Der Countdown läuft, die Matura rückt immer näher, und plötzlich wird diese eine Frage immer lauter: „Und was machst du danach?“ Ich sitze im Klassenzimmer, rund um mich reden alle über Studiengänge, Unis und Zukunftspläne. Viele wirken so sicher, als hätten sie ihren Weg längst gefunden.
Ich höre zu, denke nach und merke, dass sich mein Plan anders anfühlt. Kein direkter Start ins Studium, kein klar vorgezeichneter Weg. Stattdessen begleitet mich schon lange dieser Gedanke: zuerst einmal raus, Neues sehen, Erfahrungen sammeln.
Ein Schritt ins Ungewisse
Die letzten Jahre in der Schule waren oft durchgeplant. Prüfungen, Hausaufgaben, Termine, alles hatte seinen festen Platz. Aber je näher die Matura rückt, desto mehr merke ich, dass ich mir Zeit nehmen will, bevor ich den nächsten großen Schritt mache. Ich möchte nicht einfach direkt weitermachen, nur weil „alle so machen“. Stattdessen will ich kurz stehenbleiben, durchatmen und überlegen, was ich wirklich will.
Schon seit Beginn der Oberstufe ist für mich klar, dass ich ein Gap Year machen möchte. Dieser Gedanke begleitet mich schon lange und fühlt sich mit der Zeit immer richtiger an. Auch meine Schwester hat bereits ein Gap Year als Au Pair absolviert, vielleicht kommt daher meine Lust dazu. Ich reise sehr gerne, entdecke neue Kulturen, Sprachen und probiere vor allem gerne neues Essen. Oft finde ich dabei neue Lieblingsgerichte. All das sind Gründe, warum ich diesen Schritt gehen möchte.
Neue Länder, neue Erfahrungen
Ein großer Teil meines Gap Years wird wahrscheinlich ein Aufenthalt im Ausland sein. Ich plane, mit Erasmus für ein paar Monate in ein nördliches Land zu gehen, wahrscheinlich irgendwo in Skandinavien. Allein die Vorstellung, dort zu leben, eine andere Kultur kennenzulernen und neue Menschen zu treffen, motiviert mich total. Ich werde vermutlich bei einer Gastfamilie leben und im Betrieb mithelfen. Ich werde nur wenig verdienen, aber die Erfahrungen, die ich dort sammeln werde, sind mehr wert als Geld.
Ich glaube, dass solche Erfahrungen extrem wachsen lassen. Man ist auf sich allein gestellt, muss Dinge selbst organisieren und lernt, mit neuen Situationen umzugehen. Genau das reizt mich daran.
Bereits 14 Wochen habe ich im Ausland gelebt, im Alter von nur 17 Jahren. Damals absolvierte ich ein langes Praktikum und entschied mich, alleine nach Island zu gehen. Es war eine der besten Entscheidungen, die ich jemals getroffen habe.
Arbeiten, Reisen und einfach leben
Nach meiner Zeit im Ausland möchte ich wieder nach Hause kommen und ein bisschen arbeiten. Einerseits, um Geld zu verdienen, andererseits, um wieder mehr Zeit mit meiner Familie zu verbringen. Danach könnte ich mir vorstellen, noch zu reisen. Vielleicht werde ich Work & Travel machen oder, wenn es sich ausgeht, einfach nur reisen. Wohin genau, weiß ich noch nicht.
Ich finde die Vorstellung schön, nicht sofort den „festen“ Weg einzuschlagen, sondern mir Zeit zu nehmen, verschiedene Dinge auszuprobieren. Einfach mal machen, ohne schon alles genau planen zu müssen.
Warum ich nicht direkt studieren will
Natürlich hat es auch Vorteile, direkt nach der Matura zu studieren. Man bleibt im Lernen drin und verliert keine Zeit. Aber ich habe für mich gemerkt, dass ich diesen Abstand brauche. Ich möchte mein Studium nicht einfach anfangen, weil es der nächste logische Schritt ist, sondern weil ich wirklich dahinterstehe.
Ich glaube, dass ich nach einem Jahr voller Erfahrungen viel klarer weiß, was ich will, und dann motivierter ins Studium starten kann.
Mein Weg
Im Herbst nach meinem Gap Year möchte ich dann mit meinem Studium beginnen. Bis dahin will ich so viel wie möglich erleben, Neues ausprobieren und mich selbst besser kennenlernen.
Für mich ist das Gap Year keine „verlorene Zeit“, sondern eine Investition in mich selbst. Es ist mein Weg, meinen eigenen Rhythmus zu finden, und genau das fühlt sich im Moment einfach richtig an.
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