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Ein Hobby mit Hand und Herz

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Volontärin · KLEX - Klusemann Extern
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30.07.2026
13 Min.

Stell dir einmal vor: Du sitzt da, Musik im Ohr, keine Schulaufgaben, um die es sich zu kümmern gilt, keine Termine oder Verpflichtungen. Eine warme Sommerbrise fährt dir durchs Haar und lässt das Wollknäuel von deinem Schoß taumeln. Lächelnd hebst du es auf und widmest dich wieder deinem neuesten Strickprojekt. Was gibt es Schöneres?

 

Mein mobiler Happy Place :) (Foto: Privat)

Ich habe mich mit Häkel- und Strick-Begeisterten sowie Skeptikerinnen quer durch die Bank unterhalten, um herauszufinden, was es ist, das diese Art von Beschäftigung so besonders macht. Denn auch wenn man es im ersten Moment nicht glauben mag, Stricken und Häkeln bringt beinahe jeden Aspekt, der ein erfüllendes Hobby ausmacht, unter einen Hut. Es vereint rhythmisches Handwerk mit Kreativität, verleiht Selbstbestimmung und Individualität, während es Menschen zusammenbringt und ganz nebenbei auch noch Demenzerkrankungen vorbeugen und das Gehirn fit halten kann. Man setzt ein Statement zur Entschleunigung in unserer konsumorientierten, sich immer und immer schneller drehenden Welt.

Es gibt einige Leute meines Alters, die das ganz ähnlich sehen. „Mich begeistert es, weil man sich aus einem Faden so viele unterschiedliche Dinge machen kann, in verschiedensten Farben, Arten und Größen“, meint zum Beispiel Mavie (16). „Ich mag die Möglichkeit, kreativ sein zu können, das Haptische, autark sein zu können und bei Bedarf auch die intellektuelle Herausforderung, immer wieder etwas Neues zu lernen“, sagt auch Dorothea (61), eine richtige Expertin auf dem Gebiet. „Ich habe viele "textile" Hobbies: stricken, häkeln, nähen, sticken, spinnen, weben und ab und zu auch Ausgefalleneres wie Sprang, Naalbinding, Lindenbastherstellung, färben mit Naturmaterialien etc.“

#nonnamaxxing vs #hustleculture

Mit der Gen Z ist das Wollarbeiten Teil eines Lifestyletrends geworden, der jüngst immer mehr AnhängerInnen findet. Unter Hashtags wie „grannyera“, „cottagecore“ oder „slowliving“ findet man Content unzähliger junger Menschen wie „The Tallow Twins“, „Grandma Era“ oder etwa „Lydia Morrow“, die typische „Oma-Aktivitäten“ mit einem modernen Lifestyle verbinden. Man kann sie beim Eintöpfe kochen, ausgedehnten Spaziergängen oder mit einer Tasse Kaffee und Strickzeug in der Sonne sitzend beobachten. Die junge britische Influencerin „Elsa Grace Evelyn“ steht etwa für Slow Concious Living, bewusstes Wahrnehmen des Alltäglichen, ganz ohne Eile. Bei ihr geht es vor allem um handgemachte Kleidung, das Sammeln von Wildkräutern, gesundes, selbstgekochtes Essen und gemütliche Strick-Momente.

Mehrere junge Menschen, mit denen ich gesprochen habe, sind durch diesen Trend überhaupt erst auf die Idee gekommen, mit dem Stricken zu beginnen.

Sie alle schaffen eine direkte Gegenbewegung zu der sogenannten Hustle Culture. Seine Wurzeln hat dieser Begriff in der Hip-Hop Szene der 90er, in der „to hustle“ von Rappern teils zum Beschreiben ihrer Bemühungen um sozialen Aufstieg verwendet wurde. In den 2000ern entwickelte sich mit dem Aufkommen der Gig-Economy die Side-Hustle Kultur, in der sich Menschen für zusätzliches Geld in Nebenjobs oder freiberuflich engagieren. Heutzutage wird er oft zur Verherrlichung etlicher Überstunden, ständiger Produktivität und einer 80-Stunden Woche verwendet, angetrieben von Persönlichkeiten wie Gary Vaynerchuk oder Elon Musk, die das als Symbole für Status und Erfolg verkaufen.

