Als ich am Mittwochvormittag mit einem Tellerlift einen Berg hinauffahren wollte, ahnte ich nichts von dem, was folgen würde. Ein Schreck jagte den nächsten.
Schon nach wenigen Metern fiel ich aus dem Lift. Ich robbte sofort zur Seite, damit niemand über mich stürzte. Eine Klassenkameradin rief mir zu, einer meiner Ski liege noch auf der Strecke. Ich hatte es nicht einmal bemerkt. Mein Skilehrer wollte helfen und stupste den Ski an. Der rutschte prompt den Berg hinab. Ich schnallte schnell den anderen Ski ab und lief in Skischuhen hinterher. Zum Glück blieb er nach wenigen Metern liegen. Ich wartete, bis kein Lift mehr vorbeifuhr, rannte zur Spur und schnappte mir den Ski.
Dann ging ich wieder hinauf, mein zweiter Ski lag ja noch oben. Kaum angekommen, berührte ich ihn und schon rutschte auch er den Hang hinunter. Also lief ich wieder hinab und danach erneut hinauf. Zwei Mal rauf, zwei Mal runter, und ich kam mir langsam wie in einem verrückten Film vor.
Gerade wollte ich meine Ski anschnallen, da hörte ich ein Geräusch aus dem Wald gegenüber. Ich sah genauer hin und entdeckte ein Wolfsjunges. Es winselte und jaulte. Etwas stimmte nicht. Ich lief zu dem Tier und folgte ihm in den dunklen Wald. Als es stehen blieb, sah ich den Grund. Seine Eltern steckten in Fallen fest. Sie bewegten sich kaum und hatten sichtbar Schmerzen.
Ich entschied mich sofort zu helfen. Vorsichtig näherte ich mich, denn Wölfe gelten als scheu und reagieren schnell auf Gefahr. Die Tiere knurrten und zeigten ihre Zähne. Ich hatte Angst, doch ich wollte sie nicht ihrem Schicksal überlassen. Langsam kamen wir einander näher. Die Wölfe merkten wohl, dass keine Bedrohung von mir ausging. Ich öffnete die Fallen und befreite beide Tiere. Zum Glück trugen sie keine schweren Verletzungen davon.
Nach kurzer Zeit standen sie wieder auf. Die Familie wollte weiterziehen. Bevor sie im Wald verschwand, drehten sich die Wölfe noch einmal um und jaulten. Ich winkte ihnen lange nach. Dann ging ich zurück zur Piste, schnallte meine Ski an und fuhr meiner Klasse hinterher. In meinem Kopf überschlugen sich die Gedanken. Ich wusste, dass ich eine unglaubliche Geschichte erzählen würde.
Glaubst du, ich habe richtig gehandelt? Oder hätte ich Hilfe holen sollen von jemandem, der sich besser mit Wölfen auskennt?
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