Der Ceed SW ist die Kombi-Version des Kia Ceed, erkennbar am großen, geraden Heck und dem breiten Kofferraum. Das ist auch das erste, was beim Einsteigen auffällt. Praktisch ist das vor allem, wenn ihr nebenbei jobbt und Ausrüstung oder Ware transportieren müsst, mit dem Sportverein unterwegs seid oder bald die erste eigene Wohnung einrichtet. Als reines Stadtauto für den täglichen Schulweg ist der Kombi dagegen eher überdimensioniert.
Der Lack wirkt an unserem Testwagen ganz gut erhalten, für ein Auto mit 162.000 Kilometern und 13 Jahren auf dem Buckel keine Selbstverständlichkeit. Kleinere Gebrauchsspuren sind trotzdem da, wie bei jedem Auto in diesem Alter und dieser Laufleistung.
Kräftig, ohne viel Drama
Unter der Haube arbeitet ein 1.6 Liter CRDi Dieselmotor mit 66 kW, also 90 PS. CRDi steht für Common Rail Direct Injection, ein Einspritzsystem, das Dieselmotoren sparsamer und leiser macht. Der Motor zieht bei unserer Testfahrt schon aus niedriger Drehzahl gut durch, wir müssen ihn also nicht ständig hochdrehen, um voranzukommen. Das macht das Fahren im Alltag entspannter und schont nebenbei den Spritverbrauch.
Wir schalten das manuelle Getriebe sauber durch die Gänge, ohne Hakeln. Der Wagen hat außerdem ein ISG, ein Start-Stopp-System, das den Motor an der Ampel automatisch abschaltet und beim Anfahren wieder startet. Dazu kommt ein Dieselpartikelfilter (DPF), der den Rußausstoß reduziert. Der ist bei einem Diesel aus 2012 aber ohnehin Standard, die Euro-5-Abgasnorm hat ihn ab 2011 für Neuwagen vorgeschrieben.
Ein Punkt, der uns bei der Probefahrt aufgefallen ist: Das Lenkrad steht beim Geradeausfahren nicht exakt mittig. Fahrsicherheit oder Spurtreue betrifft das nicht, spätestens beim ersten Service solltet ihr das aber ansprechen.
Der Knackpunkt: die Bremsen
Der wichtigste Punkt für alle, die sich diesen Ceed SW ansehen wollen, betrifft die Bremsen. Bei unserer Testfahrt spüren wir ein leichtes Rütteln, sobald wir anhalten, ein typisches Zeichen für abgenutzte Bremsscheiben oder -beläge.
Alle vier Reifen sind Winterreifen, Sommerreifen sind keine dabei. Vor dem Kauf lohnt sich ein Blick mit dem Profiltiefenmesser oder der Ein-Euro-Münze, um ganz sicherzugehen. Wer den Ceed SW jetzt im Herbst kauft, fährt vorerst mit Winterreifen, für den Sommer wird also zusätzlich ein Satz Sommerreifen fällig.
Laut dem Gebrauchtwagen-Check von t-online zur zweiten Ceed-Generation, zu der auch unser Testwagen aus dem Jahr 2012 gehört, macht das Fahrwerk bei der Hauptuntersuchung kaum Probleme, größere Schwächen zeigen sich vor allem bei der Beleuchtung. Der Bericht nennt Bremsen nicht als generelles Problem der Baureihe, der Verschleiß bei unserem Testwagen dürfte also eher am Alter und der Laufleistung liegen als an einem bekannten Modellfehler.
Basics an Bord
Zur Ausstattung gehören eine Klimaanlage, eine Zentralverriegelung und eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung. Für ein Auto in dieser Preisklasse ist das ein solides Grundpaket, das den Alltag deutlich angenehmer macht, gerade auf längeren Pendelstrecken.
Das Pickerl, also die österreichische Begutachtungsplakette, ist noch bis April 2027 gültig. Bis zur nächsten Prüfung bleibt also ausreichend Zeit, allerdings nur, wenn ihr vorher die Bremsen machen lasst.
Was noch draufkommt
Für den Kia Ceed (JD) liegt der komplette Bremsenservice vorne laut fairgarage.com bei rund 417 Euro, allein die Bremsbeläge vorne gibt es schon ab 185 Euro. Realistisch solltet ihr also mit 200 bis 400 Euro zusätzlich rechnen, ein Argument für die Preisverhandlung mit Auto Hagljan KG.
Für wen sich der Kauf lohnt
Der Kia Ceed SW ist ein ehrlicher Kombi ohne Extras, aber mit den Dingen, die im Alltag wirklich zählen: viel Platz, ein genügsamer Motor und ein sauber schaltendes Getriebe. Für kleines Geld bekommt ihr ein zuverlässiges Auto.
Besichtigung und Probefahrt sind bei Auto Hagljan KG nach Terminvereinbarung möglich, das Inserat ist auf Willhabenonline.
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