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Doomscrolling: wie mir mein Handy heimlich Zeit klaut

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03.04.2026
3 Min.

Ein kurzer Blick aufs Display – und plötzlich ist eine Stunde weg. Warum fällt es uns so schwer, einfach aufzuhören? Mein ganz persönlicher Blick darauf, wie Social Media unsere Aufmerksamkeit fesselt und uns Zeit raubt.

Man will eigentlich nur kurz aufs Handy schauen und schon ist wieder eine Stunde weg (Foto: Shutterstock)

Ich will eigentlich nur kurz die Uhrzeit checken. Wirklich. Vielleicht noch schnell eine Nachricht beantworten. Fünf Minuten, maximal. Als ich wieder hochschaue, ist es dunkel draußen. Eine Stunde weg. Einfach so. Verschwunden irgendwo zwischen Memes, Nachrichten und Videos, die ich mir später eh nicht mehr merken werde. Kommt dir das bekannt vor? Willkommen im Club.

Dieses endlose Scrollen hat sogar einen Namen: Doomscrolling. Und irgendwie passt das perfekt. Man wischt und wischt, obwohl man längst merkt, dass es einem gar nicht guttut. Noch ein Video, noch ein Post, noch eine Story, vielleicht kommt ja gleich etwas wirklich Interessantes. Spoiler: Kommt es meistens nicht.

Warum wir nicht aufhören können

Was mich daran so nervt, ist, ich genau merke genau, dass ich gefangen bin. Mein Daumen bewegt sich fast automatisch. Ich nehme mir vor aufzuhören. „Nach dem nächsten Video“ und plötzlich sind wieder 20 Minuten vorbei.

Und das ist kein Zufall. Social Media ist darauf ausgelegt, uns möglichst lange festzuhalten. Die Apps wissen ziemlich genau, was uns interessiert. Sie zeigen uns genau die Inhalte, bei denen wir hängen bleiben. Mal etwas Lustiges, dann etwas Aufregendes, dann vielleicht etwas, das uns wütend macht. Hauptsache, wir bleiben dran.

Dieses ständige Wechselbad der Gefühle macht es extrem schwer, einfach auszusteigen. Es ist, als würde das Handy ständig sagen: „Bleib noch kurz, gleich kommt was Besseres.“

Was das ständige Scrollen mit uns macht

Das Problem ist nicht nur die verlorene Zeit. Es ist auch das Gefühl danach. Wenn ich ehrlich bin, fühle ich mich nach einer Stunde Scrollen selten besser. Eher müde, irgendwie leer und manchmal sogar gestresst.

Besonders schlimm wird es, wenn ich mich durch negative Nachrichten oder perfekte Social-Media-Leben scrolle, die mit meinem eigenen Alltag ungefähr nichts zu tun haben. Währenddessen bleiben echte Dinge liegen: Hausaufgaben, Hobbies, Gespräche mit Freunden. Das ist vielleicht das Gemeinste am Doomscrolling. Es klaut nicht nur Zeit, sondern auch Aufmerksamkeit für die Dinge, die wirklich wichtig sind.

Wie wir wieder lernen können abzuschalten

Komplett aufhören? Ist ehrlich gesagt unrealistisch. Aber ein bisschen Kontrolle zurückholen geht. Ich habe ein paar Dinge ausprobiert, die zumindest helfen.

Zum Beispiel lege ich mein Handy bewusst außer Reichweite. Klingt simpel, ist aber überraschend effektiv. Wenn ich aufstehen muss, um es zu holen, überlege ich mir zweimal, ob ich wirklich scrollen will. Oder ich setze mir kleine Regeln. Kein Handy direkt nach dem Aufwachen und nicht direkt vorm Schlafengehen. Klappt nicht immer, aber wenn es klappt, fühlt sich der Tag direkt ruhiger an.

Was auch hilft: Alternativen. Rausgehen, Musik hören, mit Freunden reden. Alles Dinge, die sich im Nachhinein besser anfühlen als eine Stunde Scrollen. Am Ende geht es nicht darum, das Handy zu verteufeln. Social Media kann ja auch Spaß machen.

Aber vielleicht sollten wir uns öfter fragen: „Nutze ich gerade mein Handy oder nutzt es mich?“ Ich versuche zumindest, beim nächsten „nur kurz aufs Handy schauen“ ein bisschen genauer hinzuschauen. Und vielleicht schaffe ich es ja dann, wirklich nur fünf Minuten zu bleiben.



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