Wirtschaft Kärnten Meinung

Ein Blick auf den Preis und der Gedanke: Nicht schon wieder. Was jetzt billiger werden sollte

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Volontärin · HAK1 Klagenfurt - Handelsakademie & Handelsschule
02.03.2026
3 Min.

Wenn ich im Alltag einkaufen gehe, merke ich jedes Mal, wie schnell ein kleiner Einkauf teuer wird. Ich bin 18, hab nicht unendlich Geld und ich rechne oft im Kopf mit, ob am Ende noch genug für das Wochenende oder fürs Tanken übrig bleibt. Genau deshalb finde ich die Frage spannend, welche drei Produkte ich durch eine Mehrwertsteuersenkung billiger machen würde. Ich nehme Dinge, die nicht optional sind.

In Österreich reden alle über eine Mehrwertssteuersenkung, aber beim Einkaufen merke ich nichts davon. (Foto: Shutterstock)

Wenn ich ehrlich bin, ich hatte letztens so einen Moment, der mich richtig geärgert hat. Als ich gestern beim Bipa einkaufen war, hat mich fast der Schlag getroffen. Die wollten mehr als fünf Euro für eine eher kleine Packung Tampons. Sind die noch bei Trost? Wer kann sich das schon leisten? Und das ist ja nicht mal irgendwas, das man einfach weglassen kann, sondern etwas, das viele jeden Monat brauchen.



Menstruationsprodukte die man nicht einfach weglassen kann

Bei mir ist das jeden Monat gleich. Irgendwann steht man vor dem Regal und nimmt halt das, was man gewohnt ist, weil man keine Lust hat, herumzuprobieren. Und dann sieht man den Preis und denkt sich kurz, bitte nicht schon wieder. Ich kenne das sogar aus Momenten, wo ich nur schnell noch Tampons holen wollte und plötzlich war das der teuerste Teil vom ganzen Einkauf.

In Österreich hätte es dieses Jahr eigentlich eine Mehrwertsteuersenkung geben sollen und offiziell ist da auch etwas passiert, aber ganz ehrlich, im normalen Supermarkt habe ich kaum eine echte Preisänderung bemerkt. Soweit ich das mitbekomme, merkt man es eher in Apotheken oder es wird dort zumindest sichtbarer kommuniziert. In vielen Supermärkten wirkt es eher so, als ob einfach alles gleich geblieben ist. Und das ist für mich der Knackpunkt. Eine Entlastung bringt nur dann was, wenn sie wirklich bei uns ankommt und nicht irgendwo zwischen Kassa und Konzernzentrale verschwindet.


Verhütung als normale Ausgabe nicht als Luxus

Ich finde, Verhütung sollte sich nicht wie ein Extra anfühlen, das man sich gönnt, wenn gerade Geld übrig ist. Ich erinnere mich an eine Situation, wo wir nach der Schule spontan einkaufen waren und ich mir dachte, ich nehme noch Kondome mit, einfach weil es sinnvoll ist. Dann habe ich den Preis gesehen und kurz überlegt, ob ich es wirklich jetzt kaufe oder später. Das war mir irgendwie peinlich, weil es ja eigentlich etwas Normales ist. Wenn man Verhütung billiger macht, hilft das nicht nur einzelnen, sondern reduziert Stress, Druck und auch dieses Gefühl, dass man bei wichtigen Themen sparen muss. Und wieder das Gleiche wie bei den Frauenprodukten. Wenn es eine Steuersenkung gibt, dann muss man sie auch wirklich sehen. Sonst ist es nur eine Schlagzeile, aber im Alltag ändert sich nichts.


Grundnahrungsmittel die jeder jeden Tag braucht

Bei Brot oder Milch ist es am offensichtlichsten. Ich wohne zwar nicht komplett alleine, aber ich kaufe oft für mich mit, vor allem wenn ich länger unterwegs bin oder nach dem Training noch schnell was brauche. Früher habe ich mir über so Basics kaum Gedanken gemacht. Heute schaue ich öfter auf Aktionen und merke, dass ich automatisch vergleiche. Eine Mehrwertsteuersenkung bei Grundnahrungsmitteln würde richtig viele treffen, im positiven Sinn. Familien, Leute mit wenig Einkommen, Jugendliche wie ich, eigentlich alle. Weil Essen keine Entscheidung ist, sondern Alltag. Wenn das billiger wird, bleibt am Ende vom Monat einfach mehr Luft.


Was mir dabei wirklich wichtig ist

Ich bin nicht gegen Unternehmen und ich verstehe auch, dass überall Kosten steigen. Aber wenn der Staat etwas billiger machen will, dann sollte das nicht davon abhängen, ob ein Betrieb gerade Lust hat mitzumachen. Sonst fühlt sich das Ganze unfair an. Vor allem, weil man als Kundin keine Chance hat zu wissen, ob es gerade wirklich weitergegeben wird oder nicht. Wenn ich drei Produkte wählen müsste, dann genau diese, weil sie im echten Leben sofort spürbar wären. Und weil es Dinge sind, wo man nicht sagen kann, dann kaufe ich es halt einfach nicht.




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