Bei dem nonnamaxxing heißt es stattdessen: Anstatt Überstunden zu schieben oder bis spät in die Nacht feiern zu gehen, ist es genauso okay, sich mit Tee und Häkelnadel in eine Decke zu kuscheln. Handarbeit nimmt aufgrund ihrer enorm entschleunigenden und meditativen Art eine Kernfunktion in der Bewegung ein.

Die Spekulation um den Ursprung

Leider gibt es keine klare Antwort wie: „Im Jahr 1430, in einem Dorf nahe Mumbai in Indien, hat Herr Rohan das Stricken erfunden!“ Wie die meisten Arten von Handwerk war es ein Prozess, der sich an mehreren Orten parallel und untereinander beeinflusst abgespielt hat und damit im Nachhinein nicht vollständig nachvollziehbar ist.

Was wir wissen: Die ältesten bis jetzt geborgenen Artefakte sind Stricksocken aus dem 5. Jahrhundert, die Archäologen in uralten Grabstädten gefunden haben. HistorikerInnen gehen davon aus, dass sich die Technik zu dieser Zeit im mittleren Osten etabliert haben dürfte und mit dem Wollhandel über die Seidenstraße nach Europa gekommen sei, wobei auch zahlreiche undatierte Funde auf der ganzen Welt entdeckt wurden.

Aus europäischer Sicht gab es die ersten Hinweise in Italien und Spanien zwischen dem 13. und 14. Jahrhundert. Auf Latein oder Altgriechisch gibt es gar kein eigenes Wort für das Stricken! Damals war die Strickerei ein angesehener, meist von Männern ausgeübter Beruf. Sogar das spanische Königshaus selbst hatte Angestellte, um die kostbaren Stoffe herzustellen.

Ab Mitte des 15. Jahrhunderts war es dann auch für Frauen zugänglich und diente für sie oft als Mittel zur Existenzsicherung.

Beim Häkeln ist das Ganze zumindest ein kleines bisschen transparenter. Entwickelt hat es sich aus verschiedensten frühen Knotentechniken, wie zum Beispiel der Tambourstrickerei. Der Faden wird in Linien durch den Stoff gehäkelt, und es lassen sich einfach und effizient Muster kreieren. Auch das bosnische Häkeln oder „Shepards Knitting“ war höchstwahrscheinlich ein Vorgänger. Eine einfache, aber unglaublich zeitintensive Häkelart, bei der man Runde um Runde in Kettmaschen arbeitet, um einen möglichst robusten, aber dehnbaren Stoff zu erhalten.

Die ersten erhaltenen Stücke sind wahrscheinlich zwischen dem 11. und 13. JH entstanden. Diese waren allerdings so aufwendig und präzise gearbeitet, dass man davon ausgehen kann, dass es sich hierbei nicht um die Anfänge des Häkelns handelt. Funde gab es unter anderem bei verschiedenen Stämmen Mittel- und Südamerikas, in China dürfte es eine gängige Methode zur Herstellung von Puppen gewesen sein. Eine weit verbreitete Theorie besagt, dass die Technik mit arabischen Handelsrouten über Tibet nach Europa gekommen sei.

Dort wirklich eingebürgert hat sich die Technik erst nach 1800, erlebte dann aber einen regelrechten Boom!

Das Zeitalter der Industriellen Revolution

Die erste Handwirkmaschine wurde im 16. Jahrhundert von einem englischen Geistlichen namens William Lee entwickelt. Dabei wird nicht wie beim Stricken der Faden durch jede Masche nacheinander hindurchgefädelt, sondern gleich automatisiert, Reihe für Reihe. Großflächig wurden Wirkmaschinen aber erst mit der Industrialisierung und dem Beginn der Massenproduktion eingesetzt. Damit verlor das Handstricken auch schnell an Bedeutung, wanderte als Teil der unbezahlten Carearbeit ins Heim und verfestigte sich als Symbol der traditionellen Geschlechterrolle der Frau.

