Sarah steht vor dem Süßwarenregal und blickt ungläubig auf das Preisschild. Fünfzig Euro verlangt das Geschäft für eine Tafel Schokolade. „Das muss ein Fehler sein“, sagt sie leise und fragt die Verkäuferin. „Nein, das ist Dubai-Schokolade“, antwortet diese stolz. „Sehr beliebt auf TikTok.“
Sarah kauft sie trotzdem, um mitreden zu können. Zu Hause bricht sie ein Stück ab: Milchschokolade, einige Pistazien und süße Nudeln. „Fünfzig Euro dafür?“, denkt sie. Sie hat recht. Der Geschmack ist mittelmäßig mit grünen Krümeln
Dubai-Schokolade schmeckt wie gewöhnliche Milchschokolade mit Pistazien und süßen Nudeln. Mehr nicht. Die Konsistenz fühlt sich klebrig an, die Süße überwältigt. Wer Nutella mit gehackten Nüssen kennt, erkennt den Geschmack. Nur teurer. Viel teurer.
Der Geschmack
Der Preis ist völlig überzogen. Fünfzig Euro verlangt das Geschäft für zweihundert Gramm Schokolade. Das entspricht zweihundertfünfzig Euro pro Kilo. Für diesen Preis erhalten wir fünfundzwanzig Tafeln guter Schweizer Schokolade oder fünfzig Tafeln Milka. Die Zutaten rechtfertigen den Preis nicht. Großhändler verlangen für Pistazien etwa fünfzehn Euro pro Kilo, Engelshaar-Nudeln kosten noch weniger.
Die Preisgestaltung
Der Hype ist künstlich aufgebläht. Influencer veröffentlichen Videos vom Aufbrechen der Schokolade, die Kommentare überschlagen sich vor Begeisterung. Doch wer genau hinsieht, erkennt das Muster. Unternehmen schalten bezahlte Werbung, sponsern Beiträge und erzeugen künstlich Hype. Dubai-Schokolade eignet sich perfekt für soziale Medien, ist fotogen, teuer und exklusiv. Der Geschmack spielt eine untergeordnete Rolle.
Der Einfluss von Influencern
Die Wahrheit lautet Marketing schlägt Qualität. Dubai-Schokolade ist ein Marketingprodukt, kein Genussmittel. Der Name vermittelt Luxus und Exklusivität, die Optik passt zu Instagram. Doch Händler verkaufen gewöhnliche Süßware zu Fantasiepreisen. Wer wirklich gute Schokolade sucht, kauft beim Chocolatier um die Ecke. Für ein Zehntel des Preises.
Die Marketingstrategien
„Der Kaiser ist manchmal wirklich nackt, auch wenn er goldene Verpackung trägt.“
Sarah aus dem Süßwarenregal hat fünfzig Euro für überteuerte Milchschokolade mit Pistazien bezahlt. Geschmacklich ist Dubai-Schokolade bestenfalls durchschnittlich, preislich eine Frechheit. Der Hype wird vergehen, die Erinnerung an verschwendetes Geld bleibt.
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