Sport Wien Fakten

Drei Orte, null Euro, ein Tag: Ich teste Wiens kostenlose Sportangebote

Kein Profil-Bild gefunden.
Volontärin · Privates Gymnasium Sacré Coeur Wien
01.10.2026
3 Min.

Ein Ballkäfig, ein Laufweg und ein Park voller Fitnessgeräte: Ich wollte an einem einzigen Samstag herausfinden, wie viel Bewegung Wien gratis zu bieten hat. Am Ende des Tages hatte ich blaue Flecken, einen Sonnenbrand auf der Nase und eine überraschende Erkenntnis.

Ein Fahrrad, einige Erinnerungen, doch diese betreffen den heutigen abenteuerlichen Tag nicht. Ich teste drei kostenlose Angebote, in Wien Sport zu machen. (Foto: Kristina Callo)

9:00 Uhr, Prater Hauptallee. Meine Schuhe sind geschnürt, die Wasserflasche ist voll. Vor mir liegt die viereinhalb Kilometer lange Allee, über mir ein Dach aus Kastanienbäumen. Ich laufe los. Kein Eintritt, keine Anmeldung, kein Fitnessstudio. Nur ich, meine Schuhe und die Frage: Muss Sport eigentlich wirklich Geld kosten?

Verein, Studio, Ausrüstung: Da kommt schnell einiges zusammen, heißt es oft. Ich wollte es wissen und habe mir vorgenommen, an einem Tag drei kostenlose Sportangebote in Wien auszuprobieren. Ohne Anmeldung, ohne Eintritt, ohne neues Equipment.

9:00 Uhr: Laufen auf der Prater Hauptallee

Um diese Uhrzeit waren fast nur Hundebesitzer und ein paar andere Läufer unterwegs. Nach den ersten Metern fand ich einen Läufer im roten Shirt, der ein gleichmäßiges Tempo lief, und blieb einfach hinter ihm. Als mir nach zwei Kilometern die Puste ausging, ging ich ein Stück, trank einen Schluck und lief wieder los. Neben mir trabte ein Dackel, der offenbar fitter war als ich. Nach 40 Minuten, mit mehreren Gehpausen, hatte ich die ganze Strecke geschafft. Niemand hat auf die Uhr geschaut, niemand wollte ein Ticket sehen.

13:00 Uhr: Fitnessgeräte im Park

Nach dem Mittagessen ging ich zu den Outdoor-Fitnessgeräten in einem Park bei mir in der Nähe. Ich dachte zuerst, die Geräte seien nur etwas für Profis. Doch auf dem Schild bei jedem Gerät zeigten Bilder genau, was zu tun ist. Ich versuchte Klimmzüge. Beim zweiten zitterten meine Arme, beim dritten hing ich nur noch an der Stange und strampelte mit den Beinen. Danach probierte ich Dips und die Beinpresse. Neben mir trainierte ein älterer Herr, der mir zusah und sagte: „Langsam und sauber, nicht schnell und schlampig." Ich machte die nächsten Dips in halber Geschwindigkeit. Plötzlich spürte ich jeden Muskel in den Armen und merkte, dass ich vorher nur geschwungen hatte.

16:00 Uhr: Basketball im Käfig

Zum Schluss rief ich zwei Freunde an. Einer von ihnen ist mein Cousin und brachte seinen Ball mit, den Platz im Käfig konnten wir kostenlos benutzen. Wir warfen erst ein paar Körbe, und mein erster Wurf prallte so schief vom Ring ab, dass der Ball über den Zaun rollte. Alle lachten. Dann kamen zwei Jugendliche, die wir nicht kannten, und fragten, ob sie mitspielen dürfen. Wir spielten drei gegen zwei, nach einer Weile tauschten wir die Teams durch, und plötzlich war es ein richtiges kleines Turnier. Nach einer Stunde war ich völlig außer Atem, und mir tat vom Lachen der Bauch weh.

Was ich gelernt habe

Am Abend habe ich nachgerechnet: Ich war etwa zweieinhalb Stunden in Bewegung und habe keinen einzigen Euro ausgegeben. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt Kindern und Jugendlichen im Schnitt etwa 60 Minuten Bewegung pro Tag. Das habe ich an diesem Tag locker geschafft. Außerdem fühlte sich der Sport nie wie Pflicht an. Beim Laufen wurde mein Kopf frei, an den Geräten habe ich eine neue Technik gelernt, und beim Basketball habe ich Leute getroffen, die ich sonst nie kennengelernt hätte.

Mein Fazit

Wien hat für alle, die sich bewegen wollen, mehr zu bieten, als man denkt: Laufstrecken, Fitnessgeräte und Sportplätze, die man einfach so benutzen darf. Man muss nur hingehen. Mein Tipp: Sucht euch einen Ort in der Nähe, nehmt jemanden mit und fangt klein an. Ich komme jedenfalls wieder zu den Geräten im Park, und diesmal schaffe ich vielleicht drei saubere Klimmzüge.





Kommentare