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Warum ich zu oft "passt" sage und Autofahren mich beruhigt: das Eigenleben meines Ichs

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01.03.2026
2 Min.

Schon mal "passt" gesagt, obwohl du gar nicht sicher bist, ob etwas wirklich passt? Machst du auch manchmal Dinge gerne für andere, die du für dich selbst nicht tun würdest? Und wie wirkt Autofahren auf dich? Hier sind drei Selbstbeobachtungen, die mir Kleinigkeiten und doch Interessantes über mich selbst erzählen.

Allzuleicht "passt" gesagt und nachher gedacht: Hätte ich besser noch einmal nachgefragt? (Foto: Shutterstock)

Wie oft ich „passt“ sage

Mir ist letztens aufgefallen, dass ich extrem oft „passt“ sage, auch wenn es eigentlich nicht passt. Einfach weil es das Gespräch rund macht. Man sagt es, damit keine Stille entsteht, damit es nicht unangenehm wird, damit man nicht noch eine Erklärung nachschieben muss. Und ich glaube, viele machen das genauso. Manchmal ist das eh praktisch, aber manchmal denke ich mir danach: Eigentlich hätte ich noch kurz nachfragen sollen, weil ich mir gar nicht sicher bin, was die andere Person wirklich gemeint hat. Aber „passt“ ist halt so ein Wort, das alles zudeckt, wie ein Deckel auf einem Topf, damit nichts überkocht.

Für sie mache ich Dinge, für die ich alleine viel zu faul wäre

Das ist irgendwie lustig, weil ich das an mir selber richtig merke. Wenn meine Freundin sagt, ihr ist kalt und sie überlegt, ob sie aufstehen soll, um irgendwas zu holen oder die Heizung raufzudrehen, sage ich fast automatisch: „Nein passt schon, ich geh.“ Und ich geh dann auch wirklich, ohne groß zu überlegen. Aber wenn ich alleine daheim wäre, würde ich wahrscheinlich einfach in der Kälte sitzen bleiben, bis ich noch einen zweiten Grund habe aufzustehen. So nach dem Motto: Wenn ich schon aufstehe, dann hol ich gleich Wasser, lade das Handy an, schalte das Licht aus und so weiter, damit es sich „lohnt“. Bei ihr ist das komplett anders, da lohnt es sich sofort, sogar für Kleinigkeiten.

Auto fahren beruhigt mich mehr als fast alles andere

Ich hab gemerkt, dass ich Auto fahren nicht nur praktisch finde, sondern dass es mich richtig runterbringt. Sobald ich im Auto sitze und meine Lieblingsmusik läuft, ist es egal, ob es mein Auto ist oder irgendein anderes, ich fühl mich sofort entspannter. Es ist so eine Mischung aus Bewegung und trotzdem Ruhe, weil ich nicht reden muss, aber trotzdem „beschäftigt“ bin. Und ich merk das sogar in Gruppen: Wenn jemand fragt „wer fährt heute“, bin ich fast immer der Erste, der sich meldet. Nicht weil ich unbedingt der Held sein will, sondern weil ich mir denke, ja bitte, das ist genau mein Ding.


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