Etwas vorgespult: In den 80ern erlebte das Handstricken einen kurzzeitigen Boom, galt als „öko“ und „alternativ“. Abgeordnete der Grünen in Deutschland stricken sogar während Bundestagssitzungen im Parlament. Sie nutzen es als Symbol für Feminismus und Reform, um sich in den „langweiligen, trägen“ Sitzungen die Zeit zu vertreiben. In den 90ern fand dieser allerdings mit dem modischen Wandel und Boom der Fast-Fashion Industrie schnell ein Ende. Zusätzlich traten immer mehr Frauen in Vollzeitberufe ein, was neben der ganzen Carearbeit nicht viel Zeit für handwerkliche Hobbys übrig ließ. Auf einmal kam das Image des altmodischen „Oma-Hobbys“ auf, das sich bis heute hartnäckig hält. Erst in den 2010ern beginnt die Wollszene mit der Digitalisierung erneut Fahrt aufzunehmen. Die Menschen mussten nicht mehr nach den verstaubten Altschrift Anleitungen im Keller suchen, sondern können jetzt online auf alle möglichen Arten von Tutorials, Anleitungen und Inspirationen zugreifen. Es entwickelte sich eine ganz eigene Community, die immer und immer weiter wächst.

Dann kam das Jahr 2020. In Folge der Pandemie sitzen die Menschen mit so viel freier Zeit und abgesagten Plänen zuhause, dass sie gar nicht mehr wissen, wohin damit. Der Wirtschaftssektor Wollzubehör kann sich da nicht beschweren, denn immer mehr entdecken die Beschäftigung für sich, und das schlägt sich in den Gewinnen nieder. LoveCrafts zum Beispiel machte Profit von über 260 % des Vorjahres, Bestellungen nach Wolle, Häkelnadeln, Maschenmarkierern, Nadeln etc. schossen in die Höhe, der Hashtag #knitting posts wurde auf Instagram 62 Mio. + mal genutzt.

Auch Dorothea fällt das auf. „Ich bin jetzt 61 und finde das sehr lustig, dass es in den letzten Jahren (auch aufgrund von Corona etc.) wieder viel mehr Menschen gibt, die wahrnehmbar solche Dinge tun. In meinen 20ern-40ern war ich praktisch die Einzige in meinem Umfeld, die solche Dinge konnte und mochte. Für Viele meiner Generation war das unnötig ("kann man doch alles kaufen???") und auch teilweise altmodisch... Wir hatten ja teilweise noch sehr traditionelle Handarbeitslehrerinnen in der Schule, die kein sehr attraktives Vorbild waren.“

Vorteile für die mentale Gesundheit

Warum die Menschen in dieser schwierigen Zeit ausgerechnet zum Wollknäuel griffen, kann ich persönlich gut nachvollziehen. Die rhythmischen Bewegungen, das Gefühl des Fadens auf der Haut, das Erfolgserlebnis, etwas vor sich zu haben, das man mit seinen eigenen Händen erschaffen hat, der Austausch in der Community … das tut einfach gut. Und das sehe nicht nur ich so. Annika (16) erzählte mir, sie sei ruhiger und irgendwie ausgeglichener, wenn sie gerade ein Projekt am Laufen hat. Mavie sagt, die rhythmischen Bewegungen würden sie runterbringen und den Drang befriedigen, immer etwas mit den Händen zu tun zu haben. Es verleiht Selbstbewusstsein, nach und nach neue Techniken zu meistern und den eigenen Stil herauszuarbeiten. Man ist fähig, selbstbestimmt etwas ganz Eigenes und Persönliches zu kreieren.

Um sich allerdings nicht auf anekdotische Evidenz zu stützen: Was sagt die Wissenschaft dazu?

