Ein bisschen Patriotismus kann nicht schaden!

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17.11.2025
2 Min.

Warum an einer Tiroler Schule die Kärntner Fahne hing und was sie bewirkte

10. Oktober: Der Kärntner Landesfeiertag ließ uns in der Klasse zusammenwachsen. (Foto: flaggenplatz.at)

Meine Klasse war zuerst sehr speziell. In ihr saß ein Haufen Individualisten und das Miteinander ließ zu wünschen übrig. Nicht, dass wir einander etwas Böses wollten, Mobbing oder so, nein, überhaupt nicht! Das Problem war, dass viele mit sich selbst so beschäftigt waren und sich nicht für die anderen interessierten. Aber nun wird es langsam besser und dazu tragen lustige Aktionen wie diese wesentlich bei.

Passiert am 10. Oktober dieses Jahres, dem Kärtner Landesfeiertag

Man muss wissen, dass viele Jugendliche aus unserem Nachbarbundesland in Osttirol die Schule besuchen. In meiner Klasse sind es 4 von 21. Und natürlich hätten sie an diesem Tag gerne frei gehabt, so wie es bei ihnen üblich ist. Aber da für sie die Tiroler Regeln gelten (und da ist halt einmal der 19. März der Landesfeiertag), war nichts damit!

Was macht diese Fahne hier?

Also brachten sie kurzerhand die Kärntner Landesfahne mit in die Schule. In den ersten beiden Stunden lag sie einfach nur zusammengerollt auf einem Tisch im Computersaal. Jeder wunderte sich schon, was das überhaupt ist! Als wir dann in unsere Klasse kamen, wurde sie feierlich ausgerollt und von den Buben waghalsig mit Kabelbindern außen an der Jalousie befestigt. Weil wir im dritten und damit obersten Stockwerk sind, war das keine ungefährliche Situation. Die Flagge hing sogar bis in den zweiten Stock hinunter und flatterte vor den Fenstern herum. Wir fanden das alle sehr witzig, warteten aber nur darauf, dass irgendjemand kommen würde, um sich zu beschweren. Doch nichts passierte, was uns sehr wunderte.

Eingreifen aus Sicherheitsgründen

Erst in der fünften Stunde bestand unser Professor darauf, die Fahne einzuholen. Er befürchtete, dass sie jemandem auf dem darunterliegenden Gehweg auf den Kopf fallen könnte. Nach ein bisschen Murren und Diskutieren folgten die Buben seiner Anweisung. Aber das gute Stück sollte nicht einfach wieder eingerollt in der Klasse herumliegen. Kurz entschlossen wurde sie am Stehpult befestigt, wo sie den restlichen Schultag auch blieb.

Blödsinn kann verbinden

Solche Aktionen kann man nicht planen, aber wenn Lehrpersonen, wie in unserem Fall, sie ein Stück weit zulassen, dann fördern sie damit die Klassengemeinschaft oft mehr als durch ein aufwendig geplantes, hochpädagogisches Seminar oder eine aufgezwungene Sitzordnung. Spaß und gemeinsame Erlebnisse gehören zu den besten Motivationsfaktoren, wie wir in unserer Wirtschaftsschule lernen.

Fahnen stehen für etwas, erzählen eine Geschichte und formen eine Gemeinschaft. So auch in meiner Klasse, denn wir werden diesen besonderen Schultag nicht mehr vergessen. Um es mit den Worten von Wolfgang Ambros zu sagen: „Langsam wochs' ma z'amm“.




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