Die kalte Winterluft, die durch das offengelassene Fenster weht, reißt mich unachtsam aus meinen Träumen.
Die Decke, die mich einst noch wärmte, fühlt sich nun wie eine eiskalte Eisschicht an. Ich versuche mich von der Decke zu befreien, was sich als beschwerlich herausstellt. In der vorherigen Nacht wurde mir meine ganze Kraft geraubt und die Decke wurde zu einer Last, schwerer als alles, was ich je tragen musste.
Nach einigen Zeigersprüngen der Uhr befreie ich mich von der Decke.
Daraufhin erwischt mich ein kalter Luftzug.
Die eisige Luft bringt meine Haut zum Kribbeln und reißt mich endgültig aus der dunklen Nacht.
Ich betrete den Flur auf wackligen Beinen.
Das bekannte Gesicht meiner Mutter taucht vor mir auf, doch diesmal anders als in den letzten 16 Jahren meines Lebens.
Auf ihrem Gesicht spiegelt sich pure Angst wieder.
Das Zittern ihres Körpers ist unübersehbar.
Ihre Augen verweigern das Blinzeln und erstarren.
Bei ihrem Blick läuft mir ein kalter Schauer über den Rücken.
Ihr Blick erkennt mein Antlitz nicht…
Ihre eigene Tochter ist ihr völlig fremd.
Alle Erinnerungen, die einst durch ihren Kopf gingen, scheinen verschwunden zu sein.
Wir tanzten durch die Räume, ließen die Musik unsere Richtung vorgeben.
Lachanfälle die von uns zu einer Melodie komponiert wurden.
Alles weg….
Keine Spur mehr von Erinnerungen, nichts mehr zu finden…
Aus ihrem Hals entfliehen Schreie, die mich auf eine seltsame Art erschrecken.
Meine Füße wurzeln sich in den gealterten Holzboden und die Zeit bleibt für einen Augenblick stehen.
Sie hört nicht auf…
Ich muss hier weg…
Deshalb befreie ich mich von meiner Starre und stürme aus dem Haus.
Die Schreie verfolgen mich bis in den Wald.
Das Wehen der Bäume kann mich dennoch beruhigen.
Doch was an jenem Wintermorgen geschah, wird mich in Form von Erinnerungen plagen.
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