Der Wecker klingelt, und es ist noch dunkel draußen. Im ersten Moment frage ich mich, warum ich mir das antue. Aber sobald ich meine Wanderschuhe anziehe und den Rucksack schultere, verschwindet die Müdigkeit. Schon auf der Fahrt in die Berge steigt die Vorfreude. Ich denke an die Berge und an all die schönen Dinge, die mich erwarten.
Der Weg beginnt meistens ganz ruhig. Man hört nur das Zwitschern der Vögel, das Rauschen eines Baches oder den Wind in den Bäumen. Mit jedem Höhenmeter verändert sich die Landschaft. Aus Wäldern werden Almwiesen, und später werden die Wege felsig. Irgendwann bleibt nur noch der schmale Steig und das Ziel vor Augen. Ich gehe Schritt für Schritt und genieße die Stille.
Es gibt Momente, in denen meine Beine brennen und ich am liebsten eine Pause machen würde. Aber genau dann merke ich, wie viel man schaffen kann, wenn man einfach weitergeht. Ich denke an die Berge und an die Schönheit, die mich erwartet.
Der schönste Lohn wartet ganz oben
Wenn ich das Gipfelkreuz erreiche, bleibt alles stehen. Plötzlich ist die Anstrengung vergessen. Vor mir liegen unzählige Bergspitzen, grüne Täler und kleine Seen, die in der Sonne glitzern. Ich lasse mein Handy in der Tasche und genieße den Moment. Manche Augenblicke sind einfach zu besonders, um sie nur durch einen Bildschirm zu erleben.
Ich fühle mich klein und gleichzeitig unglaublich frei. Es ist, als würde der ganze Stress aus dem Alltag verschwinden. Ich denke an die Berge und an die Freiheit, die sie mir geben.
Was andere daran begeistert
Ich wollte wissen, ob nur ich dieses Gefühl kenne. Meine Freundin Lena, mit der ich oft unterwegs bin, sagt: “Ich liebe es, weil man sich jede Aussicht selbst verdient. Das macht sie viel wertvoller.” Mein Papa, der mich schon als Kind mit auf Wanderungen genommen hat, sagt: “Am Berg lernst du Geduld. Du kannst den Gipfel nicht erzwingen – aber wenn du dranbleibst, erreichst du ihn."
Ich habe auch mit einer Wanderin aus Deutschland gesprochen, die jedes Jahr in die Berge nach Österreich kommt. Sie sagt: “Ich kann endlich abschalten. Das schafft kein Wellnesshotel.” Diese Gespräche haben mir gezeigt, dass jeder einen anderen Grund hat, warum er gerne wandert. Aber alle teilen das gleiche Gefühl: Man kommt zwar müde zurück, aber gleichzeitig auch glücklicher.
Die besten Ferien brauchen kein WLAN
Während viele ihre Sommerferien hauptsächlich am Handy verbringen, verbringe ich meine Zeit lieber draußen. Jede Tour bringt neue Erlebnisse mit sich. Mal begegnet man Murmeltieren, mal entdeckt man einen versteckten Wasserfall oder sitzt nach einer langen Wanderung auf einer Alm und isst eine Jause, die nach so vielen Kilometern besser schmeckt als jedes Restaurantessen.
Ich habe durch das Bergsteigen gelernt, besser mit Rückschlägen umzugehen. Nicht jeder Gipfel kann erreicht werden. Manchmal schlägt das Wetter um oder man merkt, dass es sicherer ist, umzudrehen. Früher hätte mich das geärgert. Heute weiß ich: Auch das gehört dazu. Die Berge laufen nicht davon.
Was ich aus den Bergen mitnehme
Für viele ist Wandern einfach nur Gehen. Für mich steckt viel mehr dahinter. Die Berge haben mir gezeigt, dass man Geduld braucht, um große Ziele zu erreichen, und dass die schönsten Momente oft dort entstehen, wo es weder WLAN noch Hektik gibt.
Jedes Mal, wenn ich wieder unten im Tal ankomme, bin ich zwar erschöpft, aber gleichzeitig stolz. Ich nehme nicht nur Fotos mit nach Hause, sondern Erinnerungen, Geschichten und das gute Gefühl, etwas geschafft zu haben. Und genau deshalb weiß ich schon nach jeder Tour: Das war nicht die letzte. Irgendwo wartet bereits der nächste Gipfel.
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