrere Menschen um, Unterhaltungen verstummten. Auch ich blieb einen Moment stehen. Einer lachte, ein anderer schaute nur, ob es ihm gut geht. Der Junge rappelte sich schnell auf, lachte kurz und tat so, als wäre nichts geschehen. Und genauso schnell war alles wieder vergessen. Mir fiel auf, wie schnell sich solche Situationen abspielen und ebenso schnell wieder aus unserem Blickfeld verschwinden.
Türen werden gehalten, oft nur kurz
Ich habe schon oft beobachtet, dass Menschen einander die Tür aufhalten, sei es in der Schule oder im Supermarkt. Dabei halte ich die Tür meist nur so lange auf, bis die andere Person fast da ist, ein oder zwei Schritte entfernt lasse ich los. Einmal musste eine Schülerin sogar noch etwas schneller laufen, um die Tür zu erreichen. Die Geste ist freundlich gemeint, doch oft geschieht sie wie ein Reflex, ohne dass man wirklich darüber nachdenkt, wie viel Abstand noch ist.
Auf die Uhr blicken, ohne Zeit zu spüren
In der Schule schaue ich oft auf die Uhr, vor allem, wenn sich eine Stunde langzieht. Ich blicke auf die Zeit, bin mir nach ein paar Minuten aber schon wieder unsicher, wie viel eigentlich vergangen ist. Es ist eher eine reflexhafte Handlung, verbunden mit dem Gedanken, dass der Unterricht bald enden müsste. Trotzdem fühle ich mich dadurch nicht besser, im Gegenteil, es verstärkt oft das Gefühl, wie langsam die Zeit vergeht.
Diese kleinen Beobachtungen wirken zunächst trivial, aber wenn wir genauer hinsehen, erkennen wir, wie viel in unserem Alltag unbewusst passiert. Dabei wurde mir bewusst, dass ich selbst oft reagiere, ohne wirklich zu wollen, und dass viele unserer Handlungen automatisch ablaufen.
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