Im Bus zur Schule ist es an diesem Morgen ziemlich laut. Die Sitze vibrieren leicht bei jeder Bodenwelle, und irgendwo quietscht eine Haltestange. Hinter mir sitzen ein paar Kinder und reden zuerst ganz normal über ein Videospiel. Einer hält sein Handy schräg vor die anderen, und man hört kurze, aufgeregte Kommentare und Lachen.
Plötzlich kippt die Stimmung. Einer von ihnen wird sofort lauter und klingt richtig genervt. Er beugt sich nach vorne, sodass der Sitz vor ihm leicht wackelt, und tippt mehrmals schnell auf sein Display. Dabei sagt er immer wieder, dass ihm etwas im Spiel gestohlen wurde. Seine Stimme wird dabei immer höher und angespannter.
Der andere antwortet zuerst noch schnell, aber dann werden seine Sätze kürzer. Er rutscht auf seinem Sitz hin und her und schaut auf sein Handy, ohne viel zu sagen. Zwischendurch hört man nur noch das tiefe Brummen vom Motor und das Rattern der Straße. Für einen kurzen Moment sagt keiner etwas.
Am Ende sagt einer leise, dass er es zurückgeben wird. Die Stimmen werden wieder normal, jemand lacht kurz, und schon reden sie über etwas anderes, als wäre nichts passiert.
Telefonat am Gehweg
Auf dem Weg zur Schule sehe ich einen Jungen, der am Gehweg steht und offenbar mit seiner Mutter telefoniert. Autos fahren an ihm vorbei, und man hört das gleichmäßige Rauschen der Straße. Er schaut die ganze Zeit nach unten und stößt mit der Schuhspitze einen kleinen Stein vor sich her.
Dann sagt er, dass er in der Mathe-Schularbeit eine 3 geschrieben hat. Seine Stimme ist zuerst etwas unsicher, aber bei der Zahl wird sie klarer. Direkt danach sagt er schnell, dass er davor auf einer 5 gestanden ist. Dabei bleibt er stehen und hält das Handy fester ans Ohr.
Er hört eine Weile zu, sagt dann leise „Ja“ und nickt leicht, obwohl seine Mutter ihn nicht sehen kann. Danach wirkt er entspannter, hebt kurz den Blick und geht langsam weiter.
Vorbereitung für den Maibaum
In meinem Dorf wird schon der Maibaum vorbereitet. Der lange Baumstamm liegt quer auf zwei Holzböcken, und die Rinde ist an vielen Stellen schon abgeschält. Helle und dunkle Flächen wechseln sich ab.
Ein paar Leute stehen daneben und arbeiten daran. Einer zieht mit einem Werkzeug lange Streifen von der Rinde ab, die langsam zu Boden fallen. Ein anderer hält den Stamm fest und redet mit den anderen. Zwischendurch hört man ein kurzes Lachen.
Ich bleibe kurz stehen und schaue zu. Das Schaben des Werkzeugs ist deutlich zu hören, zusammen mit den leisen Stimmen. Der Baum wirkt am Boden noch größer, fast länger als die Straße daneben.
Ich stelle mir vor, wie er später aufgestellt wird und von weitem sichtbar ist. Während ich weitergehe, schauen ein paar von ihnen noch einmal über den Stamm, als würden sie prüfen, wie weit sie schon sind.
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