Laut einer Studie aus dem Jahr 2024 können Emotionen beim Stricken besser verarbeitet werden. Es biete einen wirksamen Mechanismus, um negative Gedankenspiralen zu durchbrechen und zu vermeiden. Macht ja auch Sinn: Wer schon einmal ein Seashell-Pattern in einer Runde mit 172 Maschen gehäkelt hat, weiß, dass bei dem ganzen Zählen nicht viel Platz im Kopf für Anderes bleibt. So wird Textilarbeit mittlerweile auch als gut etablierte Therapieform bei Essstörungen angewendet, um den ständigen Gedanken um das Thema entgegenzuwirken.

Auch im Artikel „Promoting health through yarncraft: Experiences of an online knitting group living with mental illness, 2024” wird Stricken mehrfach als Coping Mechanismus genannt und u.a. eingesetzt, um selbstverletzendes Verhalten zu unterdrücken.

Mehrfach wurde bewiesen, dass das physiologische Stresslevel mit Strickaktivität gesenkt werden kann. Praktisch auch, weil man das Strickzeug in so gut wie jede potenziell stressige Situation einfach mitnehmen kann. Ob auf einer Party, in der Schule oder im Bus: Die Nadeln auszupacken und sich kurz zu beruhigen, ist Gold wert. Der Olympia-Turmspringer Tom Daley berichtet gegenüber der britischen Zeitschrift GQ in einem Interview: „Ich verbringe immer viel Zeit mit Stricken, wenn ich einen hohen Cortisolspiegel habe und mich in stressigen Wettkampfsituationen befinde.“

Vieles davon trifft natürlich auch auf andere Arten von Kunsthandwerk zu. Am Ende ist es natürlich für jeden und jede von uns ganz individuell, was einem besonders gut tut. Ein Zitat dazu, das mir vor Kurzem auf Pinterest untergekommen ist und seither nicht mehr aus dem Kopf gegangen ist: „Humans were designed to create. That’s why we get depressed when all we do is consume.“

Gehirnjogging mit Nadel und Faden?

Interessanterweise ist nicht bekannt, was genau im Gehirn zu der erhöhten Neuroplastizität und den damit verbundenen positiven Effekten führt. "Aber das Phänomen ist wissenschaftlich recht gut abgesichert. Allein die Fülle an Studien dazu, die alle zu einem ähnlichen Ergebnis kommen, bestätigt das", sagt Thomas Klausberger, Neurobiologe und Leiter des Zentrums für Hirnforschung an der Med-Uni Wien gegenüber der Wochenzeitung „Standard“; „Wir sehen, dass Menschen, die handwerken, im Garten arbeiten, Journaling betreiben, also vor sich hinschreiben, oder eben handarbeiten, ein geringeres Demenzrisiko haben und generell der kognitive Verfall weniger stark ist.“

Eine Studie aus dem Jahr 2019 kam außerdem zu dem Ergebnis, dass sich die Konzentration auf auditive Reize während dem Stricken signifikant erhöht. Das gilt allerdings nur für einfache, automatisierte Bewegungen und nicht etwa aufwendige Muster, bei denen man ständig mitzählen muss. Annika überlegte: „Mich hält es eher davon ab, etwas anderes zu tun, bei dem ich mich dann deutlich schlechter konzentrieren könnte.“

Neben der offensichtlich enorm kreativitätsfördernden Wirkung konnte außerdem gezeigt werden, dass die rhythmischen Bewegungen ein effektiver Weg sein können, um einen sogenannten „Flow-state“ zu erreichen. Die Theorie des Flows stammt von Mihály Csíkszentmihályi und beschreibt einen Bewusstseinszustand, in dem Raum und Zeit vergessen werden, Bewegungen wie automatisch aufeinander folgen und der Fokus einen Höhepunkt erreicht. Im Gehirn wird dabei die Aktivität des medialen präfrontalen Kortex heruntergeschraubt, der für soziale Kognition und die Verarbeitung von Angst zuständig ist. Zudem dominieren entspannte Alpha- und Theta-Frequenzen, die mit erregter Entspannung verbunden werden und vor allem bei Meditation vorkommen. Ein Flow-state kann am besten mit einer Aufgabe erreicht werden, die fordert, aber nicht überfordert: ein schmaler Grad, den es auszubalancieren gilt.

