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Die Weltkrise sitzt mit am Tisch

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Volontär · HtbluVA Villach
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04.05.2026
4 Min.

Krieg im Nahen Osten. Wie weit ist das eigentlich wirklich weg? Und kann so etwas irgendwann auch uns direkt betreffen? Und all die anderen Unsicherheiten. Ich frage mich, ob ich mich daran gewöhnen werde, dass sie einfach dazugehören. Oder ob ich irgendwann einen Weg finde, damit anders umzugehen.

Wenn Nachrichten plötzlich näher gehen als gedacht: Wohin wird das führen? (Foto: Piyapong Saydaung from Pixabay)

Ich sitze im Wohnzimmer, der Fernseher läuft nebenbei, eigentlich wollte ich nur kurz abschalten. „Die Lage im Iran spitzt sich weiter zu“, sagt die Stimme aus den Nachrichten. Auf dem Bildschirm sieht man Rauch über einer Stadt, darunter eine rote Leiste mit „Breaking News“.

Ich schaue hin, aber gleichzeitig merke ich, wie sich ein komisches Gefühl in mir ausbreitet.

Mein Handy liegt neben mir, und ich google nebenbei Begriffe, die ich nicht ganz verstehe. Irgendwann stoße ich auf Schlagzeilen wie „Eskalation befürchtet“ oder „internationale Reaktionen nehmen zu“. Ich klicke auf ein Video, sehe kurze Ausschnitte von Explosionen und Kommentaren darunter, in denen Leute diskutieren, wer schuld ist.

Und plötzlich fühlt sich das alles gar nicht mehr so weit weg an.

Sorgen wegen Iran-Krise und möglichem Weltkrieg

Vor ein paar Tagen saßen wir beim Abendessen, und im Hintergrund lief das Radio. Es ging wieder um den Krieg im Iran und darum, wie sich der Konflikt ausweiten könnte.

Mein Vater hat irgendwann gesagt: „Wenn das weiter eskaliert, weiß man nicht, wer noch alles hineingezogen wird.“ Danach war es kurz still am Tisch.

Ich habe nichts gesagt, aber genau dieser Satz ist hängen geblieben.

Später lag ich im Bett und habe noch durch mein Handy gescrollt. Ich habe ein Video gesehen, in dem Raketen am Nachthimmel zu sehen waren, und direkt danach eine Analyse, in der jemand erklärte, welche Länder sich einmischen könnten. Darunter Kommentare wie „Das wird noch größer“ oder „Das betrifft uns alle irgendwann“.

Ich habe gemerkt, wie ich immer weiter runtergescrollt habe, obwohl ich mich dabei eigentlich nur unruhiger gefühlt habe.

In solchen Momenten frage ich mich ganz konkret: Wie weit ist das eigentlich wirklich weg? Und kann so etwas irgendwann auch uns direkt betreffen?

Und genau das ist der Gedanke, der hängen bleibt: Dass Dinge, die früher weit weg gewirkt haben, plötzlich näher rücken.

Sorgen der Gesellschaft wegen möglicher steigender Inflation

Letzte Woche war ich mit meiner Mutter einkaufen. An der Kasse hat sie eine Packung Butter hochgehoben und gesagt: „Die hat doch vor ein paar Monaten noch weniger gekostet.“ Man hat gemerkt, dass es sie wirklich stört, auch wenn es nur eine Kleinigkeit ist.

Vor uns in der Schlange hat sich jemand über die Preise unterhalten: „Früher hat das alles weniger gekostet.“ Die Kassiererin hat nur kurz geschaut und genickt, als hätte sie das schon hundertmal gehört.

Solche Situationen passieren gerade irgendwie öfter.

In den Nachrichten wird immer wieder darüber gesprochen, dass durch den Iran-Krieg vor allem Energie teurer wird und dadurch auch viele andere Preise steigen. Genau das merkt man dann plötzlich im Alltag nicht als große Schlagzeile, sondern beim Einkaufen oder Tanken.

Einmal habe ich auch mit Freunden darüber geredet. Einer meinte: „Ich hab das Gefühl, Geld ist einfach weniger wert als früher.“ Niemand hat widersprochen.

Das sind keine großen Diskussionen. Eher so Sätze, die einfach fallen und genau deshalb hängen bleiben.

Sorgen um das Rentensystem

Vor ein paar Tagen bin ich mit meinen Eltern im Wohnzimmer gesessen, und irgendwie sind wir auf das Thema Rente gekommen. Ich weiß gar nicht mehr genau, wie.

Mein Vater hat gesagt: „Ihr werdet später wahrscheinlich länger arbeiten müssen als wir.“ Meine Mutter hat ergänzt: „Und ob ihr dann noch gleich viel bekommt, ist auch nicht sicher.“

Ich habe gefragt: „Heißt das, das System funktioniert irgendwann nicht mehr?“

Er hat kurz überlegt und gesagt: „Es wird sich verändern müssen.“

Seitdem denke ich immer wieder daran, obwohl es eigentlich noch so weit weg ist.

In der Schule spricht man kaum darüber. Aber in solchen Gesprächen zuhause merkt man plötzlich: Das betrifft nicht nur „irgendwen irgendwann“, sondern auch mich.

Und ich frage mich dann ganz konkret: Arbeitet man später jahrelang ohne zu wissen, was am Ende wirklich dabei rauskommt?

Muss ich diese Fragen jetzt beantworten?

Wenn ich diese Situationen zusammennehme die Nachrichten im Wohnzimmer, Gespräche am Esstisch, Momente an der Supermarktkasse dann wirken diese großen Themen plötzlich viel näher.

Es sind keine abstrakten Probleme mehr, sondern Dinge, die im Alltag auftauchen.

Und genau das macht sie irgendwie schwer greifbar.

Ich frage mich, ob ich mich daran gewöhnen werde, dass solche Unsicherheiten einfach dazugehören. Oder ob ich irgendwann einen Weg finde, damit anders umzugehen.

Vielleicht geht es gerade gar nicht darum, sofort Antworten zu haben.

Sondern darum, diese Momente überhaupt wahrzunehmen.




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