Die Stille in einer vollen Straßenbahn

Wie kann es in eine vollen Straßenbahn so still werden? Warum öffne ich TikTok, wenn ich meinen Kopfhörer suche? Warum kann Offenheit so entspannend wirken?

Wenn alle aufs Handy starren, statt sich zu unterhalten, kann es auch in einer vollen Straßenbahn ganz still sein. (Foto: Shutterstock)

Am Abend suchte ich zu Hause meine Kopfhörer. Während ich durch mein Zimmer ging, nahm ich automatisch mein Handy in die Hand und öffnete TikTok, ohne darüber nachzudenken. Es war wie ein Reflex. Erst ein paar Sekunden später merkte ich, dass ich das Handy gar nicht benutzen wollte. Ich legte es wieder weg und suchte weiter.

Erstaunliche Offenheit


In der Schule hörte ich nach einer Prüfung ein Gespräch zwischen zwei Schülern. Der eine sagte: „Ich habe fast nichts gelernt.“ Der andere antwortete sofort: „Ich auch nicht.“ Beide lachten . Der Satz war kurz, aber ehrlich. Niemand versuchte, besser dazustehen. Diese Offenheit fiel mir auf, weil Gespräche nach Prüfungen oft anders klingen. Viele sagen automatisch, dass es „eh gut“ gelaufen sei. In diesem Moment wirkte alles lockerer und echter. Für ein paar Sekunden fühlte sich der Druck weniger schwer an.

Nur das Rattern der Räder auf den Gleisen

Heute in der Straßenbahn fiel mir auf, wie viele Menschen gleichzeitig auf ihr Handy schauen. Ich stand im hinteren Bereich und habe selbst auf mein Display gesehen. Fast jede Person hatte den Kopf nach unten gerichtet. Niemand redete. Selbst zwei Freunde, die nebeneinander saßen, scrollten beide durch ihre eigenen Feeds. Die Bahn war voll, aber es fühlte sich still an. Man hörte nur das Rattern der Gleise und gelegentlich eine Durchsage.Ich fragte mich, ob man früher in solchen Momenten mehr miteinander gesprochen hat. Vielleicht hätte man aus dem Fenster geschaut oder einfach die Umgebung beobachtet. Dieser Anblick ließ mich darüber nachdenken, wie stark Handys unsere Aufmerksamkeit einnehmen und wie selten man fremden Menschen noch wirklich begegnet.




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