Freiheit…, ein Thema, das mich viel zum Nachdenken brachte. Weil ich denke, dass, sobald ich versuche, es mit Wörtern zu erklären, ich es wieder zu etwas Kleinem mache und es mit Sprache begrenze. Obwohl es etwas viel Bedeutenderes ist, etwas, das dem Menschen passieren sollte. Natürlich kann man aber trotzdem einen Funken dieses Gefühls definieren, etwa als Zustand ohne Kommentar im Kopf. Freiheit ist wie Musik, die wir kennen, ohne sie erklären zu können.
Freiheit hat für mich zwei Seiten, eine innere und eine äußere. Stell dir vor, es ist März. Ein schöner Frühlingstag, und du liegst alleine auf einer weiten, großen Wiese mit den Armen und Beinen ausgestreckt. Das Gras steht schon hoch und die weichen Sonnenstrahlen erwärmen deinen Körper. Der Wind weht sanft und langsam, und alles um dich herum ist friedlich und still, doch eigentlich nicht so still und nicht so ruhig, wie man denkt.
Im Gegenteil, du spürst jede einzelne kalte Brise, das Summen, das man nur hören kann, wenn man völlig konzentriert und entspannt ist, die Sonnenstrahlen, die deine Haut stechen, und wie die Spitzen der Gräser dich kitzeln. Es fühlt sich so an, als ob du in einer Trance wärst, wo dein Kopf mal Frieden gefunden hat, die Zeit sich langsam anfühlt und du frei von Erwartungen, Rollen und Menschen bist. In einem Zustand, wo du sagen kannst: Ja, hier bin ich, und so ist es gut. Das konnte zum Beispiel äußere Freiheit sein.
Das Wohlsein der Seele
Innere Freiheit dahingegen hat mit dem Inneren des Menschen zu tun, insbesondere mit der Seele und ihrem Wohlsein. Zum Beispiel, wenn die Seele frei von Verantwortung, Last, Sorgen, Zwang, Angst und Vorurteilen ist. Wenn sie sich nicht mehr mit den dich kontrollierenden Emotionen beschäftigt und das „Muss“ oder „Soll“ nicht mehr wichtig ist. Wenn du seelisch nicht mehr kämpfst, deine Waffen fallen lässt und keine Erklärung mehr nötig ist für dein Sein. Dann dehnt sich alles in dir aus, und du fühlst eine Geborgenheit in dir selbst, eine Erleichterung, bei der du sagen kannst: „Ich kann sein und bin, wer ich bin, alles ist gut, und das reicht.“
Dies passiert dir vielleicht unbewusst, wenn du in deinem Rückzugsort im Kopf bist, also vielleicht in Tagträumereien oder in deiner Traumwelt, wo es keine Grenzen gibt. Es taucht aber auch in tiefen Gesprächen oder in stillen Momenten auf, die nicht unbedingt gut oder glücklich sein müssen, nur nicht eng.
Kommentare