Die Community

Auf den ersten Blick erwecken Textilhobbys den Anschein eines typischen Solo-Hobbys. Und klar, das kann es auch sein; muss es aber nicht!

Will man in den Austausch mit Anderen gehen, gibt es nicht nur die -in meiner Erfahrung- meist offene und respektvolle Crafting- Bubble auf Social Media. Auch zahlreiche Events im echten Leben, die Möglichkeiten bieten, Gesellschaft zu genießen und vielleicht sogar neue Freundschaften zu schließen, sowie Trends wie das „Yarn Bombing“, bei dem Menschen zusammenkommen, um von Türklinken über Bänke und Bäume alles Mögliche im öffentlichen Raum zu umhäkeln oder zu umstricken. Am populärsten ist der Trend in den USA, Großbritannien und Chile.

Der „World-Wide Knit In Public Day“ findet jedes Jahr am 2. Samstag des Junis statt, wurde 2005 in Paris und den USA gestartet und mittlerweile auf der ganzen Welt gefeiert. Menschen werden dazu eingeladen, ihre Wolle in öffentlichen Verkehrsmitteln, Parks oder auf Plätze zu bringen. Ursprünglich war die Idee, Stricken aus den Häusern in die Öffentlichkeit zu bringen, um es vom Image der „Hausfrauensache“ zu befreien, und Sichtbarkeit zu schaffen. In meiner Erfahrung sind alle Teilnehmenden unglaublich offen, es bietet also eine wunderbare Möglichkeit, sich mit dem Strickzeug zu jemandem hinzusetzen und einfach mal zu fragen: „Was strickst du da gerade?“

Dann gibt es noch Events wie das „New York Sheep and Wool Festival“ mit jährlich rund 20-30.000 Besuchern. Ein bisschen näher sind immer im März und September die Wiener Wollträume, mit Ständen, Workshops und Aktionen am Wienberg. Eine große Empfehlung! Auch beim Wiener Wollkongress, der leider nur im 2-Jahres Rhythmus stattfindet, lohnt es sich vorbeizuschauen. „Direkt auf der belebten und beliebten Wiener Mariahilfer Straße kommen wir zusammen, um gemeinsam zu stricken, häkeln, plaudern, lachen und uns über die aktuellsten Trends und Muster auszutauschen.“, heißt es auf der Website.

Ein anderes, vor allem in letzter Zeit immer weiter ausgebautes Angebot sind Strick Cafés oder Strickkinos. Auch in Österreich gibt es immer wieder zahlreiche (open Air-) Kino Events mit gedämmtem Licht, um nicht den Überblick über die Reihen zu verlieren. Cafés mit eigenem Wollshop oder regelmäßigen Knit&Talk -Events werden immer weiter verbreitet. Ob man da mit einem Strick- oder Häkelprojekt kommt, ist natürlich vollkommen egal, das andere ist oft einfach mitgemeint. Es lohnt sich, in der eigenen Umgebung nach solchen Aktionen Ausschau zu halten!

Abgesehen von alledem, wer war denn noch nicht in der Situation, auf einem Event zu sein, auf dem man nicht viele Menschen kennt, und an irgendeinem Punkt einfach nur etwas verloren dazustehen? Sehe ich dann jemanden mit einem selbstgemachten Kleidungsstück, Accessoire et cetera, ist das direkt ein wunderbarer Gesprächsstart und richtiger Verbindungspunkt, den man mit der Person teilt. Man tauscht sich über die eigenen Stile und Projekte aus, zeigt sich Fotos oder Pinnwände auf Pinterest. Ein bisschen fühlt es sich wie ein geheimes Zeichen an, das einen als Teil der Community markiert und mit dem man sofort einen Teil seiner Persönlichkeit nach außen tragen kann. Und es gibt oft nichts Schöneres als Unbekannte, die auf dich zukommen und nach der Anleitung für deine Tasche fragen.

