Ein Tropfen suchte ein Ziel
Und tropfte herab auf den Stein
Tropf-tropf-tropf
Doch dort schien niemand zu sein
Floss weiter, weiter, weiter, auf dem grauen Asphalt
Tropf-tropf-tropf
Aber dort wurd’s ihm nur kalt
Und er floss, bis er dann an einen Gullydeckel kam
Tropf-tropf-tropf
Bis die Dunkelheit ihn nahm
Und im Dunkel, Dunkel, Dunkel
Traf er auf drei and’re Tropfen
Hörte sie tropf-tropf-tropf
An die Kanalwand klopfen
„Draußen ist es hell“, sagte Tropfen Nummer eins
„Dort werden wir die Pflanzen tränken, wir und unsereins“
„Draußen braucht man uns“, meinte Tropfen Nummer zwei
„Wir müssen ander’n Tropfen helfen, sonst ist’s mit uns vorbei“
„Wenn wir nur das Licht fänden“, sprach der dritte Tropfen nun
„Dann würden wir sofort wissen, warum wir das hier tun“
Der kleine Tropfen hörte zu, und wusste nicht genau,
Was er jetzt tun sollte, außer schau’n
„Willst du uns denn helfen?“, sagte Tropfen Nummer zwei
„Wir könnten Hilfe brauchen, du wärst dann bei uns dabei!“
„Nein!“, sprach der Tropfen, „bei euch mach ich nicht mit!“
„Ich bin allein, und ihr seid ja zu dritt!“
„Ihr müsst euch dauernd streiten, nein, euch reich‘ ich nicht die Hand!“
Und so zog der kleine Tropfen weiter durch das Land
Nun, ein paar Minuten später
Flossen drei Tröpfchen zum Licht
Sie freuten sich und flossen in den Boden sicherlich
Und dort tränkten sie die Blumen und die Bäume dann
Doch ein einsamer Tropfen verrann.
Ein kleiner Tropfen
Sarah Skoff
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Volontärin · BG / Borg Liebenau
25.11.2025
2 Min.
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