Panorama Steiermark Meinung

Drei Augenblicke ohne Filter

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Volontär · MS BG BRG Klusemannstraße
24.04.2026
2 Min.

Drei Augenblicke von heute, in denen ich kurz aufgehört habe zu funktionieren und angefangen habe, wirklich hinzusehen.

In diesem goldenen Tunnel aus Licht und raschelndem Laub scheint die Zeit für einen Moment den Atem anzuhalten. (Foto: Shutterstock)

Die Rückkehr ins grüne Wohnzimmer

Ich bin vorhin einfach in den Wald gelaufen und habe mich irgendwann direkt ins Moos gesetzt. Den Rücken gegen eine raue Buche gelehnt und erst mal gar nichts gemacht. Ich hab die Lichtstreifen beobachtet, die durch die Farne fallen und angefangen, die Rillen in der Borke zu zählen. Klingt bescheuert aber nach ein paar Minuten wurde dieses Engegefühl in der Brust weniger. Man checkt dort erst, dass man absolut nichts leisten muss. Das Rascheln der Blätter ist kein Stressfaktor sondern einfach ein Hintergrundgeräusch, das einem sagt, dass alles lebt. Es war wie nach einem ewig langen Tag nach Hause kommen, wo die Tür sowieso immer offen stand.

Das Echo der Unendlichkeit

Ich stand allein auf dem Feldweg und hab den Kopf so weit nach hinten gelegt, bis es im Nacken richtig gezogen hat. Der Himmel war so krass klar, dass ich mich gleichzeitig total winzig und trotzdem irgendwie verbunden gefühlt habe. Das Licht der Sterne hat mich aus meinem Kopfkino mit den ganzen Terminen rausgeholt. Da oben ist dieses ruhige Leuchten und man merkt wie egal der Kram ist, der einen tagsüber noch gestresst hat. Ich hab mich gefragt, ob die Leute vor Millionen von Jahren genauso da standen und nach oben gestaunt haben ganz ohne Bildschirme zur Ablenkung. Dieses Staunen steckt wohl immer noch in uns. Das Universum war schon ewig vor mir da und es wird auch noch da sein wenn ich längst weg bin.

Die Flucht vor dem Moment

Wir saßen vorhin zu dritt auf der Bank und plötzlich war das Gespräch vorbei. In der Sekunde, in der die Stille kam, haben meine Freunde wie ferngesteuert ihre Handys rausgeholt. Meine eigene Hand ist auch schon zur Hosentasche gewandert. Es ist wie ein Reflex, weil wir diese Sekunden ohne Geräusche kaum noch aushalten. Ich hab mein Handy dann doch stecken lassen und nur das blaue Leuchten in ihren Gesichtern beobachtet. Wir sitzen zwar nebeneinander, aber eigentlich ist jeder ganz woanders. In diesen Lücken, die wir sofort mit Bildern füllen, verpufft jeder klare Gedanke. Wir verpassen den Moment und das echte Zusammensein, nur weil wir Angst vor einem Augenblick Stille haben.



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