Häkeln oder Stricken

Überzeugt? Doch was ist jetzt die bessere Wahl, Stricken oder Häkeln? Die Grundlagen vom Häkeln sind deutlich einfacher zu lernen, weswegen viele damit starten. Allein damit lässt sich schon sehr viel machen. Stricken braucht am Anfang etwas Übung, wobei dann Viele schon voreilig aufgeben. Hat man die einfache Rechts- und Linksmasche dann aber drauf, kann man sie zu unzähligen verschiedenen Mustern kombinieren und auch selbst kreativ werden.

Dadurch, dass man beim Häkeln Masche für Masche arbeitet und nicht wie beim Stricken mehrere gleichzeitig auf der Nadel hat, kann man ein bisschen wie beim 3D-Drucken in alle Richtungen weiterhäkeln und, ohne nähen zu müssen, extrem leicht kleine Kuscheltiere und Ähliches kreieren. Es gibt bis dato auch keine Maschine, die es schafft, die Technik nachzustellen. Es ist schon etwas Besonderes zu wissen, dass, so wie du dein Stück vor dir hast, es nur von Hand hergestellt werden kann.

Für gestrickten Stoff braucht man in der Regel etwas weniger Wolle, er ist glatter und oft besser für tragbaren Stoff. Auch Mavie sagt: „Vergleichen ist, denke ich, schwer, da sie beide ihre Daseinsberechtigung haben. Mittlerweile bevorzuge ich fürs Kleidung machen eher Stricken, da es meiner Meinung nach hochwertiger aussieht. Für andere Projekte wie z.B. kleine Geschenke oder Taschen bevorzuge ich das Häkeln.“

Dorothea: „Zwischen Stricken und Häkeln kann ich mich schlecht entscheiden. An Häkeln mag ich, dass man sehr gut 3D gestalten kann (Amigurumis ect...), bei Stricken mag ich, dass man die Dinge auch gut anziehen kann und dass es so viele (auch traditionelle) Strick Techniken gibt.“

Wolle, Nadel und los geht’s!

Interessanterweise haben fast alle Nicht-Strickerinnen, die ich danach gefragt habe, ähnliche Gründe genannt. Entweder sie hätten keine Zeit für so etwas oder meinten, sie seien „halt eben nicht so der handwerkliche Typ“ und dass es doch viel zu aufwendig zu lernen sei. Beides kein Problem, denn einmal auf YouTube „Häkeln lernen“ eingeben und 10 Minuten später bist du bereit für dein erstes Projekt. Auch ansonsten ist das Internet nur so überschwemmt von wirklich hilfreichen, kostenlosen Erklärvideos für alle möglichen Techniken und Projekte. Ob Tasche, Rock, Cardigan, Scrunchie, Kuscheltier, Schlüsselanhänger, Schaal, Tassenuntersetzer, Handwärmer, Einkaufssackerl, Mütze, et cetera : Für wirklich ALLE ist etwas dabei.

Wichtigsten Quellen:

Vielen Dank an Annika, Lisa, Mavie, Sabine, Dorothea, Max, Antonia und Kathi

https://opus.bsz-bw.de/msh/frontdoor/deliver/index/docId/1137/file/MSH_BA_Bruenner_300725.pdf

https://www.henryford.com/visitors/caregivers/care-connections/education/the-benefits-knitting-and-crochet#

https://motherknitter.com/history-of-knitting/?srsltid=AfmBOopDRP_azZgoQUzXIf0Fu7-7Z7LvJ7DWIZAHfnMz8tmuN_0wxofJ

https://www.lanternmoon.com/blogs/blog-post/how-knitting-trends-craft-culture-changed-from

https://www.derstandard.at/story/3000000214401/wie-stricken-und-heimwerken-das-demenzrisiko-senken







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Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung durch die Kronen Zeitung.

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