Sport Wien Fakten

Drei Orte, null Euro, ein Tag: Ich teste Wiens kostenlose Sportangebote

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Volontärin · Privates Gymnasium Sacré Coeur Wien
02.10.2026
3 Min.

Ein Laufweg, ein Park voller Fitnessgeräte und ein Ballkäfig: Ich wollte an einem einzigen Samstag herausfinden, wie viel Bewegung Wien gratis zu bieten hat. Am Ende des Tages hatte ich zitternde Arme und eine überraschende Erkenntnis: Sport macht mehr Spaß, wenn er sich nicht nach Pflicht anfühlt.

Ein Hinweis vorab: „Null Euro" heißt hier, dass an diesem Tag keine zusätzlichen Kosten entstanden sind. Schuhe, Wasserflasche und Ball hatte ich schon.

Mein Samstag voller sportlicher Aktivität im Fitnesspark (Foto: Christina Michalka)

9:00 Uhr: Laufen auf der Prater Hauptallee

Meine Schuhe sind geschnürt, die Wasserflasche ist voll. Vor mir liegt die viereinhalb Kilometer lange Allee, über mir ein Dach aus Kastanienbäumen. Kein Eintritt, keine Anmeldung, kein Fitnessstudio. Nur ich, meine Schuhe und die Frage: Muss Sport eigentlich Geld kosten?

Um diese Uhrzeit waren fast nur Hundebesitzer und ein paar andere Läufer unterwegs. Nach den ersten Metern fand ich einen Läufer im roten Shirt, der ein gleichmäßiges Tempo lief, und blieb einfach hinter ihm. Als mir nach zwei Kilometern die Puste ausging, ging ich ein Stück, trank einen Schluck und lief wieder los. Neben mir trabte ein Dackel, der offenbar fitter war als ich. Nach 40 Minuten, mit mehreren Gehpausen, hatte ich die ganze Strecke geschafft. Niemand schaute auf die Uhr, niemand wollte ein Ticket sehen.

13:00 Uhr: Fitnessgeräte im Park

Nach dem Mittagessen ging ich zu den Outdoor-Fitnessgeräten im Willi-Frank Park bei mir in der Nähe. Ich dachte zuerst, die Geräte seien nur etwas für Profis. Doch auf dem Schild bei jedem Gerät zeigten Bilder genau, was zu tun ist. Ich versuchte Klimmzüge. Beim zweiten zitterten meine Arme, beim dritten hing ich nur noch an der Stange und strampelte mit den Beinen. Danach probierte ich Dips und die Beinpresse.

Neben mir trainierte ein älterer Herr, der mir eine Weile zusah und mir riet, die Dips langsamer und sauberer auszuführen. Ich machte die nächsten Wiederholungen in halber Geschwindigkeit. Plötzlich spürte ich jeden Muskel in den Armen und merkte, dass ich vorher nur geschwungen hatte.

16:00 Uhr: Basketball im Käfig

Zum Schluss rief ich zwei Freunde an. Einer von ihnen, mein Cousin, brachte seinen Ball mit. Den Platz im Ballkäfig konnten wir kostenlos benutzen, er befand sich auf der Lerchenfelder Straße im 7. Bezirk Wiens. Wir warfen erst ein paar Körbe, und mein erster Wurf prallte so schief vom Ring ab, dass der Ball über den Zaun rollte. Alle lachten. Dann kamen zwei Jugendliche, die wir nicht kannten, und fragten, ob sie mitspielen dürfen. Wir spielten drei gegen zwei, nach einer Weile tauschten wir die Teams durch, und plötzlich war es ein richtiges kleines Turnier. Nach einer Stunde war ich völlig außer Atem, und mir tat vom Lachen der Bauch weh.

Was ich gelernt habe

Am Abend habe ich nachgerechnet: Ich war etwa zweieinhalb Stunden in Bewegung und habe dafür nichts extra bezahlt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt Kindern und Jugendlichen im Schnitt etwa 60 Minuten Bewegung pro Tag. Das habe ich an diesem Tag locker geschafft. Außerdem fühlte sich der Sport nie wie Pflicht an. Beim Laufen wurde mein Kopf frei, an den Geräten habe ich eine neue Technik gelernt, und beim Basketball habe ich Leute getroffen, die ich sonst nie kennengelernt hätte.

Mein Fazit

Wien hat für alle, die sich bewegen wollen, mehr zu bieten, als man denkt: Laufstrecken, Fitnessgeräte und Sportplätze, die man einfach so benutzen darf. Man muss nur hingehen. Mein Tipp: Sucht euch einen Ort in der Nähe, nehmt jemanden mit und fangt klein an. Ich komme jedenfalls wieder zu den Geräten im Park, und diesmal schaffe ich vielleicht drei saubere Klimmzüge.







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